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Prignitz Bus soll nicht mehr am Hort halten
Lokales Prignitz Bus soll nicht mehr am Hort halten
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00:17 11.07.2016
Mit dem neuen Fahrplan sollen die Hortkinder nicht mehr an dieser Haltstelle am Schlossparkplatz aufgenommen werden. Quelle: Beate Vogel
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Gerdshagen/Meyenburg

Seit Monaten diskutieren Eltern, das Amt Meyenburg und Kreisverwaltung mit der neuen Nahverkehrsgesellschaft Prignitzbus über den Fahrplan, der ab dem 1. August in Kraft treten soll. Manches haben sie erreicht: Zum Beispiel, dass der Schulbus vor der Schule hält. Vor allem die Eltern der Knirpse, die im September eingeschult werden, sind jetzt aber wütend: Der Bus soll künftig am Nachmittag nicht mehr die Haltestelle Schlossparkplatz anfahren, um dort die 15 Fahrschüler aus dem Hort in der Kita „Eichhörnchen“ aufzunehmen.

Die Gemeindevertreter von Gerdshagen – in der Gemeinde sind Eltern betroffen – hatten dazu Amtsdirektor Matthias Habermann gebeten, beim Landkreis nachzufragen, ob man dies ändern könne. „Der Kreis hat uns mitgeteilt, dass der Hort nicht Bestandteil des Schülerverkehrs ist und daher auch nicht Teil des Nahverkehrsplanes.“ Es bestehe keine Beförderungspflicht für die Hortkinder. Betroffen sind davon Gemeinden im gesamten Amt. Gerdshagens Bürgermeister Robert Gemmel hält das für eine Zumutung: „Die Kinder könnten den Hort dann ja gar nicht nutzen.“

Zwei Notlösungen erdacht

In der Not hatten sich Amt, Kita und Grundschule verständigt und eine Lösung erdacht: „Die Betreuung der Buskinder könnte in der Schule erfolgen, dann müsste eine Hortnerin mit in die Schule gehen“, erklärte Habermann. Die andere Variante wäre, dass die Knirpse bis zu den Herbstferien von einer Horterzieherin zur Bushaltestelle begleitet, damit sie den Weg kennenlernen, und sie später allein zum Bus gehen sollen. Der neue Fahrplan sieht für nachmittags nämlich einen Halt vor dem Hotel Germania am Wilhelmsplatz vor. Keiner der Gerdshagener wollte sich ausmalen, wie das in der Praxis aussehen würde, wenn die Erstklässler mit ihren schweren Mappen bei jeder Witterung allein durch den Schlosspark zum Germania laufen, wo es nicht einmal eine überdachte Haltestelle gibt.

Anke Tonn, Teamleiterin im Hort, der vor einem Jahr in neue Räume ins Dachgeschoss der Kita „Eichhörnchen“ gezogen war, findet die Situation unverantwortlich. „Das ist eine Riesenverantwortung, wir haben die Kinder nicht unter Kontrolle.“ Das wäre aber am Schlossparkplatz der Fall, wo die Bushaltstelle direkt neben der Kita liegt. Das nett gemeinte Angebot der Schule, die Kinder in einem Raum dort zu betreuen, sei aufgrund der personellen Situation schwer umzusetzen: „Wir haben 62 Hortkinder, im nächsten Schuljahr sind es 65.“ Vier Erzieherinnen stehen zur Verfügung. Wenn eine immer mit zur Schule gehen würde, um dort die Fahrkinder zu betreuen, könnten die Hortangebote nicht wie bisher geleistet werden. „Wir haben ja auch einen Bildungsauftrag und wollen die elementaren Grundsätze umsetzen“, sagt die Teamleiterin. Sie kann es gut verstehen, dass die Eltern empört sind. „Es ist nicht zu verantworten, die Kinder allein loszuschicken“, betont Anke Tonn noch einmal.

Kreis muss nur Schulkinder befördern

Ende Juni haben sich die Eltern der Einschüler zur regulären Elternversammlung in der Grundschule getroffen, vergangene Woche hatte der Hort eingeladen. Die Eltern wollen jetzt eine Unterschriftensammlung starten und einen Brief an den Landkreis schreiben, erzählt Simone Bohn, die in Halenbeck wohnt. Ihre Tochter wird im September in Meyenburg eingeschult. „Sogar Eltern, die es gar nicht betrifft, wollen uns unterstützen“, sagt Simone Bohn. Das Angebot, dass der Hort die Kinder bis zu den Herbstferien zum Germania begleitet, sieht sie skeptisch. „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Kinder bei Wind Wetter im Freien stehen müssen.“ Jetzt überlegt sie, ob sie den Hortplatz kündigen soll – obwohl sie das gar nicht will. „Man könnte doch den Haltepunkt Germania weglassen und statt dessen den Schlossparkplatz anfahren“, so ihre Idee.

Edelgard Schimko, Leiterin des Geschäftsbereichs II beim Landkreis, gefällt die Situation in Meyenburg auch nicht. „Wir müssen die gesetzliche Pflicht erfüllen“, erklärt sie. Nach der Schülerbeförderungssatzung sei dies eben die Beförderung der Schulkinder. „Hort und Kita fallen nicht darunter“, so Edelgard Schimko. Sie hat diese Woche ein Schreiben aus Meyenburg erhalten, in dem das Problem geschildert wird. „Wir gucken uns den Fall noch einmal an“, sagt sie. „Ich kann aber nichts versprechen.“ Der Nahverkehr müsse im Rahmen der Ausschreibung bleiben, und über Einzelheiten im Fahrplan müsse man sich mit Prignitzbus austauschen.

Relativ hohe Kostensteigerung

Da der Kreis kein eigenes Busunternehmen hatte – oder Anteile von mindestens 50 Prozent – musste er laut Edelgard Schimko die Leistung ausschreiben. Die Verkehrsgesellschaft Prignitz ist ein Managementunternehmen und bietet keine Verkehrsleistungen an. Seit 2014 müssen im Land Ausschreibungen nach dem Tarifvertrag TV-N ausgeschrieben werden. „Dadurch haben wir eine relativ hohe Kostensteigerung.“ Ohnehin habe der Kreis eine Grenze für den Nahverkehr gezogen: Die liegt laut Schimko bei 6 Millionen Euro im Jahr. „Nahverkehr ist nicht rentierlich“, sagt sie. Mit dem neuen Nahverkehrsplan sei das Kilometeraufkommen etwa wie zuvor: „Aber wir haben mehr Zugverbindungen.“ Sieben Hauptachsen wurden auf den Stundentakt verdichtet, so Edelgard Schimko. Rund 3,4 bis 3,5 Millionen Fahrkilometer legen Busse und Bahnen in der Prignitz jährlich zurück.

Der Kreis Ostprignitz-Ruppin hat eine eigene Busgesellschaft. Zum Glück für die Schulkinder, die aus dem sechs Kilometer entfernten Freyenstein kommen: Die werden täglich von einem OPR-Bus am Schloss abgeholt.

Von Beate Vogel

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