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Prignitz Abschied nach 24 Jahren
Lokales Prignitz Abschied nach 24 Jahren
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08:10 28.03.2014
Dietrich Gappa, Bürgermeister von Bad Wilsnack. Quelle: Michael Beeskow
Bad Wilsnack

Dietrich Gappa ist total fit und er wirkt auch in keiner Weise amtsmüde. Daher wird er von den Bad Wilsnackern dieser Tage regelmäßig gefragt, warum er als Bürgermeister nicht weitermachen will.

"Die Begeisterung für das Amt ist noch da", bekennt Dietrich Gappa, was man ihm unumwunden abnimmt. "Aber nach 24 Jahren ist es Zeit für einen Generationswechsel." Der Bürgermeister sagt das ohne ein Vibrieren in der Stimme, als stelle er das Ergebnis einer sachlichen und nüchternen Überlegung vor. Dazu passt auch der Nachsatz: "Ich will keinen Rekord aufstellen." Etwa als über 80-Jähriger mit 30 Dienstjahren glänzen.

Sachlich und nüchtern ist Dietrich Gappa immer gewesen und geblieben. Von glänzenden Vorstellungen hat er sich nicht blenden lassen. "Über wichtige Dinge habe ich dreimal geschlafen", plaudert er über seine Dienstführung. Manchmal auch noch länger. Bad Wilsnack hätte das Thermalbad, eines der heutigen Aushängeschilder, ein Dreivierteljahr eher haben können, berichtet er. Als Heinz Steinhart mit dem Hubschrauber in die Kurstadt einflog und seine Badpläne vorstellte, blieb der Bürgermeister sachlich und nüchtern. Er ist damals viel gereist, hat sich Bäder angesehen, die gut funktionierten, aber auch welche, die nicht so gut liefen. Ist es realistisch, dass täglich mindestens 500 Gäste kommen? Gibt dies der Einzugskreis her? Sicher einen Vorteil bietet die nahe Bahnstation für Gäste aus Berlin.

Dietrich Gappa ist froh, dass sich die ursprünglichen Pläne für ein Spaßbad - ähnlich wie in Wittenberge - zerschlagen haben. Die Kristall Kur- und Gradiertherme floriert. Täglich 1000 Besucher, fast 200 kommen mit der Bahn. Dennoch bricht Dietrich Gappa in seiner typischen Art nicht in Lobeshymnen aus. "Wir sind gut mit Heinz Steinhart gefahren." Diese etwas nüchterne Feststellung ist für Dietrich Gappa zugleich das höchste Lob, zu dem er sich hinreißen lässt.

Die Stadt ist Eigentümer der Therme; nach 15 Jahren läuft 2016 der Pachtvertrag mit Heinz Steinhart aus. Wenn Stadtverordnete äußern, die Stadt sollte sich der florierenden Therme bemächtigen, bleibt Dietrich Gappa skeptisch. Er würde es lieber sehen, wenn Heinz Steinhart von seinem Vorverkaufsrecht Gebrauch machen würde.

Die Verwaltung kann noch so gute Mitarbeiter haben, aber sie wird die Therme nicht wie in der freien Wirtschaft führen können, zu viele Vorschriften sind einzuhalten. "Von einer gut gehenden Therme hat die Stadt den größten Nutzen", ist Dietrich Gappa überzeugt. Hoteliers aber auch andere Geschäftsleute meinen, ohne die Therme hätten sie ihre Kredite nicht so schnell tilgen können.

Die Entwicklung der Stadt hängt für den Bürgermeister nicht allein an der Therme. Zusammen mit der KMG-Klinik bildet sie den Gesundheitsbereich. Ein anderes Standbein der wirtschaftlichen Entwicklung sind für ihn die Handwerker- und Gewerbetreibende sowie der Tourismus einschließlich der Wunderblutkirche. Als es kürzlich um die Einsetzung eines Kulturmanagers für die Kirche ging, bewies der Bürgermeister, dass er auch nein sagen kann.

Das Bürgermeisteramt lag eigentlich nicht in seiner Lebensplanung. Dietrich Gappa kommt aus der Wirtschaft, wobei er vor völligen Richtungswechseln nicht zurückschreckte. In den 70er Jahren machte er aus der 14-köpfigen PGH Gloria in Bad Wilsnack ein 125 Mann großes Unternehmen. Bei Cleo Schreibgeräte war er Technischer Direktor und Betriebsleiter. Kurz vor der Wende stieg er aus und gründete einen Ein-Mann-Betrieb. Dietrich Gappa entwickelte elektrische Antriebe für Kirchenglocken. Nach der Wende, als das Geschäft brummte, stieg er wieder aus, weil das Bürgermeisteramt ihm mehr am Herzen lag. Am 23.Mai 1990 - noch zu DDR-Zeiten - war der CDU-Kandidat in der menschenvollen Wunderblutkirche erstmals gewählt worden.

"Ich gehe aus einem geordneten Haus", sagt Dietrich Gappa. Mit den Mitarbeitern im Rathaus habe er gerne zusammengearbeitet. Weiter machen möchte er jedoch als Stadtverordneter und Kreistagsmitglied.

Von Michael Beeskow

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