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Bronzezeitliches Hügelgrab wie in Seddin

Nettelbeck in der Prignitz Bronzezeitliches Hügelgrab wie in Seddin

Obwohl die Größenunterschiede deutlich sind, lässt sich das Hügelgrab aus dem Wackelberg bei Nettelbeck durchaus mit dem Seddiner Königsgrab vergleichen. Beide Anlagen entstanden in der jüngeren Bronzezeit.

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Das Hügelgrab auf dem Wackelberg mit dem Steinring im Hintergrund.

Quelle: Beeskow

Nettelbeck. Wäre nicht die kleine Tafel, man würde die Grabanlage wohl übersehen. Ein Haufen schön geschichteter Steine – mehr scheint da im Garten des Nettelbecker Gemeindehauses nicht zu liegen.

Wie Ortsvorsteher Wolfgang Hampe erklärt, wurde die Grabanlage 1979 entdeckt. Sie stammt aus der selben Zeit, wie das Seddiner Königsgrab. „Die Steine wurden genauso wieder zusammengefügt, wie sie im Wackelberg gefunden wurden.“

Auf dem Südosthang des bewaldeten Wackelberges erfolgten 1979 Ausgrabungen. Die neue Autobahn zwischen Berlin und Hamburg sollte gebaut werden. Die KAP Putlitz (Kooperative Abteilung Pflanzenwesen) stellte für den Bodenaushub sogar einen Greifbagger zur Verfügung. Freigelegt und untersucht wurden ein Steinkranz und acht steinerne Grabhügel. Ein Teil des Steinkranzes und ein Grabhügel wurden auf dem Gelände ehemaligen Schulgebäudes, das heute von der Gemeinde für Veranstaltungen genutzt wird, wieder errichtet. Archäologen datieren den Grabhügel in die Zeit um 800 vor Christus.

Verwandtschaftliche Beziehungen vermutet

Es ist damit zeitgleich mit dem Seddiner Königsgrab entstanden. Archäologen sprechen von der jüngeren Bronzezeit.

Doch damit hören die Gemeinsamkeiten beinahe auch schon auf. Denn das Königsgrab weist wahrlich königliche Ausmaße auf: Der Grabhügel war zehn Meter hoch und erstreckt sich im Durchmesser über 64 Meter. Das Königsgrab ist begehbar. In der Grabkammer, an deren Wänden sich auch eine Bemalung bestand, wurden drei Urnen gefunden, die die Brandbestattungen wahrscheinlich des Königs und seiner beiden Frauen enthielten. Das Hügelgrab aus dem Wackelberg, der nördlich von Nettelbeck liegt, nimmt sich dagegen bescheiden aus. Es ist lediglich einen Meter hoch und der Durchmesser etwas über einen Meter. Es besteht eine kleine Öffnung, in der sich der Leichenbrand einer Person, vielleicht auch zweier befand.

Obwohl sich die Grabstelle nicht mit der des Seddiner Königs messen kann, so handelte sich doch keineswegs um ein Armengrab. Auch die am Wackelberg bestatteten Personen dürften in der bronzezeitlichen Gemeinschaft eine „bevorrechtete“ Stellung eingenommen haben, wie es auf der Hinweistafel heißt. Zwischen den Siedlungsgruppen am Wackelberg und bei Seddin dürften verwandschaftliche Beziehungen oder zumindest ein Austausch bestanden haben. Denn ungeachtet der unterschiedlichen Dimension legen die durchaus vergleichbaren Grabanlagen diesen Schluss zu.

Von Michael Beeskow

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