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Bombenstimmung zwischen "Moschee und Suq"

Lenzer Karneval mit "Happy-End im Orient" Bombenstimmung zwischen "Moschee und Suq"

Das Lenzener Schützenhaus am Samstagabend: "Fliegende Teppiche", Kronleuchter und silberne Palmen an der Saaldecke. Auf der Bühne ein Säulengang zwischen einer Moschee und einem Suq, im Hintergrund in tiefdunkler Nacht eine Karawane - und damit war alles klar: Diesmal entführten die Karnevalisten die Zuschauer in den geheimnisvollen Orient.

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Die Karnevalisten entführten die Zuschauer in den geheimnisvollen Orient.

Quelle: Kerstin Beck

Lenzen. Der Elferrat marschierte so hinein, wie es sich gehörte: unter den Klängen von "Salem aleikum, Allah sei dir gnädig", und "Platz für die liebreiche Tochter des großen Sultans" wurde auch gleich gemacht, denn "Suleika" wurde in einer Sänfte mit hereingetragen - in Begleitung eines fast echten Kamels. Sofort ließ die "Bombenstimmung" im Saal fast die Wände bersten, zumal sich während der Vorstellung ein maschinengewehrknatternder "Taliban" einfand, der dann aber sehnsuchtsvoll von "ein bisschen Friede, ein bisschen Freude" sang.

Dass im Morgenland auch die Damen "das Sagen" haben können, bewies das Prinzenpaar Manuel und Anja Hagen aus Lenzen. Hier hielt die 27-jährige hübsche Prinzessin "aus edlem Lenzener Blut" die Rede, und der gleichaltrige aus Neu Kalis stammende Ehemann durfte sich lediglich einige Male mit "jawoll" einbringen, was die Stimmung anheizte.

Da blieb Bürgermeister Christian Steinkopf auch nichts weiter übrig, als den Hoheiten den Stadtschlüssel auszuliefern ‒ und dem Karnevalspräsidenten Torsten Wagner eine "Buddel Schluck" mit den Worten: "Es soll während der Regierung sehr viel Ärger geben, spül’ ihn damit runter!" zu überreichen.

Doch davon war noch nichts zu spüren ‒ allein die Büttenreden liefen wie am Schnürchen. Daniela Wagner alias "Tante Anna" würzte ihre scharfzüngigen Reden, in der sie Lenzener Missstände, die von zerbrochenen Fensterscheiben bis zu abgefackelten Häusern "hier wird warm saniert" reichten, mit pikantem Gebäck "wenn einem sowas widerfährt, das ist schon eine Brezel wert!" Gerd Lukoschat, der mit dem "kleinsten Orient-Express der Welt", nämlich einem Elektro-Mobil, auf die Bühne rollte, sinnierte über die kleine und große Politik. Ingolf Drescher plauderte als Abgesandter des Reisebüros "Wir bringen Sie über den Jordan" über seine Erlebnisse in just diesen Ländern.

Zwischendurch musste Gunnar Günther, der Chef der im Saal aufspielenden Gruppe "Papermoon", seine Gitarre auch weglegen. Dafür gab es auf der Bühne einen leicht trotteligen und vom Pech verfolgten "Günni", der mit der Schilderung der Missstände bei seinem "Schatzi" Lachsalven auslöste.

Die gab es gleichermaßen in einer gekonnten Show-Parodie der Stimmungssänger, bei der ein "Tourist" mit einem fliegenden Teppich im am "Pups der Welt liegenden" Lenzen landete und dank des "Flaschengeistes" letztlich doch noch seine recht ungraziöse und beleibte "Zuckerpuppe" bekam.

Überaus reizend, anmutig und bezaubernd zeigten sich dagegen die Funkengarde und die "Night Perls" in ihren zauberhaften orientalischen Kostümen. Nur mit Zu-gaben konnte da das Programm weitergehen, und so sangen dann die Zuschauer begeistert beim diesjährigen Karnevalsschlager mit: "Sie zogen durch den wilden Orient, elf Wüstensöhne, die der Teufel kennt, aus der Hölle von Lenzen wollen heute hier glänzen. Präsi heisst nun Dschingis Khan, ihr Wirt ist Adju Klein Nemsi!"

Von Kerstin Beck

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