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Prignitz Bislang verhaltene Ablehnung der Massentierhaltung
Lokales Prignitz Bislang verhaltene Ablehnung der Massentierhaltung
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02:18 06.08.2015
Tierschützer wollen, dass die Landesregierung bei der Massentierhaltung neue Maßstäbe anlegt. Quelle: dpa
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Perleberg

In den Einwohnermeldestellen liegen seit gut zwei Wochen die Listen zum Volksbegehren gegen Massentierhaltung aus. Noch scheint die Resonanz nicht sonderlich groß zu sein. „Drei Personen haben sich bisher eingetragen“, berichtet Renate Röder, Die Wahlleiterin, die in Perleberg die „Volksinitiative gegen Massentierhaltung“, wie es offiziell heißt, organisiert, möchte jedoch nicht von einem verhaltenen Start reden. „Jetzt ist Urlaubszeit, viele sind in den Ferien.“

Immerhin liegen die Listen sechs Monate lang aus. „Eintragungen sind noch bis zum 14. Januar 2016 möglich.“ Außerdem, so erklärt die Wahlleiterin, seien elf Eintragungsscheine unterwegs. Denn ähnlich wie bei einer Briefwahl können sich die Einwohner einen Eintragungsschein zusenden lassen. Kommt dieser per frankierter Rückmeldung im Einwohnermeldeamt ein, tragen die Mitarbeiter den Namen des Bürgers in die Liste ein. Schon diese Zahlen legen nahe, dass das Thema Massentierhaltung in der Prignitz weitaus mehr Menschen bewegt als die Themen früherer Volksbegehren. 2013 konnten sich Prignitzer durch ihren Listeneintrag für den Erhalt der Hochschulen in Brandenburg einsetzen. Auslöser war die Schließung beziehungsweise Zusammenlegung der Technischen Hochschule Cottbus. Lediglich 15 Unterschriften standen am Ende in der Liste. Noch weniger Resonanz fand 2012 das Volksbegehren zum Nachtflugverbot in Schönefeld. Lediglich sechs Perleberger konnten sich damals mit dem Anliegen identifizieren. „Unsere Bürger interessiert wohl mehr, dass sie den Flughafen nutzen können“, äußerte Renate Röder ihre persönliche Vermutung.

Hochschulen wie auch Nachtflugverbot berühren in der Prignitz offenbar wenige Menschen, bei der Massentierhaltung dürfte das aber in der ländlich geprägten Region anders sein. Heftige Auseinandersetzungen wurden im Landkreis etwa in Gumtow aber auch im Perleberger Ortsteil Lübzow geführt, wo eine Schweinemast deutlich vergrößert wird.

Aufgrund einer Anordnung des Landeswahlleiters sind alle Kommunen verpflichtet, das Volksbegehren vor Ort zu organisieren. Das betrifft nicht nur das Auslegen von Unterschriftslisten und die Zusendung von Eintragungsscheinen, auch eine angemessene Bekanntmachung wird verlangt. Um Kosten zu sparen, haben Perleberg und Wittenberge gemeinsam eine Anzeige geschaltet. Auch in den Ortsteilen wird mit Aushängen auf das Volksbegehren aufmerksam gemacht. Die Aufwendungen werden Kommunen jedoch durch den Landeswahlleiter ersetzt. Renate Röder geht davon aus, dass es letztlich bei einem dreistelligen Betrag bleiben wird.

Von Michael Beeskow

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