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Büro im Stil „Eiche rustikal“

Gumtow Büro im Stil „Eiche rustikal“

Gumtows Bürgermeister Stefan Freimark arbeitet in einem Büro mit ungewöhnlicher Einrichtung. Keine klassischen Büromöbel sondern rustikale Wohnzimmermöbel bestimmen den Stil des Amtschefs. Innerhalb der Serie „MAZ-Zimmerservice“ schauten wir uns in der Amtsstube um.

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Gumtows Bürgermeister Stefan Freimark an seinem Schreibtisch mit höhenverstellbaren Füßen.

Quelle: Fotos Anja Schael

Gumtow. Auch wenn das Gumtower Bürgermeisterzimmer auf den ersten Blick wie ein „Wohnzimmer in Eiche rustikal“ wirkt, deutet der Schreibtisch unmissverständlich auf die eigentliche Funktion des Raumes hin. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Schreibtisch mit diversen Akten- und Ablagestapeln bepackt ist. Als beinahe einziges modernes Gebrauchsmöbelstück sticht der Schreibtisch zudem aus der heimeligen Wohnzimmeratmosphäre heraus.

„Es gibt sicherlich schönere Büros. Ich habe hier auch keine klassischen Büromöbel, sondern eher eine Schrankwand“, sagt Bürgermeister Stefan Freimark dazu. Bis auf den Schreibtisch wurden alle Möbel vom Amtsvorgänger übernommen. Der vorige Schreibtisch allerdings wäre für den Bürgermeister zu klein gewesen, an dem konnte er nicht sitzen. Deshalb steht nun ein Schreibtisch mit höhenverstellbaren Füßen im Büro, im Maximum ausgefahren. Natürlich hätte der Gumtower Rathauschef auch gerne einen höhenverstellbaren Schreibtisch wie seine Kyritzer Bürgermeister-Kollegin Nora Görke gehabt. Aber damals sei die Technik noch sehr viel teurer gewesen. „Zudem hätte es keinen guten Eindruck gemacht, wenn ich als erste Amtshandlung einen Schreibtisch für viel Geld gekauft hätte“, sagt Freimark.

Eins ist mal klar

Eins ist mal klar: Diesen Beratungstisch kriegt man so schnell nicht kaputt.

Quelle: Anja Schael

Dennoch kann sich auch Freimark den Luxus leisten, im Stehen zu arbeiten. Nämlich an einem zum Schreibtisch passenden Stehtisch, der damals gleich mit angeschafft wurde. Obwohl dieser etwas verloren wirkt, wird er wohl regelmäßig genutzt: „Dort sehe ich die Post durch und lese Fachbücher.“

Fachbücher finden sich auch eine ganze Menge im Büro: Kommunalrecht, Verwaltungsrecht, aber auch juristische Wälzer. Es gebe immer wieder Situationen „mit komplexen juristischen Sachverhalten und vielen verschiedenen Aspekten“, das könne man sich nicht alles merken. Aus diesem Grund könnte gern noch mehr Stauraum für noch mehr Bücher vorhanden sein.

Auch wenn es der Schrankwand nicht anzusehen ist: Sie platzt beinahe aus allen Nähten. Hinter jeder Tür sind Aktenordner verborgen. Selbst obenauf stehen sie in Reih und Glied. „Ich bin froh, dass ich diese Schrankwand habe, sonst wüsste ich nicht, wohin damit“, erzählt der Gemeindechef. Zusätzlich zu den Büchern und unzählig vielen Ordnern ist auch eine Sammelecke im Schrank untergebracht. Dort liegt unter anderem eine kleine grüne Gartenschaufel, mit einem weißen Stück Kabel dran. Ein Andenken an die Bürgerinitiative „Hochspannung tieflegen“, die sich vor einigen Jahren für den Bau von Erdkabeln statt oberirdischer Stromtrassen eingesetzt hatte.

Erinnerungsstücke aus der Amtszeit

Erinnerungsstücke aus der Amtszeit

Quelle: Anja Schael

Wie in einem richtigen Wohnzimmer steht auch im Amtsbüro eine Sofaecke nach althergebrachter Manier: Dreisitzer, Zweisitzer, Sessel und Beistelltisch, aber „vom modischen Stand nicht aktuell.“ Da die Sitzgarnitur aber keine weitere Funktion hätte, wurde sie in eine Pflanzenecke umgewandelt und der kleine Tisch mit allerlei Grünpflanzen dekoriert, die im Laufe der Jahre geschenkt wurden. Eine weitere, beeindruckend große Pflanze hat ihren Platz neben dem Stehtisch. Dabei handelt es sich um einen mannshohen und ausladenden Ficus, der inzwischen wohl zehn Jahre alt sei.

Auch wenn sich die Sofaecke wahrscheinlich hervorragend für gemütliche Arbeits- und Mittagspausen eignen würde, finden sich die Mitarbeiter zu den Pausen überwiegend im Versammlungsraum ein. Das sei vor allem dem Umstand geschuldet, dass man auf dem Land nicht einfach irgendwo hingehen kann, um sich etwas zu essen zu besorgen. Vielmehr sei man auf die Firmen angewiesen, die Catering anbieten und das Essen liefern. Gleichzeitig aber fördere dies aber den Gemeinschaftssinn, sonst würde „jeder für sich alleine im Zimmer sitzen.“ Dabei hat Stefan Freimark sogar die Auswahl, durch welche der beiden Türen er sein Büro verlassen möchte. Eine Tür führt direkt in den Flur, die andere über das Sekretariat nach draußen. Gedacht ist es allerdings schon so, dass „ich den Raum verlassen kann, ohne im Sekretariat zu stören.“

Beratungstisch mit Schmuckfliesen

Komplettiert wird die wohnliche Atmosphäre des Büros durch den schweren Tisch, ebenfalls Eiche rustikal mit Fliesen in der Tischplatte. Dort empfängt der Bürgermeister Kollegen und Mitarbeiter, aber auch kleinere Besuchergruppen. Auf dem Tisch steht noch weihnachtlich winterliche Dekoration, eine „kleine Arbeit der Kinder in der Gumtower Kita.“ Die Gumtower Kinder basteln aber nicht nur hin und wieder etwas für den Bürgermeister, sie kommen auch vorbei und besichtigen die Räume. Dabei staunten sie immer wieder über den großen Tresor in der Ecke. Aber entgegen den kindlichen Vorstellungen und Erwartungen sei dieser nicht voller Geld und so käme es regelmäßig zu enttäuschten Gesichtern.

Bilder und Gemälde gibt es keine. Lediglich eine Regionalkarte und Kalender zieren die Wände. Das liege einerseits daran, dass sein Vorgänger keinerlei Bilder an der Wand hatte, die übernommen werden konnten. Andererseits aber hätte Freimark „kein Bedürfnis, etwas hinzuhängen.“ Auch wenn die Gumtower Amtsverwaltung in einem flachen Zweckbau untergebracht ist und verglichen mit den historischen Rathäusern nicht „schmuck und schick“ sei, gäbe es dennoch einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Das Gebäude kommt ohne Treppen aus und ist somit behindertengerecht zugänglich. In Zeiten chronisch knapper Haushaltskassen sei es nicht zu unterschätzen, dass keine Fahrstühle nachgerüstet werden müssten.

Von Anja Schael

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