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Prignitz Blumenthal trommelte
Lokales Prignitz Blumenthal trommelte
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20:37 06.09.2015
Laienspieler aller Altersgruppen vereinten sich zum gemeinsamen Auftritt.. Quelle: Christamaria Ruch
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Blumenthal

„Wenn der Zug kommt, hauen wir auf die Pauke.“ Hartmut Wichmann im Kostüm der Kunstfigur Dr. Hasenzahn legt die Messlatte am Sonnabend um 12.59 Uhr hoch. Vor ihm stehen Trommler aller Altersgruppen aus Blumenthal und Umgebung und warten auf ihren buchstäblichen Einsatz. Wenige Augenblicke später rollt der Regionalzug aus Kyritz im Bahnhof in Blumenthal ein. Trommelwirbel setzt von allen Seiten ein.

Hartmut Wichmann im Kostüm der Kunstfigur Dr. Hasenzahn. Quelle: Ruch

Unter dem Motto „Blumenthal trommelt“ vereinten sich Einwohner und Gäste. Damit wollten sie zugleich lautstark auf ein Anliegen aufmerksam machen: „Auch dieser Ort hat ein Anrecht auf Teilhabe am Leben“, so Wichmann. So unterstreicht er den Wunsch der Einwohner, dass der Bahnanschluss auch über das Jahr 2022 hinaus bestehen bleibt. Über den Drummer Nico Nevermann aus dem Vogtland bahnte er die Trommelaktion an. Nevermann stellte die 200 Instrumente bereit. „Das sind Remo-Trommeln“, so Ricarda Raabe. Dahinter verbergen sich wetterfeste und leicht spielbare Instrumente. Raabe gab als Moderatorin bei den beiden Trommel-Zirkeln auf dem Gelände der örtlichen Grundschule den Takt vor. Nur mit ihrer Körpersprache markierte sie den Beat. „Trommeln ist wie das Leben und zeigt auch, wie offen jeder Mensch ist.“

Der Rhythmus entwickelt sich aus sich selbst und wird stets improvisiert. Neben den nachempfundenen Congas, das sind Trommeln aus Kuba, kamen auch In-strumente aus Afrika oder Südamerika zum Einsatz. Außerdem standen Kleinpercussions aus Holz und Plastik bereit oder flache Sound-Shapes. Der bereits traditionelle Trödelmarkt auf dem Hof der Grundschule lockte ebenfalls viele Interessenten.

An 27 Ständen konnten die Besucher nach Schnäppchen Ausschau halten. Auch die Kirche in Blumenthal bildete einen Teil der Kulisse. Peter Thieme aus Strubensee bei Lindow und Annett Weigelt aus Rosenwinkel gaben dort ein Konzert. Thieme zog auf seinem Alphorn die Zuhörer in eine fast meditative Atmosphäre und Weigelt überraschte das Publikum mit Dudelsackklängen.

„Das Instrument ist Marke Eigenbau“, so Peter Thieme. Er schuf das 4,1 Meter lange Horn vor sechs Jahren aus märkischer Kiefer. Drei Tonarten in Dur kann er darauf spielen. Die 24 Naturtöne erzeugt er nur mit der Lippenspannung.

„Mit dem Alphorn habe ich meine Sehnsucht nach den Bergen ausgefüllt“, so der aus Thüringen stammende 75-Jährige. Mehrere musikalische Stücke aus der Schweiz gehörten zu seinem Programm.

Von Christamaria Ruch

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