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Prignitz Berufsfeuerwehr: Prignitzer Skepsis
Lokales Prignitz Berufsfeuerwehr: Prignitzer Skepsis
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17:13 22.09.2017
Adrian Zechser (r.) bei der jüngsten Großübung auf dem Gelände der Firma TUL im Gewerbegebiet Prignitz. Quelle: Foto: Bernd Atzenroth
Pritzwalk

Eine gewisse Aufregung hatte die Brandschützer in der Prignitz erfasst, nachdem die MAZ in einem Beitrag für die Hauptausgabe über die Reformüberlegungen für das Feuerwesen geschrieben hatte. Die Formulierung, dass nun „Profis“ – gemeint waren hauptamtliche Feuerwehrleute – die Einsatzbereitschaft sichern sollten, kam überhaupt nicht gut an, wie Adrian Zechser gegenüber der MAZ betonte.

Der Pritzwalker Ortswehrführer machte sich damit sich zum Sprecher der vielen Ehrenamtler, die ständig in ihrer Freizeit an Fortbildungsveranstaltungen und Übungen teilnehmen, um die Aufgaben des Brandschutz kompetent und zuverlässig wahrnehmen zu können. Beispiele in der vergangenen Woche: die Großübung in Falkenhagen und der Ausbildungsdienst am Donnerstag im Pritzwalker Gerätehaus. Ergo: Die hiesigen Brandschützer sind auch als Ehrenamtler Profis, „da gibt es keinen Unterschied“. Die Frage, um die es hier geht, ist auch gar nicht, ob die Brandschützer ihre Einsätze professionell durchführen können, sondern ob diese von der Personenstärke abgesichert werden können. Dies ist vor allem eine Folge des demografischen Wandels und wird seit langem in der Region diskutiert. Inwiefern dabei eine hauptamtliche Struktur in der Prignitz überhaupt wirklich zum Tragen kommen kann, ist höchst fraglich. Zechser sieht das nur für „gewisse Schlüsselpositionen“. Auch Volker Lehmann, stellvertretender Kreisbrandmeister und Pritzwalker Stadtbrandmeister, ist skeptisch, dass die Idee so ohne weiteres aufgeht. Lehmann: „Eine Berufsfeuerwehr rechnet sich eigentlich nicht in Kommunen unter 80 000 Bewohnern.“ Zechser erinnerte zudem daran, dass eine Berufsfeuerwehr auch den Rettungsdienst abdecken müsste.

Auch die Idee, Verwaltungsmitarbeiter, etwa aus den Bauhöfen, stärker beim Brandschutz hinzuzuziehen, kann aus Lehmanns Sicht nur funktionieren, wenn in ländlichen Regionen der Stellenplan nicht weiterhin nur anhand der Einwohnerzahlen festgeschrieben wird. Mit weniger Mitarbeitern seien hier oft die gleichen Aufgaben zu erledigen wie in dichter besiedelten Gebieten – zusätzliche Feuerwehreinsätze würden dann dazu führen, dass hier viel Arbeit nicht mehr erledigt werden könne. Lehmann wie Zechser glauben beide auch nicht daran, dass hauptamtliche Lösungen in ländlichen Regionen von den Lohnkosten her realistisch sind. So gesehen wird es auch in Zukunft immer auf die vielen Ehrenamtler ankommen.

Bewusst ist beiden, dass Strukturen schon gestrafft werden müssen, wollen die Brandschützer auch künftig ihre wichtige Aufgabe erledigen können. Zechser glaubt aber, dass dies gehen kann, ohne die Feuerwehrtraditionen in den Dörfern einfach aufzugeben: Die Feuerwehrstützpunkte in den einzelnen Dörfern sollten nicht dicht gemacht werden, „die Tradition kann weitergelebt werden“, auch wenn noch mehr gemeinsame Strukturen mit Nachbarwehren entwickelt werden müssen.

Von Bernd Atzenroth

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