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Prignitz Bester Hirschrufer kommt aus Wittstock
Lokales Prignitz Bester Hirschrufer kommt aus Wittstock
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20:05 03.10.2016
Fünf Teilnehmer, darunter zwei aus Brandenburg, röhrten um den Norddeutschen Meistertitel. Quelle: Christian Bark
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Bollewick

„Jetzt schließen Sie alle mal die Augen und stellen sich eine taubedeckte, von Nebel umzogene Wiese auf einer Waldlichtung in der Morgendämmerung vor“, forderte Volker Koch, der Vorsitzende der Kreisjagdverbands Müritz, das Publikum in der Feldscheune Bollewick auf. Dann stießen die fünf Kombattanten der 10. Norddeutschen Hirschrufmeisterschaft am Sonntag gemeinsam ins Horn und imitierten einen den Ruf eines suchenden Hirsches. „Da geht einem ein Kribbeln über den Rücken“, stellte Volker Koch fest.

Enrico Braun (l.) errang zum vierten Mal den Sieg. Quelle: Christian Bark

Im Anschluss sorgten die fünf Teilnehmer, darunter zwei aus Brandenburg, während ihrer Solovorträge für ganz viel Rückenkribbeln beim Publikum und Entzücken bei so manchem anwesenden Jägersmann. Erstmalig zeigte Lothar Winter aus Tetschendorf den Zuhörern, wie gut er Hirschrufe mit seinem Rindshorn imitieren kann – hatte er in Bollewick die Jahre zuvor doch immer in ein anderes Horn gestoßen. „Ich war vorher mit der Jagdbläsertruppe hier“, sagte er. In diesem Jahr habe er sich dann getraut, bei den Hirschrufern mitzuröhren – auch um den zweiten Wittstocker Teilnehmer am Wettkampf, Enrico Braun aus Alt Daber, den Winter anerkennend „Platzhirsch“ nennt, nicht allein zu lassen.

Seit 50 Jahren sei er Jäger, wie Winter berichte, erstmals habe er vor 47 Jahren einen Hirsch mit einer Gießkanne aus dem Dickicht gelockt – und sofort erlegt. Und nicht nur Winter hatte Geschichten zu erzählen, sondern auch der „Wittstocker Platzhirsch“ Enrico Braun. Er konnte den Wettbewerb in der Vergangenheit schon dreimal hatte für sich entscheiden. Während er den jungen und den alten suchenden Hirsch, den Platzhirschruf zum Kahlwild, den Siegesruf sowie den Ruf eines alten abgebrunfteten Hirsches imitierte, gab der 46 Jahre alte Hobbyjäger dem Publikum allerhand Erläuterungen. „Nach einem Hirschkampf kann es zu schweren Verletzungen der Tiere kommen“, sagte er. Auch geschehe es, dass sich Tiere mit ihren Geweihen verhedderten, nicht mehr voneinander loskämen und elend verendeten.

Lothar Winter nahm erstmalig als Hirschrufer teil. Quelle: Christian Bark

„Das ist auch ein wenig die Idee hinter der Veranstaltung“, erklärte Volker Koch. Dem Jagdverband ginge es darum, die Begeisterung und Sensibilität der Menschen für den heimischen Wald wiederzubeleben – aber auch, mit Blick auf die vielen jungen Besucher in Bollewick, den Jägernachwuchs zu sichern. Nach den Vorträgen hatten dann die drei Jurymitglieder die schwere Aufgabe, die Kombattanten zu bewerten. „Die Rufe müssen so naturnah wie möglich erfolgen“, erklärte das Jurymitglied Harald, Godenschwege. Dabei legte der Revierförster aus der Nossentiner Heide auch Wert auf das charakteristische „Kratzen“ in der Stimme.

Am Ende hatte es mal wieder Enrico Braun aufs Siegertreppchen gebracht. Zur Belohnung gab es eine Trophäe sowie eine Wellnessreise ins Hotel des Skiprofis Jens Weissflog im Erzgebirge. Für Lothar Winter sprang zwar nur Platz vier beim Wettbewerb heraus, doch war der 69-Jährige darüber keinesfalls traurig. „Dabeisein ist alles“, sagt er – auch im kommenden Jahr wieder gern.

Von Christian Bark

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