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Betrugsopfer empört über spöttische Polizei

65-Jährige verliert 50.000 Euro Betrugsopfer empört über spöttische Polizei

In der Prignitz ist eine 65-jährige Frau um 50.000 Euro betrogen worden. Wenige Tage nach dem Betrug geht sie mit einem Verwandten zur Polizei. Auf der Wache erlebt sie dann eine böse Überraschung - die Beamten reagieren abfällig und spöttisch.

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Zunächst legte die 65-Jährige 30 000 Euro in den Papierkorb vor ihrem Haus.

Quelle: Peter Geisler

Pritzwalk. „Wozu haben wir denn die Polizei?“, fragte sich ein Pritz­walker Bürger, der namentlich nicht genannt werden will. Er hatte mit der 65-jährigen Pritzwalkerin am vergangenen Freitag den Betrugsfall zur Anzeige gebracht, bei dem ein Schaden in Höhe von insgesamt gut 50.000 Euro entstanden war.

Zur Erinnerung: Die Geschädigte hatte am 7. Januar einen Anruf von einem Mann erhalten, der sich als BKA-Beamter ausgab. Er erklärte ihr, dass er gegen eine Geldfälscherbande ermittle und deshalb Bargeld benötige. Zunächst hatte die Frau wie verabredet gut 30.000 Euro in einem Papierkorb vor ihrer Wohnung abgelegt, wo sie der oder die Täter abholten. Zwei Tage später forderten die Unbekannten sie telefonisch auf, weiteres Geld auf ein Konto in der Türkei zu überweisen. Auch das tat sie. Ende vergangener Woche zeigte der mit der Frau verwandte Pritzwalker den Fall zusammen mit dem Opfer an. Bis jetzt habe er aber von der Polizei keinerlei Rückmeldung darüber, wie es weitergeht. Und das ärgert ihn – auch angesichts des großen Schadens.

„Das geht natürlich nicht“

Zudem hätten sich die beiden bei der Anzeigenaufnahme nicht ernst genommen gefühlt: „Wir waren Freitagnacht auf der Wache, da wurden wir gefragt: ’Haben Sie nichts Besseres zu tun?’“ Auch habe der Beamte in der Wache abfällige Bemerkungen darüber gemacht, wie so etwas passieren könne: „So in etwa: ’Wie kann man nur’“, berichtete der Familienangehörige. „Aber sie ist doch das Opfer“, empörte sich der Mann. Ähnliche Erfahrungen habe er im vergangenen Jahr gemacht, als er den Diebstahl eines Fahrzeuges anzeigen wollte. „Da war es derselbe Beamte, der sagte: ’’Es ist weg, was soll es.’“ Der Pritzwalker ist deshalb wütend. „Was bringt es da, die Polizei zu rufen?“

„Das geht natürlich nicht“, sagte Toralf Reinhardt, Sprecher der Polizeidirektion Nord in Neuruppin. In welcher Form der Kollege, der in der Freitagnacht die Anzeige aufgenommen hat, lapidare Bemerkungen gemacht habe, werde nun der polizeiliche Führungsdienst untersuchen. „Sicher lagen die Nerven blank bei den Geschädigten“, räumte Reinhardt ein. Immerhin gebe es einen Ermittlungsansatz.

Reinhardt hat sich bei der zuständigen Kriminalpolizei in der Polizeiinspektion Prignitz nach der aktuellen Lage in dem Fall erkundigt: „Die Schadenssumme ist sehr hoch und über einen Zeitraum von einer Woche hat es eine Reihe von Kontakten zwischen der Geschädigten und den mutmaßlichen Betrügern gegeben.“ Erst am späten Abend des 15. Januar – bis nach Mitternacht – sei die Anzeige aufgenommen worden. „Es ist schwierig, im Nachhinein positive Ermittlungen einzuleiten. Es wurde aber eine saubere, detaillierte Anzeige aufgenommen“, versicherte Reinhardt. Das helfe bei den Ermittlungen. Hauptproblem sei der zeitliche Verzug. Und wie es mit dem entstandenen Sachschaden aussehe, sei völlig offen.

Von Beate Vogel

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