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Bombenverdacht – Wald muss gerodet werden

In Breese wird’s wohl wieder krachen Bombenverdacht – Wald muss gerodet werden

Erst kürzlich sind in Breese (Prignitz) Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt worden. Doch es liegen wohl noch weitere Bomben im Boden nahe der künftigen Deichtrasse. Deswegen muss nun ein 17 Hektar großes Waldgebiet unter Aufsicht von Kampfmittelbeseitigern gerodet werden. Weitere Sprengungen sind nicht ausgeschlossen.

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Gewaltige Staubwolken wurden bei der Detonation von elf Fliegerbomben und einem Fragment am 31. März dieses Jahres bei Breese in die Luft geschleudert. Wegen der Munitionsbelastung des Gebietes, könnten weitere Sprengungen erforderlich werden.

Quelle: Andreas König

Breese. Ein 600 Meter langer und 40 Meter breiter Streifen bei Breese ist munitionsfrei. Das lässt sich mit Gewissheit sagen. Doch wie viele Bomben und andere Munition sich noch im Boden nahe der künftige Deichtrasse bei Breese liegen, kann man nur vermuten. Daher muss auch der angrenzende Streifen gerodet und von Kampfmitteln befreit werden. Darauf haben sich die Verantwortlichen vom Landesbetrieb für Straßenwesen, dem Landesamtes für Umwelt, aus dem Amt Bad Wilsnack/Weisen und nicht zuletzt vom Kampfmittelbeseitigungsdienst geeinigt. Das sagt Frank Schmidt, Dezernatsleiter Planung beim Landesbetrieb Straßenwesen in Potsdam, der MAZ. „Nach der erfolgreichen Sprengung von Fliegerbomben im März wurde klar, dass man die Deich- und Straßenbauarbeiten nicht ohne weiteres fortsetzen kann“, erklärt Frank Schmidt.

17 Hektar Wald werden gerodet und untersucht

Daher muss ein etwa 180 Meter breiter Streifen, der als Verdachtsgebiet für Blindgänger-Bomben gilt, untersucht werden. „Zunächst einmal ist es erforderlich, die dort stehenden Bäume zu fällen“, sagt Frank Schmidt. Auf Luftbildern der US Air Force ist zu erkennen, dass bei den Bombenangriffen auf den Bahnhof Wittenberge auch über Breese größere Mengen an Fliegerbomben niedergegangen sind. Ausgestattet waren die Bomben zumeist mit chemischen Zeitzündern. Die tödliche Fracht sollte nicht sofort nach dem Bombardement explodieren, sondern erst später – eigentlich maximal 144 Stunden nach dem Abwurf. Doch es kam anders. Viele der Bomben detonierten nicht, sanken in den weichen Sand ein und liegen dort seit 71 Jahren. In welchem Zustand sie sich befinden, ob Spontandetonationen möglich sind, oder die Erschütterungen von Bautätigkeit ausreich – das sind Unwägbarkeiten, denen nur mit einer professionellen Kampfmittelräumung begegnet werden kann.

Das Risiko im Gelände ist einfach zu groß

„Jede Verdichtung des Bodens kann letztlich zu einer Explosion führen. Das Risiko ist einfach zu groß“, sagt Frank Schmidt. Vorsicht sei daher das oberste Prinzip. Das geht schon beim Baumfällen los. „Weil die Arbeiten in einem sehr sensiblen Gebiet erfolgen müssen, werden Kampfmittel-Spezialisten die Fällarbeiten begleiten und überwachen“, kündigt der Dezernatsleiter an. Nachdem Bau- oder besser zunächst Räumfreiheit geschaffen wurde, müssen erneut Spezialisten tätig werden, die den Boden nach Verdachtsfällen, sogenannten Anomalien absuchen. Analog zu den Arbeiten im Frühjahr dieses Jahres werden erneut Sondierungsbohrungen niedergebracht werden müssen, um Abweichungen vom natürlichen Magnetfeld der Erde aufzunehmen und auszuwerten. „Genau weiß es natürlich noch niemand, aber wir gehen davon aus, dass gefundene Fliegerbomben erneut an Ort und Stelle zur Detonation gebracht werden müssen“, sagt Frank Schmidt. Zu untersuchen ist ein rund 17 Hektar großes Gebiet.

Arbeiten sollten im Juni beginnen

Eigentlich sollten die Bauarbeiten nach der Räumung der eigentlichen Deich- uns Straßenbautrasse bereits im Juni beginnen. Davon kann keine Rede mehr sein. „Ich werde mich nicht dazu hinreißen lassen, irgendwelche Termine zu nennen“, wehrt Frank Schmidt ab. „Das kann derzeit niemand seriös sagen.“ Dennoch soll der grobe Zeitplan für die Arbeiten an Deich und Straße nicht allzu sehr ins Wanken geraten. „Wir werden wahrscheinlich die Arbeiten an der Stepenitzbrücke und der Brücke über den Flutgraben vorziehen“, sagt Frank Schmidt. Das dortige Gelände wurde bereist untersucht und ist unbelastet von etwaigen Bomben oder Munition.

Die Kosten für den Mehraufwand müssten die beteiligten Landesbehörden übernehmen – „nach einem sehr komplizierten Berechnungsverfahren“, wie der Dezernatsleiter anmerkt.

Trotz der denkbaren Verzögerung bleibt das große Ziel, die Gemeinde Breese hochwassersicher zu machen. Erstmals in der Geschichte des Landes Brandenburg wird der Deichneubau mit dem Neubau einer Straße – der Landesstraße 11 – verbunden.

Von Andreas König

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