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Bildungsgesellschaft blickt auf 25 Jahre

Pritzwalk Bildungsgesellschaft blickt auf 25 Jahre

Seit 25 Jahren gibt es die gemeinnützige Bildungsgesellschaft Pritzwalk (GBG). Das Unternehmen hat heute rund 100 Mitarbeiter und bildet in 27 verschiedenen berufen aus. Das Besondere: Kurz nach der Gründung – 1993 – kauften die Mitarbeiter Anteile an der Gesellschaft und wurden damit ihr eigener Herr.

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Quelle: Beate Vogel

Pritzwalk. Dass die Geschichte der gemeinnützigen Bildungsgesellschaft Pritzwalk (GBG) eine Erfolgsgeschichte ist, mag auch daran liegen, dass Mitarbeiter selbst Anteile an ihr halten. Das ist, wie der heutige Geschäftsführer Jörg Ahlgrimm in seiner Rede zur Jubiläumsfeier kürzlich betonte, bis heute bundesweit einmalig. Es ist schier unmöglich, all die Unterstützer, die für ihre Zeit neuen Projekte und Bildungsformen, die engagierten Mitarbeiter aufzuzählen, die über die vielen Jahre zum Erfolg des gemeinnützigen Unternehmens geführt haben. Das musste auch der noch recht neue Geschäftsführer feststellen. In den 25 Jahren hat die GBG 17 000 Lehrlinge ausgebildet oder qualifiziert. Mehr als 100 Mitarbeiter sind aktuell in dem Unternehmen beschäftigt.

Gegründet wurde die GBG 1991. Mit der Privatisierung des Zahnradwerkes, das 28 Jahre lang Mitarbeiter praktisch und theoretisch aus- und weitergebildet hatte, sollte der Bereich Berufsausbildung mithilfe des entstandenen Bildungsvereins aus dem Betrieb herausgelöst werden. Eine „Bildungs-GmbH“ wurde gegründet, angeschoben vom damaligen Zahnradwerk-Geschäftsführer Dieter Wiese, dem Leiter der Berufsausbildung, Manfred Rohde, und dem künftigen GBG-Geschäftsführer Wolfgang Wolter. Ausbildungsleiter Wolfram Kreklow ist als Mann der ersten Stunde auch heute noch dabei.

Alles war damals Neuland

Die ersten Mitarbeiter der GBG betraten damals Neuland: Das deutsche Berufsbildungsgesetz, IHK-Normen in der Dualen Berufsausbildung, die Zusammenarbeit mit den Oberstufenzentren, dem Arbeitsamt und anderen Partnern – alles war unbekannt. Mit 30 Förderschülern und 143 Auszubildenden startete das Unternehmen. Beim Start halfen als Gründungsgesellschafter die Kreisverwaltung Pritz­walk, das Zahnradwerk und die Gemeinde Gerdshagen.

Nur zwei Jahre nach der Gründung – 1993 – stellte der Landkreis Pritzwalk als Hauptgesellschafter seine Anteile an der GBG zur Verfügung. Grund war die bevorstehende Kreisgebietsreform. Die Folge war ein Effekt, der bis heute einmalig in der Republik ist: Die Mitarbeiter kauften die Anteile und wurden selbst zum Hauptgesellschafter. Umso mehr setzten sie sich für das Unternehmen ein.

Die GBG setzte auf gute Vernetzung

Der Ausbildungsbereich entwickelte sich über die Jahre stetig weiter: Die Räume wurden modernisiert, hochwertige Technik in den Bereichen CNC, SPS, Mikroprozessortechnik sicherte eine Ausbildung auf dem neuesten Stand. 1993 gab es das erste Auslandspraktikum von Kochazubis in Frankreich, seitdem insgesamt 60 Auslandspraktika in Italien Zypern, Finnland und Schweden.

Werner Schulze wurde 1994 Geschäftsführer – und prägte das Unternehmen bis 2015. Die GBG setzte immer stärker auf gute Vernetzung: Ihre Vertreter saßen etwa in der IHK, der Handwerkskammer, im Weiterbildungsrat des Kreises und im Unternehmerforum. 1998 wurde Richtfest für das Schulungsgebäude in der Freyensteiner Chaussee gefeiert, in das 1999 Leben einkehrte. Seitdem gibt es auch die Kreativwerkstatt, die bis heute viele Hobbybastler anzieht.

Schlüsselübergabe im neuen Bildungsteil der Tuchfabrik

Schlüsselübergabe im neuen Bildungsteil der Tuchfabrik. Von links: Torsten Uhe, Jörg Ahlgrimm, Stefan Quandt und Wolfgang Brockmann.

Quelle: Beate Vogel

Seit 2001 ist – auf Initiative von Pritzwalks Bürgermeister Wolfgang Brockmann – die Bildungsgesellschaft in Kontakt mit Familie Quandt. Susanne Klatten, Enkelin des Industriellen Günther Quandt, dem Begründer der Pritzwalker Tuchfabrik, spendete für den Umbau der Polytechnik. Ihr Bruder Stefan Quandt engagierte sich vor allem in der Berufsausbildungsinitiative Pritzwalk (BIP). Auch Johanna Quandt schenkte bis zu ihrem Tod 2015 den Pritzwalkern hohe Aufmerksamkeit. 2004 konnten mit der Unterstützung der Quandts acht Werkzeugmechaniker im ersten Jahrgang der BIP ihre Ausbildung aufnehmen. Heute läuft diese Form der Ausbildung als Duales Studium – ein Projekt, das Stefan Quandt nach wie vor unterstützt.

Ausbildung in 27 verschiedenen Berufen

Die GBG war Mitinitiator der Präsenzstelle der Technischen Hochschule Brandenburg in Pritzwalk. 2007 gründeten die Pritzwalker ihre Teamsportorientierte private Berufsschule, an der aktuell knapp 100 Auszubildende lernen. Die „Mobile Fabrik“ (Mofa) startete 2011 zum ersten Mal an der Nadelbach-Schule in Heiligengrabe. 2012 gründete die Gesellschaft die Kinder- und Jugendeinrichtung „Falkennest“. Gegenwärtig bildet sie in 27 Berufen aus, hilft bei der Berufsvorbereitung und Weiterbildung und bietet auch ein Duales Studium an.

Mit dem Baubeginn auf dem Gelände der ehemaligen Tuchfabrik fieberten Mitarbeiter und Azubis dem Einzug ins neue Domizil entgegen: Stefan Quandt wiederum unterstützte den Bau mit einer großen Summe. Im Frühjahr 2016 war der Bildungsteil in dem historischen Gebäude fertig – mit modernen Werkstätten, Schulungsräumen und Büros.

Von Beate Vogel

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