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Prignitz Bürgermeister-Enkelin schenkt Dokumente
Lokales Prignitz Bürgermeister-Enkelin schenkt Dokumente
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02:18 27.09.2015
Zahlreiche historische Akten aus dem Besitz des einstigen Pritzwalker Bürgermeisters Richard Ebert erhielt das Stadtarchiv. Quelle: Andreas König
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Pritzwalk

Diesen Schatz sollte man nur mit Schutzhandschuhen berühren. Eine Tasche mit Originaldokumenten aus dem Besitz von Sabine Kern-Szamatalski gehört seit Donnerstag offiziell der Stadt Pritzwalk. Damit kommen sie sozusagen nach über 81 Jahren nach Hause, denn sie gehörten einst Richard Ebert, dem früheren Bürgermeister von Pritzwalk.

Die Berlinerin Sabine Kern-Szamatalski war sechs Jahre alt, als Richard Ebert starb. Sie hat ihn als stattlichen, großgewachsenen Mann im Gedächtnis, aber viel tiefer reichen die Erinnerungen nicht. Richard Ebert hatte ihre Großmutter in zweiter Ehe geheiratet, sodass die Vorgeschichte und die Pritzwalker Zeit im kollektiven Gedächtnis der Familie kaum vorkamen.

In Pritzwalk wiederum war zwar die Person Ebert gut bekannt, aber vieles aus seiner Amtszeit lag im Dunkeln der Geschichte. Dass Ebert aus dem westpreußischen Thorn stammte, war noch bekannt, dass er die Stadt von 1920 bis 1932 regierte, ebenso, aber sehr viel mehr Dokumente konnte das Stadtarchiv zu diesem doch relativ lange amtierenden Vorgänger von Wolfgang Brockmann nicht herausfinden. Bis jetzt, denn was Kern-Szamatalski zu ihrem 70. Geburtstag von ihrem Bruder geschenkt bekam, bezeichnen sowohl Bürgermeister Wolfgang Brockmann als auch Museumsleiterin Katja Rosenbaum und Wolfgang Simons, Vorsitzender der Gesellschaft für Heimatgeschichte, als „kleinen Schatz“. In den Unterlagen aus Richard Eberts Besitz finden sich sein Abiturzeugnis, diverse Arbeitszeugnisse und sein Lebenslauf, mit dem er sich 1920 bei der Stadt Pritzwalk bewarb. Ebert hatte Bürgermeistererfahrung. Zuvor war er bereits Bürgermeister in Neukölln, das damals noch selbstständige preußische Stadt war, und im westpreußischen Regenwalde.

Sabine Kern-Szamatalski (l.) mit dem Ehepaar Schweitzer. Quelle: Andreas König

Doch der Verdienst war nicht auskömmlich und Eberts Bewerbung für das damals aufblühende Pritzwalk „pekuniärer Natur“. Er setzte sich gegen mehr als 100 Bewerber durch und lenkte die Geschicke der Stadt in schwieriger Zeit. Der Erste Weltkrieg war gerade verloren, Arbeiter- und Soldatenräte hatten kurzzeitig regiert, es folgten Reparationsleistungen und die Weltwirtschaftskrise. Dennoch geschah viel Prägendes in Eberts Amtszeit: Das Bahnhofsviertel entwickelte sich und überall herrschte reges Baugeschehen. Zur Wiederwahl stellte sich Ebert 1932 nicht mehr. Sein Scheiden aus dem Amt war noch von heftigen Diskussionen begleitet, weil er – weisungsgemäß – das sogenannte Bürgergeld auf das Fünffache erhöht hatte, um den Stadthaushalt zu sanieren. „Die Dokumente füllen eine große Lücke in der Stadtgeschichte, müssen jedoch noch aufgearbeitet werden“, sagte Bürgermeister Brockmann.

Begleitet wurde die Berlinerin von Winfried Schweitzer und seiner Frau. Erst kürzlich hatten sich die langjährigen Bekannten darüber ausgetauscht, dass auch Winfried Schweitzer Prignitzer Wurzeln hat. Sein Urgroßvater, ein Angehöriger der Familie Karping, war einst Schulze, also Dorfbürgermeister in Wilmersdorf. Schweitzers begleiteten Sabine Kern-Szamatalski bei ihrer Reise in die Vergangenheit.

Von Andreas König

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