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Bilanz über ein Jahr Netzwerk Kind

Meyenburg Bilanz über ein Jahr Netzwerk Kind

Seit einem Jahr gibt es das Netzwerk Kind Meyenburg. Die beiden Koordinatorinnen Anja Koppermann und Petra Hahn zogen jetzt Bilanz: Vieles haben sie angeschoben, vor allem die Abstimmung mit den Partnern klappt schon gut. Der Zugang zu den Eltern allerdings, die die Zielgruppe sind, könnte besser sein.

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Gesundes Essen war das Thema einer Netzwerk-Veranstaltung, die im vergangenen Jahr von rund 100 Gästen besucht wurde.

Quelle: Fotos (2): Beate Vogel

Meyenburg. Durchaus selbstkritisch beleuchteten die beiden Koordinatorinnen des Netzwerks Kind Meyenburg, Anja Koppermann und Petra Hahn, ihre Arbeit im vergangenen Jahr. Das Pilotprojekt war am 15. Oktober 2015 aus der Taufe gehoben worden. Seitdem haben die Frauen und ihre Kooperationspartner viel erreicht. Koppermann und Hahn gaben jetzt im Amtsausschuss Meyenburg einen ausführlichen Bericht ab.

Den Anstoß für das Netzwerk Kind Meyenburg hatten vor rund zweieinhalb Jahren die Grundschule und die Kita „Eichhörnchen“ gegeben. „Kita und Schule haben eine gemeinsame Bildungsverantwortung. Daraus ist die Kooperation entstanden“, erklärte Kitaleiterin Sybille Gerike. Seit Januar dieses Jahres sind die Koordinatorinnen dank der Finanzierung über das Amt Meyenburg nebenberuflich tätig. „Wir wollten uns erst einmal bekannt machen“, erklärt Koppermann. Denn die wichtigste Frage bei der Netzwerkarbeit sei, so Hahn: „Wie erreichen wir die Eltern?“

Das Ziel ist es, Angebote für Eltern zu schaffen und eine Beratung anzubieten – unabhängig von bestehenden Strukturen, die sie womöglich als belastend oder voreingenommen empfinden. Es gehe um Kommunikation auf Augenhöhe, manchmal auch einfach nur darum, dazusein und zuzuhören. Hinzugezogen werden Hahn und Koppermann nur, wenn die Eltern einverstanden sind. „Unsere Zielgruppe sind aber nicht nur Eltern, die problembeladen sind“, betont Hahn. Unterstützung wollen die beiden Frauen auch den Fachkräften bieten. Es sei eine systemübergreifende Kooperation, die die Entwicklung eines professionellen Unterstützungsangebotes fördern soll. Die Palette reicht vom Umgang mit einer möglichen Gefährdung des Kindeswohls bis hin zur Organisation eines Begegnungsfestes.

Aus einem gut besuchten Treffen für Familien mit Kindern im Babyalter könnte zum Beispiel eine Gruppe entstehen, die ihre künftigen Treffen selbst organisiert. Eine Veranstaltung zum Thema „Gesundes Essen“ im April war mit 100 Besuchern aller Altersgruppen ein Riesenerfolg.

Zu einer Elternschulung für Eltern von Schülern der 1. bis 6. Klassen kamen allerdings nur 30 von 100 eingeladenen Eltern. An einer Elternbefragung – Koppermann und Hahn hatten dafür 200 Fragenbögen verschickt – beteiligten sich nur 35 Familien. Die Befragung sollte helfen herauszufinden, welche Themen die Eltern interessieren. Immerhin ermittelten die Beraterinnen als Thema den gut besuchten Erste-Hilfe-Kurs für Kleinkinder. Nicht gut besucht war die Elternschule zu „Förderung der Konzentration“. Und bei der jüngsten Veranstaltung zum Thema Konsequenz in der Erziehung blieben die beiden Netzwerkkoordinatorinnen und die Referenten ganz unter sich. Vielleicht seien manche Eltern ja gehemmt, offen vor anderen über ihre Probleme mit dem Kind zu reden. „Wir wissen, dass die Bereitschaft zur Beratung nicht groß ist“, so Hahn. „Die Eltern haben Probleme und geben sich selbst die Schuld daran.“

Regelmäßig trifft sich die Steuerungsgruppe, um auch über solche Probleme zu beraten. Ihr gehören neben Hahn und Koppermann Vertreter des Amtes, der Kita „Eichhörnchen“, der Grundschule und – ganz neu – auch die Jugendsozialarbeiterin Petra Herbon an. Zu den Kooperationspartnern zählen die Frauen unter anderem die Jugendhilfe des Landkreises, die Meyenburger Kita „Luisenhaus“ und die Kita „Zwergenland“ in Gerdshagen, die CJD-Elternschule, die Awo, das DRK-Bürgerhaus, der Verein Preddöhl International und viele mehr. Professionell begleitet wird die Arbeit des Netzwerks vom Projektverbund Kobranet.

Während die Arbeit hinter den Kulissen recht gut angelaufen ist, klappt die Umsetzung mancher Projekte noch nicht so wie erhofft – obwohl die Koordinatorinnen sehr rührig sind. Deshalb fange die richtige Arbeit im Netzwerk jetzt erst richtig an: „Wir haben das ganze Jahr gebraucht, um uns zu etablieren.“ Das sieht auch Kitaleiterin Gerike so, eine ortsnahe Beratung anzubieten, das sei ein Geschenk: „Jetzt brauchen wir nur noch den Schlüssel, um die Eltern zu öffnen, damit sie diese Möglichkeit nutzen können.“

Anja Koppermann, Tel.  0174/9 39 33 90,   bietet einmal wöchentlich Sprechzeiten in der Schule an, Petra Hahn,
Tel.  0177/5 97 46 28, in der Kita. Zu erreichen sind beide außerdem über ihre Briefkästen oder per Mail: nw-kind-meyenburg@gmx.de.

Von Beate Vogel

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