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Champion im Taubenschlag

Zuchterfolg in Schmolde Champion im Taubenschlag

Hans-Georg Voß aus Schmolde hat einen Bundeschampion im Taubenschlag. Der Schmolder Kleintierzüchter kehrte mit preisgekrönten Vögeln von der 64. Deutschen Rassetaubenschau aus Leipzig zurück. Darunter sind zwei deutsche Meister. Gerechnet hat er mit diesen Erfolgen nicht.

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Zwei Deutsche Meister und ein Champion: Züchter Hans-Georg Voß mit seinen ausgezeichneten Berliner Kurzen, links die isabellfarbene Championtaube, die zwei Titel errang.

Quelle: Beate Vogel

Schmolde/Leipzig. Wie es sich anfühlt, eine der schönsten Tauben unter 31 000 Vögeln gezüchtet zu haben? Hans-Georg Voß wiegelt ab: „Ich habe ja überhaupt nicht damit gerechnet“, sagt er. Bei der 64. Deutschen Rassetaubenschau in Leipzig holte der Schmolder (Meyenburg) mit seinen Berliner Kurzen nicht nur zwei Deutsche Meister. Eine seiner Tauben, eine Berliner Kurze isabellfarbig (khakifahl), wurde von den Preisrichtern außerdem zum Champion gekürt. Damit zählt das Tier neben 13 anderen Tauben zu den schönsten im ganzen Land.

„Dieser Farbenschlag – isabellfarbig – war überhaupt erst dafür ausschlaggebend, dass ich angefangen habe zu züchten“, sagt Hans-Georg Voß. Das war vor sieben Jahren. Für einen Züchter ist das eine sehr kurze Zeitspanne. Voß habe einfach ganz viel Glück gehabt, sagt er: „Ich habe sehr gutes Zuchtmaterial bekommen.“ Was ihm an den zierlichen Berliner Kurzen so gefällt, ist ihre Friedfertigkeit. Andere, langschnäblige Rassen würden ihr Territorium vehement verteidigen.

So sieht ein echter Siegertyp aus

So sieht ein echter Siegertyp aus.

Quelle: Beate Vogel

„Aber die Berliner Kurzen hier sind, wenn sie sich paaren, so richtige Turteltauben.“ Und sie sind einfach hübsch anzusehen: große Kulleraugen, der sehr kurze Schnabel, die gewölbte Brust. Hans-Georg Voß findet, dass die Rasse zu den elegantesten gehört. „Das Idealbild haben sie, wenn die Flügelspitzen unter dem Schwanz liegen, der waagerecht steht, mit einer gewissen Bürzelausprägung.“ Zumal er mit den Berliner Kurzen mehrmals in den Wettkampf gehen kann: „Es sind ja noch Jungtauben, sie wachsen noch: Die Brust wird voller, die Rundungen perfekter.“

Ein Bewunderer seiner Zucht hat ihm gerade eine Postkarte aus Augsburg geschickt. „Ich kenne den Mann gar nicht, er muss die Tiere in Leipzig gesehen haben“, wundert sich der 54-Jährige.

Das Wochenende in Leipzig ist für den Züchter der Höhepunkt gewesen. „So etwas kann man kaum wiederholen.“ Bewertet wird für den Deutschen Meister immer eine Kollektion aus fünf Tieren. „Bei den Isabellen war es so, dass ich das beste Tier in der Kollektion hatte.“ Dieses ging in die Vorauswahl für die Champions.

Pokal und Ehrenbanner für den Schmolder Taubenzüchter

Pokal und Ehrenbanner für den Schmolder Taubenzüchter.

Quelle: Beate Vogel

Immer wieder bewertet ein neu zusammengesetztes Gremium „aus Spitzenleuten des VDT“ (Verband Deutscher Rassetaubenzüchter) die Tiere. Unter den letzten drei Tauben wird dann nochmals entschieden. „Und dann gibt es den Pokal“, erklärt Hans-Georg Voß.

Damit die Tiere so hübsch aussehen, werden sie vor der Schau mit Shampoo gewaschen. Danach kommen sie unters Rotlicht. „Dann legen sie ihre Federn und das Gefieder wird ganz glatt.“ Und wenn sie dann stehen und sich in der Gruppe präsentieren, haben sie den Betrachter auch schon erobert, ist Voß überzeugt. Der Besuch der Ausstellungen ist Stress für die Vögel, deshalb gönnt der Züchter ihnen danach gern etwas Ruhe. Er fährt nur zweimal im Jahr zu Ausstellungen. „Wichtig ist, dass sie gesund und vital sind“, sagt er.

Bei der 64. Deutsche Rassetaubenschau am Nikolauswochenende in Leipzig war mit dem Kleintierzuchtverein Meyenburg und Umgebung auch der Prignitzer Rassetaubenclub angereist. Der Meyenburger Fredi Rosenthal leitet beide als Vereinsvorsitzender. „Ich hatte selbst schon vor Jahren einmal einen Champion, das ist etwas ganz Besonderes“, freute er sich mit Hans-Georg Voß. Vor allem, wenn die Tiere auf einer Ausstellung gekürt werden, bei der rund 30 000 Tiere antreten. Beim Aufrufen der Champions sei die Spannung von Mal zu Mal gestiegen: „Und Hans-Georg Voß war wegen der guten Wertung einer der Letzten, die genannt wurden.“ Fredi Rosenthal selbst konnte diesmal einen Deutschen Meister mit nach Hause nehmen, er hatte seine Berliner Langlatschigen Tümmler ins Rennen geschickt. Als Aussteller ist er ein alter Hase: Seit 1969 fährt er mit seinen Tauben zur Bundesschau nach Leipzig. Aber der Erfolg von Hans-Georg Voß sei schon „eine Besonderheit“, sagt Rosenthal.

Rosenthal sei es auch gewesen, der Hans-Georg Voß vorgeschlagen habe, seine Tiere zu stiften: Bei der Taubenschau in Leipzig werden über eine Versteigerung regelmäßig Spenden für die Deutsche Kinderkrebsstiftung gesammelt. Zwei gelbstreifige Berliner Kurze – hoch prämierte Tiere aus der Ausstellung – haben dann einen Preis von 520 Euro erzielt. „Das ist im oberen Preisbereich“, freut sich Voß.

Von Beate Vogel

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