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Prignitz Berühmter Mime lernte in Groß Pankow
Lokales Prignitz Berühmter Mime lernte in Groß Pankow
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00:18 09.04.2016
Professor Bernhard von Barsewisch mit zwei Grafiken Armin Mueller-Stahls vor zwei Gemälde-Reproduktionen. Quelle: Andreas König
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Wolfshagen

Farben, die so stark leuchten, wie in eben restaurierten Kirchenfenstern zur Mittagszeit. Oder nur Schwarz-Weiß-Zeichnungen, die vom Umriss leben. Das malerisch-zeichnerische Schaffen Armin Mueller-Stahls ist mindestens so vielfältig wie sein mimisches. Als Schauspieler ist der 85-Jährige eine Legende. Doch ebenso wichtig war und ist ihm stets die bildende Kunst.

Mit Gisbert zu Putlitz auf der Schulbank

Weniger bekannt ist die Tatsache, dass Armin Mueller-Stahl einen Teil seiner Kindheit in Groß Pankow verbracht hat. Ein Schulkamerad jener Tage war Gisbert zu Putlitz, ein Cousin Professor Bernhard von Barsewischs. Ich erinnere mich noch, wie die beiden am Teich zusammen saßen“, sagt Bernhard von Barsewisch. Die Beziehung zu Groß Pankow, Wolfshagen und der Prignitz hat sicher auch eine Rolle gespielt, als es um die neuste Ausstellung auf Schloss Wolfshagen ging. Gezeigt werden Bilder und Zeichnungen Armin Mueller-Stahls. „Wir können 35 Hauptgrafiken in Reproduktionen zeigen und 15 Unikate, Grafiken des Künstlers“, sagt Bernhard von Barsewisch. Die Werke hängen bereits im Keller des Schlosses. Sie tragen Titel wie „Paradies“, Kastor und Pollux“ oder „Wie es Euch gefällt“. Anklänge an die Bibel oder klassische Werke der Weltliteratur also.

Leuchtende Farben, verfremdete Buchseiten

Während einige der Bilder mit ihren strahlenden Farben an expressionistische Werke erinnern, nutzen andere das Stilmittel der Verfremdung. So hat Armin Mueller-Stahl beispielsweise Originalseiten eines lateinischen Wörterbuches aus dem 17. Jahrhundert übermalt. Auf diese Weise sind Buchillustrationen ganz besonderer Art entstanden, wenn man so will. Allerdings löst sich das gedruckte Wort buchstäblich in Malerei auf, denn von „Thesaurus Linguae Latinae“ als Buch ist nach der künstlerischen Bearbeitung durch Armin Mueller-Stahl wenig übrig.

Bilder stehen zum Verkauf

Alle Werke, die im Schloss Wolfshagen gezeigt werden, bis auf die unverkäuflichen Originale, stehen zum Verkauf. „Armin Mueller-Stahl wird vom Kunsthaus Lübeck vertreten“, sagt Bernhard von Barsewisch. Die Galerie wickelt auch die Bestellungen der Werke ab und lässt diese auf Wunsch gleichfalls rahmen.

Dass es sich bei Armin Mueller-Stahl um einen etablierten und anerkannten Künstler handelt, wird auch an den Preisen der Werke deutlich. Mehrere hundert Euro muss man mindestens investieren, wenn man eine Reproduktion erwerben möchte. Das Interesse scheint dennoch riesig zu werden.

Künstler ist nicht selbst anwesend

„Ich habe schon ein bisschen die Befürchtung, dass die Vernissage so gut besucht sein wird, dass es kaum möglich ist, alle Werke zu sehen“, sagt Bernhard von Barsewisch. Den Kunstfreunden em­pfiehlt er daher, die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Schlossmuseums zu besichtigen. Armin Mueller-Stahl selbst wird zur Eröffnung der Ausstellung übrigens nicht zugegen sein. Im Gegensatz zu einer Ausstellung vor drei Jahren in der Neuruppiner Kulturkirche hat der Künstler anderweitige Verpflichtungen. „Ein Besuch in Wolfshagen ließ sich terminlich nicht einrichten“, sagt Professor Bernhard von Barsewisch. Dennoch dürfte der Zuspruch groß sein. Allein bei der jüngsten Ausstellung in der Galerie der Kunstfreunde Pritzwalk zeigten sich viele Besucher äußerst interessiert an der Ausstellung im Schloss, als Kunstfreunde-Vorsitzender Horst Kontak darauf hinwies.

Wiedersehen im Flugzeug

Während Gisbert zu Putlitz, der einstige Schulkamerad Armin Mueller-Stahls, der Ausstellung ebenfalls nicht beiwohnen wird, können die Besucher des Schlosses und der Ausstellung biografische Details aus dem ereignisreichen Leben des Schauspielers und Künstlers erfahren. Einige Werke Armin Mueller Stahls, darunter sein Amerika-Tagebuch „Venice“ sind im Schloss Wolfshagen erhältlich. „Mein Cousin hat Armin Mueller-Stahl übrigens viele Jahre später einmal wieder getroffen“, berichtet Bernhard von Barsewisch. „Die beiden stiegen, ohne voneinander zu wissen, ins selbe Flugzeug. Mein Cousin erkannte den Jugendfreund und sprach ihn an. ,Armin’, sagte er. Der drehte sich um und sah sein Gegenüber fragend an. Kennen wir uns?’ fragte er. ,Ich bin’s, Gisbert zu Putlitz’, antwortete mein Cousin. Die beiden hatten sich eine Ewigkeit nicht gesehen.“

Ein bewegtes Künstlerleben

Armin Mueller-Stahl wurde am 17. Dezember 1930 in Tilsit in Ostpreußen geboren. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verlebte Armin Mueller-Stahl als drittes von fünf Kindern eine relativ unbeschwerte Kindheit. 1938 siedelte die Familie nach Prenzlau über. Ab 1941 verbrachte er zwei Jahre in Groß Pankow, wo er gemeinsam mit Gisbert zu Putlitz Privatunterricht erhielt. Sein Schulkamerad bemerkte schon in den Kindertagen Armin Mueller-Stahls künstlerisches Talent.

In der DDR wollte Mueller-Stahl zunächst professioneller Geiger werden. Er studierte Violine und Musikwissenschaft. 1952 erhielt er das erste Engagement im Berliner Theater am Schiffbauerdamm bei Helene Weigel. Für die DDR-Filmproduktionsfirma Defa und das DDR-Fernsehen wirkte er in vielen Filmen und Fernsehserien mit. 1980 reiste er in die Bundesrepublik aus.

Nach Erfolgen in Filmen unter anderem von Fassbinder und Andrzej Wajda wagte er Ende der 1980er Jahre einen Neuanfang in den USA. Auch dort hatte er große Erfolge. Seit 2001 tritt er verstärkt als Maler in Erscheinung. Heute lebt Armin Mueller Stahl abwechselnd in Deutschland und in Kalifornien.

Höhepunkt des Schlossfestes

Die Ausstellung mit den Kunstwerken dürfte auch einer der Höhepunkte beim diesjährigen Schlossfest in Wolfshagen sein. Es ist für den 5, Mai, den Himmelfahrtstag, vorgesehen. Nach dem Festgottesdienst ab 10 Uhr haben Besucher Gelegenheit, die Porzellanausstellung, die vielen Gemälde und historischen Exponate zu besichtigen. Natürlich können sie auch in der Kunst Armin Mueller-Stahls schwelgen.

Von Andreas König

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