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Brisante Themen diskutiert

Bauerntag in der Prignitz Brisante Themen diskutiert

Beim Bauerntag des Prignitzer Kreisbauernverbandes fehlte es am Mittwoch nicht an Diskussionsstoff. Die Themenpalette reichte von der Flüchtlingskrise, über Tierhaltung und Naturschutz bis hin zum Erwerb landwirtschaftlicher Flächen. Durch eine bessere Öffentlichkeitsarbeit wollten die Landwirt ihr Image in der Öffentlichkeit aufpolieren.

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Auf großes Interesse stieß der Bauerntag am Mittwoch. 100 Landwirte kamen zu der sehr informativen Veranstaltung in Karstädt.

Quelle: Beeskow

Karstädt. An brisanten Themen fehlte es dem Bauerntag am Mittwoch in Karstädt nicht. Und so konnte es nicht verwundern, dass die Zeitplanung gehörig durcheinander geriet. Flüchtlingskrise, Tierwohl, Naturschutz, Düngung oder der Erwerb landwirtschaftlicher Flächen – überall tun sich Herausforderungen für die Landwirtschaft auf.

„Kritiker der modernen Landwirtschaft möchten uns gern in die Ecke drängen“, stellte Lothar Pawlowski, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Prignitz vor 100 Mitgliedern im Saal des Gasthauses Wonneberger fest. Doch die Landwirte hätten nichts zu verheimlichen. „Daher sind wir gläsern, mehr als das Gewerbe und die Industrie. Wir sind bereit unsere Höfe und Ställe nach Anmeldung zu zeigen, jeder kann die Arbeiten auf den Feldern verfolgen, wenn gefragt wird, sind wir gern bereit zu erklären, was dort geschieht.“ Er forderte eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit, um das Image der Landwirtschaft zu pflegen und verbessern. „Wir alle sollten das Themenfeld ’Frag doch mal den Landwirt’ besetzen, die Argumente hat ein Jeder, weil er weiß, wovon er spricht.“

Lothar Pawlowski kritisierte die Volksbegehren gegen Massentierhalten ebenso wie Gastredner Hendrik Wendorff. Der Vizepräsident des Landesbauernverbandes in Brandenburg sagte, er hoffe nur, dass bis zum 15. Januar 2016 die notwendigen 80 000 Unterschriften nicht zusammenkommen. Die meisten Unterschriften kämen aus den Städten, nicht aus den ländlichen Regionen. Er hielt den Grünen vor, sich mit diesem Thema profilieren zu wollen. Die Tierhaltung solle diffamiert und ein Keil zwischen die Landwirte getrieben werden, zwischen jene, die 30 Kühe halten und jene mit 1000 Tieren.

Er sprach den Kritikern den Sach- und Fachverstand ab, denn der sei bei den Landwirten. Der Vizepräsident räumte ein, dass es auch Landwirte gibt, die für negative Schlagzeilen sorgen. Diese sollten auch bestraft werden. Der Vizepräsident kündigte für Ende des Monats eine große Plakataktion an unter dem Motto „Wir machen Tierwohl“. Es gehe darum, die Leistungen der Tierhalter zu respektieren. Auch auf das Thema FFH-Gebiete (Fauna, Flora, Habitate) ging der Redner ein. Wenn Schwarzpappel mühsam aufgezogen werden, und sie dann dem Biber zum Opfer fallen, sei das ein Beispiel, dass der Naturschutz an seinen eigenen Herausforderungen scheitere. „Wir brauchen ein einheitliches Sprachrohr“, erklärte er. Im „Forum Natur“, so kündigte er an, würden sich jetzt alle Eigentümer von Grund und Boden zusammenschließen können. Wie schon Lothar Pawlowski, der von einer Völkerwanderung biblischen Ausmaßes gesprochen hatte, ging Hendrik Wendorff auf das Flüchtlingsthema ein. „Ob wir wollen oder nicht, die Integration ist auch eine Aufgabe in den Dörfern.“ Ohne entsprechende Hilfsmittel sei dies jedoch nicht zu leisten. Als Gastrednerin sprach auch Cornelia Schilde, Staatssekretärin im Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft. Der Ökolandbau in der Prignitz entwickle sich gut, Die Zahl der Betriebe steige. Es müsse aber den Landwirten überlassen werden, ob sie Öko-Betriebe sein oder konventionell arbeiten wollen. Das Land plane einen Erlass, um ortsansässigen Landwirten den Flächenerwerb zu erleichtern. Auch ein neues Bürgschaftsprogramm, um Flächen erwerben zu können, soll es geben. In der Diskussion wurde das „desolate Genehmigungsverfahren“ im Land kritisiert. Es dürfe nicht sein, dass letztlich Richter entscheiden, ob ein Stall gebaut werden kann. „Wir haben keinen Einfluss auf Richtersprüche“, erklärte Cornelia Schilde. Landwirte sollten rechtzeitig über Vorhaben informieren, bevor sich Bürgerinitiativen vor Ort gründen.

Zur Lage der Landwirtschaft in der Prignitz erklärte Lothar Pawlowski, zum Jahresende bahne sich, nach zwei Jahren mit recht stabilen Einkommen, eine Talfahrt an. Die Ernte sei normal gewesen, doch der Verfall der Preise drücke die Erlöse. Auch das Russland-Embargo sei bis heute spürbar.

Von Michael Beeskow

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