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Prignitz Bio-Bauer Voigt aus Gumtow und seine Hühner
Lokales Prignitz Bio-Bauer Voigt aus Gumtow und seine Hühner
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00:17 16.05.2016
Das Freigehege und die mobilen Hühnerställe fanden bei den Besuchern und Gästen besonders großes Interesse. Quelle: André Reichel
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Gumtow

Den Hühnern auf dem Bio-Bauernhof von Kathrin und Torsten Voigt aus dem Gumtower Ortsteil Heinzhof geht es wirklich gut. Sie haben viel Auslauf auf einer saftig grünen Wiese. Dort kann ein Huhn noch Huhn sein. Damit sich jeder an biologischer Landwirtschaft Interessierte von diesem ländlichen Idyll selbst einmal ein Bild machen kann, luden Voigts jüngst zu einem Tag des offenen Hofes ein. Die ganze Zeit über herrschte auf dem Bio-Hof ein reges Treiben. Nachbarn, Freunde und Bekannte und viele an biologischer und nachhaltiger Landwirtschaft interessierte Bürger aus nah und fern kamen nach Heinzhof. „Mit solch einem Ansturm hätte ich gar nicht gerechnet“, sagte Kathrin Voigt, die mit Waffelbacken und Kaffeenachschenken alle Hände voll zu tun hatte.

Auch Stefan Freimark, Bürgermeister der Gemeinde Gumtow, nahm sich viel Zeit und schaute bei Familie Voigt vorbei. Zusammen mit vielen anderen Besuchern sah sich der Bürgermeister auf dem Bio-Hof um. „Es war sehr interessant und es freut mich sehr, dass es mit Voigts Bio-Hof einen solchen Produzenten hier bei uns in der Region gibt“, sagte Stefan Freimark.

Das Bio-Bauernpaar: Kathrin und Torsten Voigt aus Heinzhof. Quelle: André Reichel

Sämtliche Gerätschaften für den Ackerbau standen neben dem Trecker aufgereiht. Die mobilen Hühnerställe stießen bei den Führungen, die Torsten Voigt anbot, auf ein ganz besonders großes Interesse unter den Gästen und Besuchern. Bio-Bauer Voigt erzählte, dass die Ställe nach einigen Tagen samt Auslauffläche versetzt werden. „Das Umsetzen schont die Grasnarbe “, berichtete er. Zudem verringert das ständige Umsetzten die Belastung des Bodens mit ­Bakterien und Parasiten. „In herkömmlichen Stallanlagen ist das ein ernst zu nehmendes Problem“, sagte der engagierte Bauer. Das Futter für die derzeit 450 Hühner bauen Voigts selbst an, natürlich alles Bio. Die Besucher konnten sich auch ansehen, wo die Hennen ihre Eier legen. Wie gut diese schmecken, konnte jeder Gast in Form von belegten Schnittchen selbst probieren.

Torsten Voigt bewirtschaftet mit seiner Familie den Hof seiner Eltern, den diese nach dem Krieg als Bodenreformsiedlung bekamen. „Damals arbeiteten sie mit einfachsten Mitteln, denn Technik konnte man sich als Bauer nicht so ohne weiteres leisten“, berichtete Torsten Voigt über die Anfänge in Heinzhof vor 70 Jahren. Vieles, was Familie Voigt damals ­erntete, musste sie, wie alle ­anderen Bauern auch, abliefern. Die Vorgaben waren kaum erfüllbar. Schließlich traten Torsten Voigts Eltern in die örtliche Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) ein und ihr Land wurde ab dem Zeitpunkt gemeinschaftlich bewirtschaftet. Nicht nur die Landschaft hatte sich durch die Großfelderwirtschaft stark verändert. Auch die Methoden, immer mehr Erträge auch mit chemischen Mitteln zu erzielen, hielten damals Einzug.

Eier vom glücklichen Huhn. Quelle: André Reichel

Torsten Voigts Eltern waren davon wenig begeistert, weiß der 42-Jährige zu berichten. Als die politische Wende kam, lösten Voigts ihr Land sofort aus der LPG und begannen damit, es wieder selbst zu bewirtschaften. Torsten Voigt kam in jener Zeit als jüngstes von insgesamt zehn Geschwistern gerade aus der Schule. Für den auf dem Lande Großgewordenen kam nur ein Berufswunsch infrage. Er wurde Landwirt. „Mein Vater war nicht so sehr begeistert. Ich sollte es einmal leichter haben als er“, erinnert sich Torsten Voigt, der nach der Lehre erst einmal in einem anderen Landwirtschaftsbetrieb arbeitete.

Als sich seine Eltern zur Jahrtausendwende zur Ruhe setzten, übernahm Torsten Voigt den Hof im Nebenerwerb. Nachhaltige Landwirtschaft spielte schon damals eine immer größer werdende Rolle bei Voigts.

Einer der mobilen Hühnerställe. Quelle: André Reichel

In dieser Zeit lernte er auch seine Frau Kathrin kennen. Als im Jahr 2007 Tochter Helene geboren wurde, dachte das junge Paar noch intensiver über gesunde Ernährung nach als zuvor. Angefangen hatte alles mit einem Gemüsebeet, von dem alle bedenkenlos naschen können. Der Gedanke an den eigenen Bio-Hof war geboren. Jedoch schreckte die Umstellungszeit vom konventionellen zum ökologischen Landbau anfangs ab. „Wir verzichteten auch schon in den Jahren zuvor auf den Einsatz von Chemie , doch das interessierte keinen“, berichtete Torsten Voigt. Von den mobilen Hühnerställen, die sich Torsten und ­Kathrin Voigt dann auch anschafften, erfuhren sie per Zufall aus einer Fachzeitschrift. Die passende Hühnerrasse war mit den „Sussex-Hühnern“ auch bald ­gefunden. „Wir haben uns für diese entschieden, weil sie nicht nur ergiebige Eierlieferanten sind, sondern zugleich auch gute Masttiere.“

Die drei Jahre Umstellungszeit zum Bio-Betrieb ist längst um. Seit Ende vergangenen Jahres haben die Eier die Anerkennung vom Demeterverband. Den Schritt zur ­biologischen Landwirtschaft bereuten Torsten und Kathrin Voigt nicht, schließlich wollen sie ihren Kindern später ein Stück Land übergeben, das sie auch in Zukunft gesund ernährt.

Von André Reichel

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