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Prignitz Bischof in Rüstung, Sturm auf die Burg
Lokales Prignitz Bischof in Rüstung, Sturm auf die Burg
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16:42 17.02.2017
Die Bischofsburg in Wittstock war ein stark befestigter Bau. Zugang zum Burginneren wurde über eine Zugbrücke am Turm gewährt Quelle: Claudia Bihler
Wittstock

Neben Fragen etwa zum Ablass hatte sich Martin Luther vor allem auch gegen Kirchenhierarchien gewendet, die sich während des Mittelalters in vielen Fällen auch als weltliche-staatliche Macht begriffen: „Darum soll man die zwei Regiment, das geistlich und weltlich, nicht in einander mengen und werfen“, schrieb er in einer seiner Schriften und forderte damit zur Trennung zwischen Kirche und Staat auf.

Mit einer außergewöhnlichen Machtbefugnis waren die Bischöfe im Bistum Havelberg ausgestattet – der Einfluss des Markgrafen war sehr gering, und die Bischöfe setzten bis lange nach der Veröffentlichung von Luthers Thesen viel daran, ihren Einflussbereich aufrechtzuerhalten. Markantes Beispiel eines „weltlichen“ Bischofs war in der Prignitz vor allem auch Wedigo Gans von Putlitz, der 1460 zum Havelberger Bischof gewählt worden war. Seit 1271 lebten die meisten Havelberger Bischöfe vorrangig auf der Wittstocker Bischofsburg – eine zu dieser Zeit stark befestigte Anlage mit Wassergräben. Mehr oder weniger war hier eine Art Staat im Staat entstanden, mit der Burg, in der der Bischof lebte, einem zugehörigen Wirtschaftshof und im Vorfeld ein Wohngebiet, die heutige Wittstocker „Auf der Freiheit“, in dem der Bischof vor allem seine Lehnsleute untergebracht hatte und das unter anderem ein eigenes Steuerrecht hatte.

Mehr kriegerische Abenteuer als priesterliche Tugenden

Zwar dürfte die Stadt wirtschaftlich davon profitiert haben, dass sie mit dem Bischof auch das Zentrum der Macht im Bistum darstellte, doch konfliktfrei waren die Verhältnisse zwischen Stadt und Burg nicht. Besonders augenfällig war dies unter der Herrschaft von Wedigo Gans von Putlitz geworden, der von der Geschichtsschreibung mal als Raubritter, mal als erfolgreicher Bekämpfer des Raubrittertums beschrieben wurde.

Die Aussage, dass er mehr durch kriegerische Abenteuer als durch priesterliche Tugenden bekannt geworden sei, schaffte es sogar in die Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste: Es werde erzählt, dass er kaum jemals den Harnisch abgelegt habe. „Der Versuch einer Geschichte der Churmarck Brandenburg“ beschreibt den Bischof als so soldatisch, dass er in seinen Kriegen weder Kirchen noch Kapellen verschont habe, sondern sie auch mit Waffengewalt an sich nahm.

Eskalation ums Mühlenrecht vor der Bischofsburg

Einige Jahrzehnte vor der Reformation eskalierte die Situation in Wittstock denn auch folgerichtig. In der Vorgeschichte hatten die Einwohner von Papenbruch den kämpferischen Bischof aus dem Dorf gejagt, nachdem er eine schwangere Frau getötet hatte. Manche gingen davon aus, dass er die Frau absichtlich über den Haufen ritt. Allerdings plagte den Bischof später ein schlechtes Gewissen, worauf er als einziger Havelberger Bischof statt seiner einen Weihbischof die liturgischen Pflichten übernehmen ließ. Weihbischof Hermann hatte bereits eine Kapelle in Wittstock gestiftet, war jedoch in der Stadt durchaus dafür bekannt, dass er große Lust an Streitsachen habe. Das Thema des Mühlenrechts bot ihm einen Anlass dafür – die Bischöfe beanspruchten diese für ihre Kassen. Die Stadt hatte jedoch die Mühlenrechte erworben und wollte diese lukrativen Handwerksgeschäfte an Privatleute verkaufen. Hätte der Stiftshauptmann den Aufruhr nicht verhindert, hätten die Wittstocker Bürger die Bischofsburg gestürmt. So aber belagerten sie zunächst tagelang die Burg, deren Tore geschlossen waren. Wedigo ließ Geschütze von den anderen bischöflichen Burgen kommen – etwa von der Plattenburg. Dass er nicht wie geplant die Stadt in Brand geschossen hatte, war nur dem Umstand zu verdanken, dass der Wind so ungünstig stand. Es bestand die Gefahr, die Burg selbst in Brand zu setzen. Letztlich wurde nach langen Auseinandersetzungen der Streit von Kurfürst Johann entschieden: Die Wittstocker mussten die Mühlen unentgeltlich abtreten – als Strafe für ihren Aufstand. Zudem musste die Stadt denjenigen, die bereits gekauft hatten, den Kaufpreis zurückzahlen. Bei den Markgrafen war Wedigo jedoch vor allem wegen seines Kampfes gegen das Raubrittertum angesehen – er sorgte für die Sicherung der Handels- und Pilgerwege unter anderem zum Wallfahrtsort Wilsnack.

Busso I. von Alvensleben kittete das Verhältnis zur Stadt

Sein Nachfolger Busso I. von Alvensleben hatte in Wittstock dagegen einiges damit zu tun, das zerrüttete Verhältnis zur Stadt wieder zu kitten. Letztlich gab dieser Bischof den Wittstockern wieder einige ihrer vorherigen Rechte zurück, etwa jenes, das die Stadt Gilden und Gewerke in eigener Verantwortung bestätigen konnte. Weltlicher Machthaber blieb aber dieser Kirchenfürst, wenn auch ein ausgleichender.

Für mehr Kirche in der Kirche sollte sich erst Bischof Johann V. von Schlabrendorff einsetzen, der trotz seines Amtes als katholischer Kirchenfürst bereits versuchte, sein Bistum von innen her langsam zu reformieren – und zurück zu seinen Wurzeln zu bringen. Dazu gab er unter anderem ein Brevier heraus, mit dem alle kirchlichen Weisungen den Geistlichen in der Diözese zugänglich gemacht wurden. Schlabrendorff ist zudem Stifter der Kirche in Alt Krüssow, die kurz vor der Reformation noch zu einem der wichtigsten Wallfahrtsorte der Region werden sollte.

Von Claudia Bihler

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