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Bienen und Bauern auf Tuchfühlung

Bauernverband und Imkerverband wollen eng zusammenarbeiten Bienen und Bauern auf Tuchfühlung

Pollen und Nektar werden für Bienen in der Region immer seltener. Doch die kleinen Tiere sind wichtig. Damit Bienen auch künftig eine Chance zum Überleben haben, möchten Landesbauernverband und Imkerverband jetzt enger zusammenarbeiten und ein bienenfreundlicheres Brandenburg durchsetzen.

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Blühende Randstreifen wie dieser in Neuruppin sind immer seltener zu sehen.

Quelle: Geisle

Neuruppin. Bei den Imkern ist jetzt Hochkonjunktur – die Sonne scheint und die Bienen gehen emsig auf die Suche nach Pollen und Nektar. Doch das wird in Zeiten moderner, großflächiger Landwirtschaft immer schwieriger. Blühende Randstreifen fehlen und auf vielen Feldern wächst Mais für Biogasanlagen. Auch Bauern müssen ihren Lebensunterhalt verdienen und da muss jeder Quadratmeter Ackerfläche genutzt werden. Der Einsatz von Beiz- und Spritzmitteln machen Äcker unkraut- und insektenfrei, Spritzungen in den Blühzeiten belasten Pollen und Nektar, sofern er noch vorhanden ist. Die Saatgutindustrie hat einigen Sonnenblumenarten bereits die Pollen- und Nektarproduktion weggezüchtet. Es wird immer deutlicher: Ohne die Mitarbeit der Bauern und eine Änderung der Agrarpolitik hat die Biene wohl kaum eine Zukunft.

Weniger Monokulturen, mehr Blühsteifen

In der vergangenen Woche setzten sich Vorstandsmitglieder des Landesverbandes Brandenburgischer Imker und des Landesbauernverbandes Brandenburg zusammen, um Möglichkeiten auszuloten, wie eine engere Zusammenarbeit zwischen Imkern und Landwirten aussehen könnte. Wie der Landesbauernverband mitteilte, fänden die Bienen in Brandenburg mit sehr viel Trachtpflanzen, wie Raps, Sonnenblumen, Obstbäumen, Linden, Kastanien und Robinien größtenteils ideale Bedingungen vor. Darüber hinaus gäbe es umfangreiche Flächen, die extensiv bewirtschaftet werden und auf denen sich Blüh- und Ackerbegleitpflanzen entwickeln könnten. Ganz so überschwänglich sieht das der Vorsitzende des Alt Ruppiner Imkervereins, Hartmut Pritz, nicht. „Manche Dinge sind schon verbesserungswürdig. Vor allem die Vielfalt lässt zu wünschen übrig.“ Der Imker wünscht sich weniger Monokulturen und mehr Blühstreifen im Kreis Ostprignitz-Ruppin. Aber ihm ist klar, dass die Landwirte mit ihren Feldern Geld verdienen müssen. „Deshalb ist es wichtig, dass wir Imker die Initiative ergreifen und mit den Bauern Kontakt aufnehmen, wenn es Probleme gibt“, sagt er. „Ich habe noch keinen Bauern kennengelernt, der gesagt hat, das ginge ihn nichts an.“ Im vergangenen Jahr hat Hartmut Pritz bereits zwei Veranstaltungen in Neuruppin und Alt Ruppin organisiert, zu denen auch Landwirte eingeladen wurden. Das Echo aus den Reihen der Bauern war allerdings nicht allzu groß.

Bauern informieren verstärkt über Bedürfnisse der Imker

Bio-Imker Sebastian Kromer aus Babe bei Neustadt ist mit den Trachtbedingungen für seine Bienen recht zufrieden, wünscht sich allerdings mehr Bio-Landwirte im Kreis, denn der Konkurrenzdruck unter den Imkern sei schon recht groß. Der Landesbauernverband geht davon aus, dass durch das sogenannte Greening künftig verstärkt Körnerleguminosen und Zwischenfrüchte angebaut werden und die Bauern mehr Feldrandstreifen anlegen.

Auf Winterschulungen und Weiterbildungsveranstaltungen der Landwirte soll künftig auch über die Bedürfnisse der Imker informiert werden, um die Landwirte für dieses Thema zu sensibilisieren. „Dabei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass diese Informationen von geschulten Imkern weitergegeben werden“, sagt Sebastian Kromer. „Viele Leute nennen sich Imker und können eine Brutwabe nicht von einer Pollenwabe unterscheiden.“

Von MAZ

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