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Biogasanlage in Falkenhagen steht still

Insolvenzantrag gestellt Biogasanlage in Falkenhagen steht still

Als ein ambitioniert-ökologisches Projekt war die Falkenhagener Biogas-Anlage einmal gedacht, als sie vor rund zehn Jahren ans Netz ging. Nun hat ein Gläubiger Insolvenzantrag gestellt. Von den ursprünglichen Plänen ist aber schon seit vielen Jahren nichts mehr übrig.

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Die Biogasanlage in Falkenhagen steht, die Deckel der Gärbehälter sind ineinandergefaltet .

Quelle: Claudia Bihler

Falkenhagen. Mitten in der Maisernte flammt unter Prignitzer Landwirten eine Diskussion auf: Die Biogasanlage in Falkenhagen steht, die Dächer der Gärbehälter, die eigentlich prall gefüllt sein sollten, hängen schlaff in den Behältern, die Generatoren, die normalerweise Strom aus dem fertigen Biogas erzeugen, stehen still. Geredet wird von Zahlungsausfällen, und davon, dass sowieso niemand mehr so recht weiß, wem die Anlage eigentlich gehört: „Schlecht für die Landwirte, die immer nach Falkenhagen geliefert haben“, meint ein Landwirt, „die müssen sich jetzt andere Abnehmer suchen.“

Doch zumindest dahingehend kann Entwarnung gegeben werden: Mais für einen Weiterbetrieb der Anlage wird wieder angekauft – vom Bremer Insolvenzverwalter, der eingeschaltet wurde, seit ein Gläubiger Insolvenzantrag für die Gesellschaften gestellt haben, die die fünf Biogasanlagen in Falkenhagen bewirtschaftet haben.

Die Pläne des Unternehmens, das die Biogasanlage ursprünglich gebaut hatte, waren auch bei näherer Betrachtung durchaus sinnvoll: Mittels Pipeline von einem Rapshagener Bauernhof sollten Mais und Gülle nach Falkenhagen direkt in die Anlage transportiert werden und die Gärreste zurück zum Bauern, der sie als Dünger auf dem Acker einsetzen wollte. Neben dem Strom, den fünf Generatoren erzeugten, sollte auch die Abwärme genutzt werden. Sie sollte an das benachbarte Geflügelfutterwerk gehen, um dort Getreide für die Weiterverarbeitung zu trocknen. Der Nahwärmevertrag platzte, das Futterwerk wollte schließlich selbst für seine Wärmeversorgung sorgen.

Mit elf Millionen Euro hatte die Biostrom Energiesysteme dann die Anlage ertüchtigt: Doch als 2008 mit einem überarbeiteten Erneuerbare-Energien-Gesetz die fünf Anlagen nur noch als eine große Anlage gefördert werden sollten, schlug der Eigentümer erstmals Alarm und reichte Verfassungsbeschwerde ein. Wegen der niedrigeren Einspeisevergütung würden jährlich 120 000 Euro in der Kasse fehlen – auch rückwirkend.

In den folgenden Jahren gab es diverse Eigentümerwechsel. Ein Gärbehälter lief über, die Technik der Anlage galt inzwischen als veraltet und havarieanfällig. Die Pipeline nach Rapshagen wurde wegen Unstimmigkeiten gekappt. Der vorletzte Eigentümer, eine Tochter der österreichischen Raiffeisen-Bank, verkaufte schließlich an die Biogas Falkenhagen Betriebsgesellschaften mit Sitz in Leipzig. Ob sich deren Geschäftsführer Bernd Glaffig und Holger Zimmermann tatsächlich zerstritten, wie unter Landwirten gemunkelt wird, ist unklar. Sicher ist, dass im Sommer Insolvenzantrag gestellt wurde.

„Derzeit untersucht ein Gutachter, ob die Gesellschaften tatsächlich zahlungsunfähig sind“, sagt Christoph Schulze von der mit dem Verfahren beauftragten Kanzlei von Rechtsanwalt Gerrit Hölzle in Bremen. „Falls ja, wird anschließend das Insolvenzverfahren eröffnet.“ Bis dahin bleibt der Insolvenzverwalter nicht untätig. „Wir haben große Mengen Mais angekauft“, sagt Schulze, „auch die drei Mitarbeiter sind weiter beschäftigt.“ Derzeit werde die Anlage auf einen aktuellen technischen Stand gebracht, bereits zum 1. Dezember werde sie wieder eröffnet. Sofern tatsächlich ein Insolvenzverfahren eröffnet werde, macht sich Schulze wenig Gedanken um eine Fortführung des Betriebes: „Für solche Anlagen gibt es immer sehr viele Interessenten.“

Von Claudia Bihler

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