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Prignitz Bombensprengung in Breese
Lokales Prignitz Bombensprengung in Breese
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10:05 01.04.2016
Der Boden bebte, als die zwölf Bomben gesprengt wurden.  Quelle: Andreas König
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Breese

 Um 13.44 Uhr war alles vorbei. Wie angekündigt, hatten Gerd Fleischhauer, Truppführer des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Polizei, und sein Team gegen 13.30 Uhr mit der Sprengung der „elfeinhalb Bomben“ im Boden bei Breese begonnen. Es handelte sich um Fliegerbomben, die alle mit einem Zeitzünder ausgestatten waren. Die Wucht der Detonation war so groß, dass eine stattliche Eiche, die an einer der Fundstellen stand, entwurzelt und mehr als zehn Meter durch die Luft gewirbelt wurde. Die Explosionen waren so stark, dass sie das Grundwasser durch die Sondierungs-Bohrlöcher drückte. „Das muss ausgesehen haben wie Geysire“, sagte Chris Balke von der Munitionsbergungsfirma Röhll. Eine Schicht aus feinem grauen Sand bedeckte den Boden um die Sprengstelle. Wo die Bomben detoniert sind, klaffen große Krater im Erdreich. Das Wasser wurde derart verdrängt, dass kleine Bäche und Teiche entstanden sind.

Kurz vor 15 Uhr erteilt Gerd Fleischhauer die Freigabe. „Zumindest für das Gebiet, wo wir geräumt haben, geht von Fundmunition keine Gefahr mehr aus“, sagte der Experte. Dennoch warnt er davor, das Gelände zu betreten. „Im Umfeld dürften weitere Fliegerbomben im Boden liegen. Deren Zünder können ohnehin jederzeit hochgehen“, sagte er. Durch die Erschütterungen könnten sie weiter sensibilisiert worden sein. Wie es an der Deichbaustelle weitergehen soll, wird am 7. April bei einer Zusammenkunft im Landesbetrieb für Straßenwesen in Kyritz erörtert. Es ist möglich, dass weitere Entschärfungen und oder Sprengungen erforderlich sind. Ein gezieltes Sprengen von elf Fliegerbomben gab es bisher in Brandenburg noch nie.

Chris Balke, Henry Konstantin und Sandy Ernigkeit mit Bombensplittern. Quelle: König

Seit 9.13 Uhr war der Sperrkreis aktiviert. Wenig später brachten die erfahrenen Feuerwerker die Hohlladungen an den Bomben an. Es handelt sich laut Gerald Neu, Leiter des Ordnungsamtes Bad Wilsnack/Weisen, um elf Fünf-Zentner-Bomben und eine Zehn-Zentner-Bombe. Die „halbe“ Bombe wird so genannt, weil ihr die Ummantelung fehlt. Zur Sprengung wurde die Zugpause der Bahnlinie Berlin-Wittenberge-Hamburg genutzt.

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Das war der Einsatz ihres Lebens: Chris Balke (l.) und Henry Konstantin von der Munitionsbergungsfirma Röhll halfen gestern bei der Sprengung von insgesamt zwölf Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg auf der künftigen Deichbaustelle bei Breese. Die Eiche, die hier stand, wurde von de Wucht der Explosion entwurzelt und zehn Meter durch die Luft geschleudert.

Notfallmanager Heinz-Peter Werner und seine Kollegin Katrin Thormann hielten den Kontakt zur Zugleitstelle in Berlin, um die Zugfahrpausen für die Sprengung ausnutzen zu können. Kurz vor 13.30 Uhr fuhren die letzten Züge vor der Sprengung: ein ICE und ein Güterzug passierten die Stelle. Kurz danach erklang das Horn, das die Sprengung ankündigte. Dann wurden die Hohlladungen auf den Blindgängern per Fernzündung zur Detonation gebracht. Das Bahnwerk Wittenberge hatte für den Tag die Produktion eingestellt. Anwohner aus der Stadt berichteten, dass der Boden vibriert habe.

Kampfmittelbeseitigungsexperte Gerd Fleischhauer an einem der vom Grundwasser gefluteten Bombentrichter. Quelle: König

Bereits seit dem frühen Morgen waren die Straßen und Wege zum Sprenggebiet gesperrt. Die Polizei hatte 43 Beamten im Einsatz. In der Evakuierungsunterkunft in Groß Breese hielten sich den Tag über zwei afghanische Familien auf. Sie wurden von Feuerwehrleuten und Mitarbeitern des Amtes Bad Wilsnack/Weisen betreut.

Für Irritationen sorgte ein Fahrzeugführer, der sich sich trotz polizeilicher Absperrungen in den Bannkreis begab. Wie sich herausstellte, hatte der Mann allerdings die Berechtigung dazu. Es war ein Vertreter der Munitionsbergungsfirma Röhll, der sich vom Fortgang der Arbeiten überzeugen wollte.

Notfallmanager Heinz-Peter Werner spricht mit der Zugleitstelle. Quelle: Andreas König

Von Andreas König

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