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Brüsenhagen setzt auf Literatur

Preisträgerin liest aus ihren Texten Brüsenhagen setzt auf Literatur

Seit 2007 schreiben Rouven Obst und Gregor Ohlerich regelmäßig einmal im Jahr den „Literaturpreis Nordost“ aus. Die beiden Experten betreiben unter anderem in Brüsenhagen (Gemeinde Gumtow) ein Lektorenbüro. Gut 100 Autoren bewarben sich bei der jüngsten Auflage des Wettbewerbs mit Kurzgeschichten.

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Die Ruhe zum Arbeiten ist Jutta Siebert sehr willkommen.

Quelle: Alexander Beckmann

Brüsenhagen. Für Jutta Siebert ist die Sache ziemlich klar: Zeitmaschinen sehen ein bisschen aus wie Toilettenbecken. Und wenn man sie einschaltet, riecht es nach gebratenen Zwiebeln. Genau so beschreibt die 49-Jährige es in ihrer Geschichte „Rosige Zukunft“, mit der sie im vergangenen Jahr den „9. Literaturpreis Nordost“ gewann.

Seit 2007 schreiben Rouven Obst und Gregor Ohlerich den Preis regelmäßig einmal im Jahr aus. Literatur ist ihr Beruf: Die beiden Experten betreiben unter anderem in Brüsenhagen (Gemeinde Gumtow) ein Lektorenbüro – das heißt, sie beraten Autoren, bearbeiten Texte, erstellen Gutachten. Und mit ihrem Literaturpreis ziehen sie inzwischen richtig weite Kreise. Gut 100 Autoren bewarben sich bei der jüngsten Auflage mit Kurzgeschichten.

Das Motto lautete: „Zeitmaschine Zukunft“

Zu Genre und Thema hatten die Initiatoren klare Vorgaben gemacht: Science Fiction sollte es diesmal sein. Motto: „Zeitmaschine Zukunft“. Nach den Märchen 2013 und der Fantasy 2014 ging es im Wettbewerb also schon zum dritten Mal recht fantastisch zu. „Es hat sich einfach so ergeben“, entschuldigt Rouven Obst. „Mein Kollege und ich, wir setzen uns immer hin und knobeln was aus.“ Schließlich sei es auch schon um Lyrik oder Krimis gegangen.

Science Fiction traf aber auf jeden Falls exakt den Nerv von Jutta Siebert. Die Autorin aus der Nähe von Hamburg sieht sich selbst als Fan des Genres. „Die Geschichte hat quasi auf den Wettbewerb gewartet.“ Schon einige Monate vor der Ausschreibung habe sie im Schubfach gelegen. Auch für Rouven Obst brachte der eingereichte Text das Thema auf den Punkt: „Das war die Einsendung, bei der ich richtig gelacht habe. Und da dachte ich: Die wird es wohl werden.“

14-tägiger Schreibaufenthalt in Brüsenhagen

Natürlich gibt es bei dem Wettbewerb auch regelmäßig etwas zu gewinnen. Jutta Siebert arbeitet ihren 1. Preis dieser Tage sozusagen ab: bei einem 14-tägigen Schreibaufenthalt in Brüsenhagen – Vollpension inklusive. Und sie freut sich riesig: „Ich wollte schon länger mal zwei Wochen irgendwo hinfahren, um einfach nur zu schreiben. Der Preis kam wie gerufen.“

Normalerweise muss sich das Schreiben irgendwo neben der Arbeit als Logopädin und der Familie ins Leben von Jutta Siebert einordnen. Doch davon lassen will sie nicht. „Ich hab meiner Tochter, als sie klein war, immer Geschichten erzählt. Und als sie die dann nicht mehr hören wollte, waren sie immer noch da. Das Schreiben hat mich quasi befallen.“

Die Ruhe in Brüsenhagen sei ideal für so eine Leidenschaft: „Hier klingelt kein Telefon, hier muss keine Wasche gewaschen werden, keiner will was von mir.“ Die Auszeit habe sie für die Arbeit an ihrem ersten Roman genutzt. „Jetzt geht’s damit auf die Zielgerade zu. Ich bin gut vorangekommen.“

Neuer Preis soll ausgeschrieben werden

Genau so haben Rouven Obst und Gregor Ohlerich sich das vorgestellt. „Unser Preis soll Impulse geben“, sagt Obst. Einige Male sei das schon gelungen. So habe die 2013er Preisträgerin Elisabeth Denis inzwischen einen renommierten Verlag für ihre Bücher gefunden. Auch sie hatte ihren Aufenthalt in Brüsenhagen intensiv für die Arbeit genutzt. Rouven Obst ist stolz: „Es freut mich sehr, dass das jetzt so einen Erfolg hat.“ Im Sommer wird er gemeinsam mit seinem Kollegen den „10. Literaturpreis Nordost“ ausschreiben.

Zuvor wird die diesjährige Preisträgerin Jutta Siebert aber einige ihrer Texte öffentlich vorstellen: am Sonnabend ab 14.30 Uhr im Brüsenhagener Kirchturm. Neben „Rosige Zukunft“ will sie dabei weitere unterhaltsame und ernste Geschichten lesen. Im Anschluss gibt es Kaffee und Kuchen und Gelegenheit zum Gespräch. Der Eintritt ist frei. Eventuelle Spenden kommen dem Kirchturm zugute.

Von Alexander Beckmann

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