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Blumen für einen Unruheständler

Wittstock Blumen für einen Unruheständler

Wittstocks langjähriger Wirtschaftsförderer und Vizebürgermeister, Dieter Herm, verlässt ab kommendem Jahr sein Amt und geht in den wohlverdienten Ruhestand. Für die gute Zusammenarbeit mit ihm bedankten sich am Donnerstag zahlreiche Weggefährten auf seiner Abschiedsfeier im Wittstocker Rathaus. Dabei wurde klar, dass Herms Ruhestand gar nicht so ruhig werden wird.

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Zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ließen es sich nicht nehmen, sich bei Dieter Herm (l.) für die gute Zusammenarbeit zu bedanken.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Wie viele Hände Dieter Herm am Donnerstagabend im Wittstocker Rathaus geschüttelt hat, wusste er auch nicht ganz genau. Nach Auskunft seiner langjährigen Mitarbeiterin im Amt für Wirtschaftsförderung, Katrin Lübke, hatten sich 150 Personen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft angemeldet, dem scheidenden Wittstocker Vizebürgermeister und Wirtschaftsförderer alles Gute für den wohlverdienten Ruhestand zu wünschen.

Die Schar der Glückwunschboten schien kein Ende nehmen zu wollen

Die Schar der Glückwunschboten schien kein Ende nehmen zu wollen.

Quelle: Christian Bark

Die Glückwunschboten kamen aus der gesamten Region. Darunter waren Heiligengrabes Bürgermeister Holger Kippenhahn, Pritzwalks Vizebürgermeister Ronald Thiel, aber auch Freunde und Weggefährten des 65-Jährigen. „Wir werden für ihn noch eine separate Abschiedsfeier gestalten“, kündigte Katrin Lübke an. Neben allerlei Geschenken und Blumen wurde Herm von seinen Gästen in erster Linie eines gewünscht: viel Gesundheit, um den Ruhestand mit seiner Ehefrau Gerda sowie den Kindern und Enkeln in Herzsprung auch in vollen Zügen genießen zu können. Wobei nach Dieter Herms fast 25-jähriger engagierter Tätigkeit für die Stadt und die Region Wittstock sicher nicht sofort ans Rasten gedacht werden könne, wie Herms Laudatoren in ihren Reden betonten. So war vielmehr von einem „Unruhestand“ die Rede, als der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Burkhard Schultz und Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann Herm eine angenehme Zeit nach seinem offiziellen Ausscheiden im Januar 2017 wünschten.

Über 41 Jahre in Wittstock

1951 wurde Dieter Herm in Nennhausen bei Rathenow geboren. Er studierte 1971 bis 1975 Maschinenbau in Dresden.

1975 wechselte er nach Wittstock , wo er im Obertrikotagen-Betrieb (OTB) als Haupttechnologe arbeitete. Nach der Wende ging er nach Baden-Württemberg, kehrte 1992 aber nach Wittstock zurück und trat das Amt des Wirtschaftsförderers an. Seit 2008 ist er stellvertretender Bürgermeister.

Gehrmann, bei dessen Amtsübernahme Dieter Herm 2008 zum stellvertretenden Bürgermeister ernannt wurde, blickte auf die unruhige Zeit der frühen 90er zurück. Damals habe Herm eine Amt übernommen, in welches er sich mit viel Fleiß und Engagement hineinfinden musste. Das habe aber auch bedeutet, so manche Euphorie zu dämpfen. „Dazu braucht es Charakter“, sagte Jörg Gehrmann. Und davon habe Dieter Herm über die Jahre hinweg viel bewiesen. Dabei sei er aber immer jemand geblieben, der lieber leise die Tür aufmacht. „Dieter Herm war immer mit dabei, mittendrin und vornean“, lobte Jörg Gehrmann seinen langjährigen Stellvertreter.

Wirtschaftsförderer hinterlässt viele Spuren

Und er hat Spuren in Wittstock und Umgebung hinterlassen, wie Burkhard Schultz feststellte. Ob in den Gewebegebieten der Stadt, auf dem Flugplatz, im Stadtforst oder bei der Errichtung der Schwedenplattform. „Aber keine Angst“, beruhigte dann Gehrmann Herms Nachfolger im Amt des Wirtschaftsförderers, Martin Brünning. „Dieter Herm ist kein Heiliger.“ Und Brünning, der aktuell noch von seinem Vorgänger eingearbeitet wird, könne hervorragend auf der von Herm geleisteten Basis aufbauen.

Dieter Herm (r) und sein Nachfolger Martin Brünning

Dieter Herm (r.) und sein Nachfolger Martin Brünning.

Quelle: Christian Bark

Dabei hob Burkhard Schultz auch die Leistungen Dieter Herms hinsichtlich der Wittstocker Gewerbeschau hervor. Diese habe Herm zu einem Markenzeichen der Stadt machen und auch überregional etablieren können. Ronald Thiel hingegen würdigte die gute Zusammenarbeit mit seinem Wittstocker Kollegen. „Pritzwalk geht ein echter Partner verloren“, sagte er. Und das langjährige Führungsduo „Gehrmann-Herms“ sehe nun anderen Zeiten entgegen – Gehrmann nach wie vor im Amt und Herms daheim als Unruheständler in Herzsprung.

Dort hat der 65-Jährige genug Aufgaben, die ihn auch nach der Berufstätigkeit erwarten, wie er sagte. Am Haus sei immer was zu tun, die Enkel kämen gern zu Besuch, und vielleicht wolle er noch eine Fremdsprache lernen – womöglich Spanisch, weil es dort so schön sei.

Auf ausgiebige Reisen und mehr Zeit mit ihrem Mann freut sich auch Gerda Herm. Wobei sie weiß, dass ihr Mann so ganz nicht von der Bildfläche verschwinden werde. Immerhin ist Herm noch Mitglied der SG Einheit Wittstock, im Dorfverein Herzsprung sowie im Verein zur Erhalt der Wittstocker Stadtmauer und im Tourismusverein. „Erstmal heißt es aber: Abstand gewinnen“, sagte der Vizebürgermeister. Er freue sich schon auf den bevorstehenden Winterurlaub.

Von Christian Bark

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