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Bildungsteil der Pritzwalker Tuchfabrik fertig

Erster Bauabschnitt abgeschlossen Bildungsteil der Pritzwalker Tuchfabrik fertig

Den Bildungsteil in der einstigen Pritzwalker Tuchfabrik und damit den ersten Bauabschnitt konnte am Donnerstag Bürgermeister Wolfgang Brockmann an die Bildungsgesellschaft übergeben. Zu Gast war auch Stefan Quandt, der den Umbau des Industriedenkmals finanziell unterstützt.

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Symbolische Schlüsselübergabe (v.l.): Landrat Torsten Uhe, Jörg Ahlgrimm, Geschäftsführer der Bildungsgesellschaft,

Pritzwalk. Nun ist der erste Bauabschnitt geschafft: Pritzwalks Bürgermeister Wolfgang Brockmann konnte Jörg Ahlgrimm, dem Geschäftsführer der gemeinnützigen Bildungsgesellschaft, den Schlüssel für die neuen Räume übergeben. Stolz und Dankbarkeit dominierten die Übergabe des Bildungsteiles der einstigen Pritz­walker Tuchfabrik am Donnerstag. Stolz darüber, einen Teil dieses enorm umfangreichen und mitunter unberechenbaren Unterfangens – den Umbau des Industriedenkmals – geschafft zu haben. Und Dankbarkeit für die Unterstützung, ohne die das einmalige Projekt nicht umzusetzen gewesen wäre.

„Die Übergabe eines solchen Gebäudes ist ein Zeichen von Optimismus“, sagte Brockmann. „Und gerade der Bildungssektor braucht eine solche Zuversicht.“ Bildung sei ein entscheidender Standortfaktor geworden. „Der Aufwand hat sich gelohnt.“ Denn die Baustelle stellt die Stadt als Bauherren vor enorme Herausforderungen: Es geht schließlich um die Umgestaltung einer über 70 Jahre gewachsenen und stetig erweiterten Fabrikanlage, die mehrere Epochen und Baustile vereint, so der Bürgermeister. „Das ist eine Herausforderung der ganz besonderen Art.“

Brockmann bedankte sich für das gute Zusammenspiel bei allen Institutionen und Arbeitern, die am Bau beteiligt sind. Und nicht zuletzt dankte er der Familie Quandt, die einst mit der Übernahme der Tuchfabrik den Grundstein dafür gelegt habe, dass sie heute zu einer der bedeutendsten Industriellenfamilien in Deutschland gehört.

Beim Rundgang erklärte Dietmar Sachs  (Mitte) den Baufortschritt

Beim Rundgang erklärte Dietmar Sachs (Mitte) den Baufortschritt.

Quelle: Beate Vogel

Stefan Quandt zeigte sich begeistert von dem, was seit seinem vorherigen Besuch aus der Baustelle geworden ist: Mit dem Umbau der alten Strukturen habe der alte Standort „ins 21. Jahrhundert gefunden“, biete nun nicht nur Raum für die Bildung, sondern auch für neue Ideen, Ansätze und Perspektiven. Die GBG sei nicht nur ein Bildungs-, sondern zugleich ein Innovationszentrum. Das zeige sich auch an den vielen Projekten, die Quandt zum Teil unterstützt, sagte der Mäzen mit Blick auf das Projekt BIP 4.0, ein duales Studium mit Berufsschulabschuss und Bachelor. „Ich bin gespannt, was sich hier am neuen Lernort in Zukunft entwickelt.“

Jörg Ahlgrimm als Chef der GBG, die die Räume nun von der Stadt übernimmt, dankte im Namen aller 90 Mitarbeiter. „Die Investition in Wissen zahlt die besten Zinsen“, zitierte er Benjamin Franklin. Das Fachkräftepotenzial, das die GBG entwickle, helfe den Unternehmen in der gesamten Region. Ahlgrimm führte die Gäste später durch die neuen Räume.

Eine Perle für die Prignitz

„Wir werden eine Perle in der Prignitz zurückbekommen“, findet Landrat Torsten Uhe. Die Tuchfabrik sei von überregionaler Bedeutung und es verstehe sich von selbst, dass die baubegleitenden Behörden des Kreises – Denkmalschutz und Baubehörde – immer versuchten, eine Lösung zu finden, anstatt zu blockieren. 2010 sei Uhe das erste Mal mit Werner Schulze in der Tuchfabrik gewesen: „Da haben Sie mir viel erzählt, aber ich habe Ihnen nicht alles geglaubt“, so der Landrat in Richtung des ehemaligen GBG-Geschäftsführers.

Nach dem offiziellen Teil konnten die vielen Besucher durch die neuen Räume streifen und bekamen auch Führungen durch den künftigen Wohnbereich und den Museumstrakt. Insgesamt 30 Wohnungen stehen vor der Fertigstellung, erklärte Dietmar Sachs, der das Projekt Tuchfabrik in der Stadtverwaltung leitet. „Ein Drittel davon sind sozial gebunden, zwei Drittel frei verfügbar.“ Damit könne die Stadt Geld verdienen und die Investition refinanzieren. Sachs zeigte Stefan Quandt auch die künftigen Räume der Kreisjugendhilfe, die im Erdgeschoss auf der Dömnitzseite eine ambulante Jugendeinrichtung betreiben will.

Bildung, Wohnen, Museum

Ende Februar beginnen die Mitarbeiter der GBG, nach und nach ihre Sachen zu packen und in ihre neuen Büros umzuziehen, informierte der stellvertretende GBG-Geschäftsführer Wolfgang Kreklow. „Bis Ende Mai sollen dann alle Räume fertig bezogen sein.“ Das geschieht während dem laufenden Betrieb.

2012 hatte die Stadt Pritzwalk den Gebäudekomplex erworben und ein umfangreiches Nutzungskonzept mit drei Säulen entwickelt: Bildung, Wohnen, Museum. Während nun der Bildungsteil fertiggestellt ist, sollen die Wohnungen voraussichtlich im Herbst dieses Jahres bezugsfertig sein. Alle Etagen sind mit einem Aufzug zu erreichen und somit barrierefrei. Der Museumsteil, an dem derzeit noch mit Hochdruck gearbeitet wird, soll planmäßig Ende 2017 fertiggestellt sein.

Alt und Neu ist architektonisch  im Foyer vereint

Alt und Neu ist architektonisch im Foyer vereint.

Quelle: Beate Vogel

Von Beate Vogel

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