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Prignitz Brenzlige Übung in Kemnitz
Lokales Prignitz Brenzlige Übung in Kemnitz
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02:15 23.09.2015
Eine „bewusstlose Person“ muss unter dem Hänger des brennenden Traktors gerettet werden. Quelle: Andreas König
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Kemnitz

Schon nach dem dritten Sirenenton kommen die ersten Blauröcke angesprintet. Im Pritzwalker Ortsteil Kemnitz unterbricht am Sonnabend die Sirene auf dem Dach des Gerätehauses die spätsommerliche Stille. Ortswehrführer Mario Bock hat den Alarm ausgelöst. Knapp drei Minuten später erreicht das Einsatzfahrzeug der Kemnitzer Wehr den Einsatzort.

Laut Übungslage sollte auf dem (inzwischen weitgehend ungenutzte) Gelände der Hähnchenmast des Agrarbetriebs PBK ein Fahrzeug in Brand geraten sein. „Wir haben es mit auslaufenden Flüssigkeiten zu tun und eine bewusstlose Person befindet sich an der Brandstelle“, sagte Mario Bock. Zunächst schickt Einsatzleiter Thomas Siegfried den Lageerkundungstrupp los. Mit einer Wärmebildkamera untersuchen zwei Kameraden den Brandort. Es bietet sich ein dramatisches Bild. Rauchschwaden steigen aus einem Traktor auf, und unter dem Hänger schauen zwei Beine in Gummistiefeln hervor. Thomas Siegfried, im normalen Leben Ortsbürgermeister, Gerätewart und Ausbildungsverantwortlicher, gibt schnelle präzise Kommandos. Zunächst sollen zwei Atemschutzgeräteträger zum Brandort, um die Person zu retten. Rasch werden die Luftflaschen einsatzbereit gemacht, kommt die Atemschutzmaske vors Gesicht und die Flammschutzhaube darüber.

Helm auf, und los geht’s, den Bewusstlosen zu retten. Schnell erreicht der Trupp den Trecker, legt dem Opfer, einer Puppe mit einem Holzklotz als Kopf, die Bandschlinge unter den Achseln durch und könnte es jetzt aus der Gefahrenzone schaffen. Da rollt Sven Eilmes wie vom Blitz getroffen auf die Seite und rührt sich nicht mehr. Sofort gibt sein Kamerad die Meldung durch, dass ein Feuerwehrmann bewusstlos ist. Während ein zweiter Trupp Atemschutzgeräteträger heranstürmt, wird Sven Eilmes, der kräftige Ortswehrführer von Beveringen zunächst aus der Gefahrenzone geschleift, um ihm die Maske abzunehmen und frische Luft zuzuführen. Die anderen Feuerwehrleute zerren ihn unsanft weg vom Brandherd. Aber nur so käme ein bewusstloser Kamerad im Ernstfall in Sicherheit.

Nun ist auch noch ein Waldbrand zu löschen

Inzwischen steht die Wasserversorgung aus dem nahegelegenen Bach, und der Löschangriff kann vorgetragen werden. Zu allem Überfluss ist laut Einsatzleiter jetzt auch noch der benachbarte Wald in Brand geraten. Mit einem sogenannten Monitor, einer Art Wasserwerfer bringen die Blauröcke auch diesen Brand unter Kontrolle. Kreisgerätewart Kevin Grübnau vom Feuerwehrtechnischen Zentrum des Landkreises Prignitz schaut, notiert und gibt Hinweise. Die Ausrüstung für die Einsatzübung bekommen die drei Wehren vom FTZ gestellt, damit ihre Einsatzbereitschaft gewährleistet bleibt. Bald kann Mario Bock „Wasser Halt“ befehlen. Die Atemschutzgeräteträger entledigen sich der schweren Ausrüstung, die Übung geht zu Ende. „Alles in allem bin ich zufrieden“, sagt Mario Bock. Die Alarmierung hat geklappt, die Kameraden wissen, was zu tun ist. Lediglich beim Bau der Schlauchbrücke mit Hilfe von Leitern hätte es noch etwas besser flutschen können. Aber dafür üben wir ja“, sagt Mario Bock. Er dankt Stadtbrandmeister Volker Lehmann, der solche Übungen genehmigen muss, für seien Unterstützung. Dann herrscht wieder Ruhe im Dorf.

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Ein anspruchsvolles Einsatzszenario hatten am Sonnabend die Kameraden der Feuerwehren Kemnitz, Beveringen und Alt Krüssow (Stadt Pritzwalk) zu absolvieren. Aus einem brennenden Traktor liefen brennbare Flüssigkeiten aus, in der Nähe lagerte Flüssiggas und eine Person lag bewusstlos am Brandort. Zu allem Überfluss verlor ein Feuerwehrmann unter Atemschutz das Bewusstsein, und ein Waldstück fing Feuer. Doch am Ende war der Einsatzleiter fast völlig zufrieden.

Von Andreas König

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