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Bilder aus der Elbestadt

Wittenberge Bilder aus der Elbestadt

In Wittenberge ist am Sonnabend eine Ausstellung mit Bildern eröffnet worden, die die Elbestadt zeigen. Die Schau im Café „Clifton” trägt den Titel „Gefundene Schätze”. Zwei Bilder zeigen alte Ansichten des Hafens.

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Peter Sinnige (l.) diskutiert mit einem Besucher über das Gemälde von Richard Lorenz.

Quelle: Jens Wegner

Wittenberge. „Gefundene Schätze” heißt eine neue Ausstellung, die am Sonnabend in der Galerie des Cafés „Clifton” in der Wittenberger Hafenstraße 7 eröffnet wurde. Seit Juni dieses Jahres betreibt das Holländische Ehepaar Loes Dekker und Peter Sinnige das Café, in dem der Kunstgenuss zu Kaffee und Kuchen gehört. In wechselnden Ausstellungen werden Werke von Künstlern der Region präsentiert.

„Gefundene Schätze” weicht erstmalig etwas von diesem Konzept ab. Zu sehen sind nun überwiegend Gemälde von privaten Kunstsammlern. „Wir haben jetzt eine etwas andere Ausstellung als erwartet. Die Bilder sind nicht zu verkaufen”, betonte Loes Dekker, „denn sie befinden sich im Besitz von Wittenbergern.” Das Highlight sei ein Gemälde des Malers Richard Lorenz, das er in den Jahren 1884/1885 vermutlich an der Ostsee gemalt habe. „Es sollte in einem Museum hängen, so schön ist es.”

Die Gäste sprechen angeregt über ein Bild aus dem Jahr 1941, das den Wittenberger Hafen zeigt

Die Gäste sprechen angeregt über ein Bild aus dem Jahr 1941, das den Wittenberger Hafen zeigt.

Quelle: Jens Wegner

Weiter gibt es zwei großformatige Bilder aus Wittenberge. Der Maler E. Gebhardt malte die zwei Ansichten des Wittenberger Hafens im Jahr 1941. „Vier kleine Bilder machen die Ausstellung komplett”, beendete Loes Dekker ihre Einführung.

„Viele Leute haben Kunstwerke zu Hause. Sie kamen mit ihren Werken her und wollten von mir wissen, ob ich darüber etwas sagen kann”, berichtete Peter Sinnige. Über das Gemälde von Richard Lorenz stellte er Nachforschungen an: Lorenz wurde im Jahr 1858 in der Nähe von Weimar geboren. Der Komponist Franz Liszt war so sehr angetan von seiner Arbeit, dass er ihm ein Stipendium gab, damit er im Alter von 28 Jahren nach Amerika fahren konnte. Dort malte er viele Bilder mit Motiven des Wilden Westens. „Er ist ein sehr wichtiger und bekannter Maler in Amerika geworden”, sagte Sinnige. Doch die Amerikaner, mit denen er bei seiner Recherche in Kontakt getreten sei, wüssten nichts von seiner Arbeit in Deutschland. Ein Museum in Milwaukee sei im Besitz der meisten Bilder von Lorenz. „Seit acht Wochen forsche ich jetzt. Das ist nicht lange. Ich erwarte noch viel mehr Informationen über den Künstler”, sagte Peter Sinnige.

Zwei Gemälde zeigen den Hafen von Wittenberge

Die zwei Gemälde, die den Wittenberger Hafen zeigen, sind eher dokumentarischer Natur. Auf ihnen sind viele Details zu entdecken wie das Zollhaus, die alte Eisenbahnbrücke und Boote im Wasser. Gebhardt komme aus einer Malerfamilie mit langer Tradition, so Sinnige.

Drei kleine Bilder gehören Peter Schmidt, einem Wittenberger Unternehmer, der Wohnungen beräumt. Gefundene Schätze sind es so im wahrsten Sinne des Wortes. Sie zeigen das Steintor und das Haus an der Elbstraße Nummer 8, in dem sich bis zum vorigen Jahr das Café „Elbe 8” befand.

Peter Sinnige malte ein kleines Bild auf der Insel Poel

Das vierte kleinere Bild malte Peter Sinnige selbst, als er im Juni dieses Jahres mit seinem Sohn auf der Insel Poel weilte. „Das war, bevor ich das Bild von Richard Lorenz gesehen habe. Und doch hat es eine große Ähnlichkeit damit”, stellte er hinterher überrascht fest.

Sechs Wochen lang ist die Ausstellung zu sehen. „Das ist erst ein kleiner Anfang. Es muss alles wachsen. Jede Woche passiert hier etwas Neues. Wir hoffen, dass viele Wittenberger kommen, um sich die Bilder anzuschauen”, so Peter Sinnige.

Von Jens Wegner

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