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Prignitz Brunnenwasser erheblich mit Nitrat belastet
Lokales Prignitz Brunnenwasser erheblich mit Nitrat belastet
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16:02 01.08.2016
Harald Gülzow berät eine Brunnenbesitzerin in Perleberg. Quelle: Privat
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Prignitz

Viel zu hohe Nitratwerte im hat der bundesweit agierende Vereins VSR-Gewässerschutz bei Brunnenwasserproben in der Prignitz festgestellt. Das Wasser war während der Infoveranstaltung am 1. Juni in Perleberg abgegeben wurden. In jeder siebten untersuchten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Insgesamt wurde Wasser aus 54 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Pritz­walk, Perleberg und Wittenberge analysiert, teilte Harald Gülzow mit, Sprecher des Vereins mit Sitz in Geldern.

Zahlreiche stark belastete Brunnen

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei den Untersuchungen 133 Milligramm Nitrat pro Liter einer Probe aus einem privaten Brunnen in Schmolde (Meyenburg). Weitere mit Nitraten stark belastete Brunnen stellten die Umweltschützer in Perleberg mit 72 Milligramm pro Liter (mg/l), in Neuhausen (Ortsteil von Berge) mit 110 mg/l, in Karstädt mit 119 mg/l, in Laaslich (Karstädt) mit 70 mg/l und in Wootz-Kietz (Lenzen) mit 114 mg/l fest. Dieses Wasser ist nicht mehr zum Trinken geeignet.

Wird derart belastetes Wasser zum Befüllen eines Fischteichs genutzt, besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Diese können beim Absterben zum Fischsterben führen. Beim Bewässern mit nitratbelastetem Grundwasser muss man bei der Düngung bedenken, dass es durch das Gießwasser zu einer zusätzlichen Nitratzufuhr kommt. Nur wenn man diese in seine Berechnung für die Düngermenge einbezieht, kann eine unnötige Nitratanreicherung verhindern werden.

Krebserregende Stoffe

Eine hohe Nitratbelastung ist die Folge von Überdüngung der landwirtschaftlichen Böden. Nitrate werden ausgewaschen und gelangen so ins Grundwasser. Über Obst und Gemüse nimmt der Mensch diese Stoffe auf. Ein großer Teil wird ausgeschieden. Was zurückbleibt, kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Die Ursache dafür liegt in der möglichen Reduktion des Nitrats zu Nitrit und der Bildung von krebserregenden Nitrosaminen.

Die gemessenen, viel zu hohen Nitratkonzentrationen zeigen einen Handlungsbedarf in der Landwirtschaft, so das Fazit des VSR-Gewässerschutz. Das so belastete Grundwasser hält auch nicht die EU-Nitratrichtlinie ein. Die Bundesregierung sehe sich bisher aufgrund des Drucks von Seiten der landwirtschaftlichen Lobby nicht in der Lage, in den Betrieben geringere Stickstoffüberschüsse durchzusetzen, so Harald Gülzow. Der VSR-Gewässerschutz möchte mit seinen Messungen dazu beitragen, dass die Notwendigkeit einer Änderung der Düngerausbringung akzeptiert wird.

Bürger, die den Termin am Labormobil verpasst haben, können ihr Brunnenwasser dem Verein auch mit der Post zuschicken.

Service: Informationen dazu gibt es auf www.VSR-Gewaesserschutz.de. Näheres zur Nitratbelastung unter anderem auf www.umweltbundesamt.de.

Von Beate Vogel

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