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CJD in der Prignitz blickt auf 25 Jahre zurück

Mit der Arbeit am Menschen etabliert CJD in der Prignitz blickt auf 25 Jahre zurück

Das CJD in der Prignitz begeht in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Was an drei Standorten begann, wird heute im gesamten Landkreis angeboten: betreutes Wohnen, berufliche Bildung, Förderung behinderter Kinder und Jugendlicher sowie die Betreuung von Menschen mit Autismus. Bereichsleiter Jörg Stricker blickt zurück.

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In der Christophorusschule in Hoppenrade werden Kinder mit geistiger Behinderung betreut.

Quelle: Matthias Anke

Groß Woltersdorf. Der Dienst am Menschen bestimmt die Arbeit beim Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) in der Prignitz. Das kann sehr fordernd sein: Denn in seinen Einrichtungen in Giesensdorf, Pritzwalk, Bad Wilsnack, Perleberg, Seefeld, Groß Woltersdorf und Hoppenrade betreuen die Mitarbeiterinnen jugendliche und erwachsene Menschen mit geistigen Behinderungen und mit Autismus. Inzwischen sind die Mitarbeiter seit 25 Jahren im Landkreis tätig. Sie haben sich und ihre Angebote in dem Vierteljahrhundert weiterentwickelt, berichtete Jörg Stricker, Bereichsleiter für Wohnen und Betreuen und Schulische Bildung. Er gab einen kleinen Rückblick auf die Geschichte des Trägers.

Stricker hatte Landrat Torsten Uhe und Groß Pankows Bürgermeister Thomas Brandt in die Wohnstätte für Menschen mit Autismus in Groß Woltersdorf eingeladen. Hier leben elf autistische Menschen, die teils eine intensive Betreuung benötigen, teils recht selbstständig sind. 17 Mitarbeiter auf elf Personalstellen stehen ihnen zur Seite. Ohne die Bewohner groß zu stören, durchstreiften die Gäste das Haus. Anne Krämer, zuständig für den Förder- und Beschäftigungsbereich, erklärte die Tagesstruktur: „Jeder hat hier eine Ecke und seinen eigenen Bereich mit den Aufgaben.“ In den Kleinstgruppen bieten die Betreuer Kommunikationstraining an und schulen soziale Kompetenzen.

Start an drei Standorten

Fast jeden Tag geht es an die frische Luft – ein wichtiger Teil des Tagesplanes, an den sich alle halten. Die Bewohner kochen selbst, nur am Wochenende kommt das Essen aus der benachbarten Gaststätte „Zur Hexe“, berichtete die Betreuerin. Bürgermeister Brandt bekräftigte seine Hochachtung vor den Mitarbeitern in der Wohnstätte. „Die Arbeit lebt vom Erfahrungsschatz unserer Kollegen“, erklärte Jörg Stricker. Denn jeder Klient benötigt eine komplett individuelle Betreuung, jeder hat andere Fähigkeiten und Bedürfnisse. Auch mit Krisen müssen die Kollegen umgehen können – etwa wenn eine Störung im Ablauf einen Bewohner aus der Bahn wirft. Supervision und Deeskalationsmanagement seien selbstverständlich.

An drei Standorten startete das CJD 1991 in der Prignitz, erinnerte Bereichsleiter Stricker. „Mit beruflicher Bildung in Perleberg waren wir damals ein großer Maßnahmenträger im Bereich der Renaturierung.“ In Birkholz bei Karstädt wurden geistig behinderte Kinder betreut und in Hoppenrade, das das CJD 1992 vom Landkreis Prignitz übernahm, gibt es die Christophorusschule für Kinder und junge Erwachsene mit geistiger Behinderung.

18 stationäre Autismusplätze

Jörg Stricker hat seine berufliche Laufbahn in Hoppenrade begonnen. Im Laufe der 90er Jahre erweiterte das CJD seine Angebote in der Prignitz in der Behindertenhilfe. Es entstanden eine Außenwohngruppe in Perleberg und eine Kindereinrichtung in Bad Wilsnack. „Ende der 90er Jahre begannen wir mit dem ambulant betreuten Wohnen in Pritzwalk.“ Zu dieser Zeit sei es schwer gewesen, Menschen unterzubringen, die nicht ins System passten, blickt Stricker zurück. „Aber wir hatten uns den Ruf erarbeitet, dass wir nicht immer gleich Nein sagen.“ Der Fall eines 16-jährigen Autisten, der verhaltensauffällig war, war der Auslöser für die inzwischen etablierten Wohneinrichtungen für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen. „Wir brauchten Mitarbeiter, die Nerven wie Stahlseile haben und ein riesiges Einfühlungsvermögen.“

Die Wohnstätte in Giesensdorf, in die alle Bewohner aus Birkholz zogen, wurde 2000 eröffnet. Ein Kontakt nach Hitzacker, wo in den 80er Jahren Deutschlands erste Wohnstätte für Autisten eröffnet wurde, bestärkte die Prignitzer darin, dies ebenfalls anzubieten. Zunächst gab es vier Plätze in Beveringen, ab 2006 sieben in Seefeld, 2009 folgte das Wohnhaus in Stepenitz. 2013 schließlich konnte der Träger das Haus in Groß Woltersdorf eröffnen. „Heute haben wir 18 stationäre Autismusplätze“, so Jörg Sticker. Drei der Klienten sind aus der Prignitz, die anderen aus ganz Deutschland.

Inzwischen betreibt das CJD neben den Wohn- und Betreuungsangeboten für behinderte Menschen, der Christophorusschule in Hoppenrade, der berufliche Bildung in der Reetzer Straße in Perleberg und der Jugendhilfe auch die Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. „Da gibt es eine Gruppe in Perleberg“, so der Bereichsleiter.

Von Beate Vogel

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