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Breese ist jetzt fast hochwassersicher

Knapp ein Jahr hat’s gedauert Breese ist jetzt fast hochwassersicher

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ließ es sich nicht nehmen, am Mittwoch den sanierten Deich bei Breese freizugeben. Es fehlen zwar noch 200 Meter, bis der Hochwasserschutz komplett ist, aber diese Teilstrecke könnte im Ernstfall auch so abgesichert werden. 2018 sollen die Arbeiten komplett abgeschlossen werden.

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Hochwassererfahren (v. r.): Torsten Uhe, Hans Lange uns Dietmar Woidke.

Breese. Das Transparent mit der vielsagenden Aufschrift „Deich?“ schlackert regennass an der Scheunenwand in der Breeser Trift. Die Antwort steht in Erde aufgeschüttet sozusagen vor der Haustür. Der neu errichtete Hochwasserschutzdeich in Breese (Amt Bad Wilsnack/Weisen) ist fast fertig. Für den brandenburgischen Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) Anlass genug, in das vom Hochwasser mehrfach gebeutelte Dorf vor den Toren Wittenberges zu kommen. Das Interesse der Einwohner hält sich diesmal in Grenzen. Neben Bürgermeister Werner Steiner hat sich lediglich Bernd Ilgeroth eingefunden. „Ich will die Herren nachher noch was fragen“, kündigt er vielsagend an. Viermal ist der Breeser in den vergangenen Jahren mit seinem Haus in der Trift „abgesoffen“, wie er es nennt. Das letzte und heftigste Mal war während der Elbeflut 2013. Eine Wand in seinem Haus ist damals so aufgeweicht, dass er nicht weiß, wie lange sie noch hält. Sanieren lassen wollte er sie noch nicht, denn wer weiß, ob es mit dem Deichbau diesmal klappt.

Daran hat weder der Ministerpräsident Zweifel, noch der Stab von Mitarbeitern des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV), in dessen Verantwortung der Deichbau in Breese liegt. Zu einem großen Teil muss man sagen, denn erstmals in Brandenburg werden in Breese ein Deich- und ein Straßenbau miteinander verbunden. Im kommenden Jahr sollen die Arbeiten am Neubau der Landesstraße 11 beginnen. Ab 2018 dann wird der Ort nicht nur vor Hochwasser geschützt sein, sondern auch über eine Umgehungsstraße verfügen. Deren noch wichtigere Funktion ist es allerdings, den Schwerlastverkehr nicht wie bisher durch Wittenberge zu führen.

Zwei Millionen hat sich das Land den Deichbau in Breese bisher kosten lassen. Insgesamt hat Brandenburg seit 1997 über 500 Millionen Euro in den Hochwasserschutz an der Elbe und den Nebenflüssen investiert.

Ministerpräsident Woidke selbst war bereits 2006, 2011 und 2013 in dem Dorf, hat sich die Klagen der Bewohner angehört und nach der Flut, die größer war als jedes Jahrhunderthochwasser vor ihr entschieden: Da muss man etwas tun. Nach einem Besuch im überfluteten Haus von Ronny Schulze, den der Landesvater mit einem inzwischen fast schon legendären Sprung über das Wasser vorm Haus beendete, entschied das Landeskabinett, Breese zu helfen. Für den Besuch in Bresse schlüpfte Dietmar ­Woidke noch einmal in die Sprungstiefel.

Mitten hinein in die gelöste Atmosphäre im geheizten Zelt stellt Bernd Ilgeroth seine Frage: „Wieso wird denn heute der Deich übergeben, wenn noch ein Stück fehlt?“ fragt er. Marko Oelze vom Landesumweltamt erklärt ihm, dass noch 200 Meter am Deich fehlen. Um Breese im Falle eines Hochwassers schützen zu können, habe das Umweltministerium einen Reservehügel mit Deichkörpermaterial aufgeschüttet. Bürgermeister Werner Steiner: „Keine Angst, wenn Hochwasser kommen sollte, kriegen wir damit den Deich dicht.“ Die Antwort leuchtet Bernd Ilgeroth ein. An den Bürgermeister gewandt, sagt er: „Wenn du das sagst, Werner, dann glaube ich Dir. Schönen Tag noch.“

Als die Honoratioren das traditionelle Band durchschneiden, um die Übergabe des fast vollendeten neuen Deichs zu vollziehen, ist Bernd Ilgeroth verschwunden. Die Stiefel von Dietmar Woidke sind feucht, aber nur vom Regen.

Von Andreas König

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