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Besuch bei der Grafikerin Katharina Kosak

Langnow Besuch bei der Grafikerin Katharina Kosak

Katharina Kosak stammt aus Berlin Mitte und fand 1987 in Langnow (Gemeinde Groß Pankow) ein neues Zuhause. Die Grafikerin durchlebte in den 1980er Jahren die Tiefen der Politik und verlor deshalb ihren Studienplatz an der Kunsthochschule. In der Prignitz brachte sie bisher viele Ideen zum Laufen und scheut kaum eine Herausforderung.

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Katharina Kosak bereichert mit ihren Ideen die Prignitz. Sie gründete Vereine oder kämpfte für das schnelle Internet in den Dörfern.

Quelle: Christamaria Ruch

Langnow. Aus dem Sommersitz und Wochenendhaus von Katharina Kosak in Langnow (Gemeinde Groß Pankow) ist längst eine Zuhause geworden. Im kommenden Jahr ist es 30 Jahre her, dass die Grafikerin die Prignitz für sich entdeckt hat. Eher zufällig fiel 1987 die Wahl auf Langnow: „Wir hatten damals ein Objekt auf dem Land gesucht und konnten das Haus von privater Hand kaufen“, erinnert sie sich.

Die Prignitz ist innerhalb kurzer Zeit auch Heimat für die aus Berlin-Mitte stammende Künstlerin geworden, wie sie sagt. „Bis heute schlägt mein Herz für die Prignitz und die Landschaft ist meine Energietankstelle.“ Langnow wurde später für viele ihrer Bekannten aus der Großstadt erste Station auf dem flachen Land. „Heute ist es schwer zu vermitteln, dass auch mit geringem Standard das Leben möglich ist“, sagt sie mit Blick auf den damaligen Zustand des Hauses.

Mauerfall veränderte ihr Leben

Von einem Tag auf den anderen änderte sich das Leben von Katharina Kosak. 1983 wurde die Grafikstudentin von der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee exmatrikuliert. Ihre Aktivitäten in einer Umweltgruppe unter dem Dach vom Friedenskreis der Kirche in Berlin-Pankow machten den Staat hellhörig. „Ich war eigentlich völlig unpolitisch, aber der Staat war ängstlich vor dem Volk“, sagt sie. Die Staatssicherheit ordnete schlechte Studiennoten für Kosak an, wie die Unterlagen später zweifelsfrei zeigten. „Ich wurde 2005 rehabilitiert“, sagt die 56-Jährige.

Doch Katharina Kosak ließ sich nicht entmutigen, sondern suchte Nischen. Sie nähte Kleidung und verkaufte diese auf Berliner Märkten. Anfang 1989, ein halbes Jahr vor dem Mauerfall, erhielt sie die Genehmigung, als selbstständige Grafikerin zu arbeiten. In den 1990er Jahren profitierte Katharina Kosak von der Aufbruchstimmung in der Prignitz. Beim Verein Regionalförderung Prignitz-Land arbeitete sie im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, gab in diesem Rahmen die Zeitung „Prignetz“ heraus. „Die Stelle passte ganz genau zu mir“, sagt sie. Doch sie war mit ihren Visionen eines geeinten Tourismusauftrittes im Landkreis der damaligen Zeit voraus, weiß sie. Selbst das von ihr in dieser Zeit entworfene Tourismuslogo für die Prignitz mit den markanten Weiden neben dem Schriftzug hat es bis heute nicht zur Prignitzmarke gebracht. „Ich habe das Logo kostenfrei angeboten, aber niemand wollte es“, sagt sie Und: „Das Angebot steht noch immer, wer Interesse daran hat, kann es nutzen.“

Die Welt kam nach Langnow

Mitte der 1990er Jahre gründete sie mit anderen Musikbegeisterten den Prignitzer Rockverein mit dem markanten Namen „Prock“ und holte auch den Landesrockwettbewerb nach Pritzwalk. 1994 hob sie mit Mitstreitern den Verein „Bunte Wiese Langnow“ aus der Taufe. Unter diesem Dach kamen drei Sommer lang Jugendliche aus internationalen Freiwilligendiensten für mehrwöchige Camps nach Langnow. „Die Welt kam hierher und damit verbinde ich schönste Erinnerungen“, sagt Katharina Kosak.

Von 1999 bis 2002 brachte sie das Kulturmagazin „Nebenstrecke“ für die Prignitz heraus. Sie arbeitete bis 2001 als Dozentin bei der Ländlichen Erwachsenenbildung in Quitzow bei Perleberg. Unsicherheit herrschte nach den Anschlägen am 11. September 2001 auch in Deutschland – Kosak erhielt kaum noch Grafikaufträge. Daher suchte sie Arbeit in Berlin. Später engagierte sie sich erfolgreich für schnelle Internetanschlüsse in den Dörfern der Region.

Seit drei Jahren arbeitet die Grafikerin in einer neuen Nische. Sie zeichnet Erklärfilme für Dokumentationen. „Das ist Graphic recording“, sagt Kosak. Dabei übersetzt sie simultan Inhalte von politischen oder anderen Veranstaltungen in eine leicht verständliche visuelle Form. Einen einstündigen Vortrag schrumpft sie so zu ein bis zwei Seiten mit Schlagworten oder leicht verständlichen Bildern.

Von Christmaria Ruch

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