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Prignitz Bürgermeister befürchtet Totalabriss
Lokales Prignitz Bürgermeister befürchtet Totalabriss
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02:17 17.01.2016
Oberhalb des Wehrs versandet die Stepenitz. Quelle: Fischer
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Putlitz

Nach wie vor ist die Zukunft des Putlitzer Mühlenwehres ungewiss. Gespannt sind die Bürger der Stadt, wann es zum nächsten „Sachgespräch“ von Behörden und Putlitzern kommt, wie es auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung angekündigt wurde.

Seit Jahren beschäftigen sich das Landesumweltamt, die Kreisumweltbehörde und die Putlitz-Berger Amtsverwaltung mit dem Thema. Seit Jahren erregt es die Gemüter der Putlitzer, dass die Wehrklappe in der Stepenitz auf Betreiben des Landesanglerverbands abgesenkt wurde. In der Folge verlandete der Mühlenteich, der Mühlenkanal mit Stromturbine ist ohne Wasser.

Das Landesumweltamt will die EU-Wasserrichtlinie umsetzen und Fischen in Flüssen durchgängig ermöglichen, in ihre Laichgebiete aufsteigen zu können. Eine Wiederherstellung der alten Stauhöhe, wie es Putlitzer fordern, wird abgelehnt. In einem Schreiben des Landesamtes vom Juli 2015 heißt es: „Rechtlich, wasserwirtschaftlich und haushaltsrechtlich ist die Wiederherstellung der alten Stauhöhe von 1,80 bis 2,20 Meter mit einer Beschickung der Wasserkraftanlage und dem Bau einer neuen Fischaufstiegsanlage mit öffentlichen Finanzmitteln nicht möglich.“

Als Kompromissvariante zum bevorzugten kompletten Wehrabriss wird nun der Umbau der Anlage zu einer kiesigen Sohlgleite angeboten. Dann könnte der jetzige Wasserstand beibehalten werden. Wie Jens Thormann vom Landesumweltamt den Stadtverordneten sagte, sei dies nicht die kostengünstigste, aber eine mögliche Variante.

Bürgermeister Bernd Dannemann bezeichnet die Informationen vom Landesamt gegenüber der MAZ als „verwaschen“. Nicht zu verstehen sei, dass das Wehr 1992 erneuert wurde, um dem Hochwasserschutz zu genügen, und es jetzt angeblich für diesen Zweck keine Bedeutung mehr haben soll. „Ich habe den Eindruck, dass der komplette Rückbau bereits beschlossene Sache ist und die Interessen der Bürger, die schon lange an der Stepenitz leben, kaum noch eine Rolle spielen.“ Man habe durchblicken lassen, dass die Stadt die alte Stauhöhe allenfalls wieder erreichen könnte, wenn sie die Wehranlage auf eigene Kosten im Rahmen eines Umbaus mit Fischaufstiegstreppe ausstattet. „Jeder weiß, dass das bei unserem Kassenstand nicht zu packen ist“, sagte Bürgermeister Dannemann. Schließlich müsse die Stadt immer noch den Kredit für den Wehrumbau 1992 bedienen, zum dem sie damals vom Land genötigt wurde.

Von Ulrich Fischer

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