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Prignitz Chemieunfall in Frehne simuliert
Lokales Prignitz Chemieunfall in Frehne simuliert
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00:26 28.03.2018
Bereits am Freitagabend bargen die Meyenburger bei einem der ersten Einsätze eine ohnmächtige Person aus der Gefahrenzone. Quelle: Feuerwehr Meyenburg
Meyenburg

Das Programm hat es in sich: Innerhalb von 24 Stunden absolvieren 18 Mitglieder der Meyenburger Jugendfeuerwehr neun Einsätze. Der Jüngste ist sechs, die Älteste 17 Jahre alt. Jugendwart Sven Niemann und seine Stellvertreter Stefan Hinz und David Langer hatten für die 24-Stunden-Wache Szenarien vorbereitet, die im Ernstfall ausgewachsene Brandschützer ins Schwitzen bringen. Es ist die erste Übung dieser Art. Übernachtet wird im Gerätehaus.

Einsatzleiter Sven Niemann bespricht mit den Einsatzkräften in den CSA-Schutzanzügen das weitere Vorgehen in Frehne. Quelle: Feuerwehr Meyenburg

Bereits am Freitagabend rückt die Jugendwehr zu einem Waldbrand aus: Eine Kameradin war„ohnmächtig“ geworden und muss geborgen werden. „Wir hatten gerade gemeinsam Nudeln mit Tomatensoße gekocht und uns zum Essen hingesetzt.“ Um 19.10 Uhr ging die Brandmeldeanlage. Ohne Zögern springen die Kinder auf und klettern auf die Fahrzeuge. „Nach dem Einsatz mussten sie ihre Nudeln kalt essen“, erzählt Niemann schmunzelnd. Wie im richtigen Leben eben.

Gruppenführer müssen sich bewehren

Der 16-jährige Simon Kenzler sieht’s gelassen: Er ist mit Leib und Seele Feuerwehrmann und während der 24-Stunden-Wache einer von zwei Gruppenführern. Er koordiniert die Einsätze. „Für mich ist das Zusammenspiel mit der anderen Gruppenführerin bei der Übung interessant. Die Situation ist hier ganz anders.“ Sonst absolviere die Jugendwehr bei Übungen eher einzelne Segmente, hier werden dagegen richtige Einsätze von vorn bis hinten abgearbeitet.

Dazwischen putzen die Kinder und Jugendlichen die Fahrzeuge: Der 16-jährige Simon sprüht einen der roten Wagen mit dem Hochdruckreiniger ab, danach wienern die Jüngeren die Scheiben. Immer wieder laufen die Kleineren zum Jugendwehrführer und fragen, ob sie dies oder das jetzt machen können. Er schickt sie zu ihren Gruppenführern. „Das müssen sie noch lernen“, sagt Niemann.

Simon will zur Berufsfeuerwehr

Simon Kenzler, der seit zehn Jahren in der Meyenburger Jugendfeuerwehr ist, ist auch der Dienstälteste im Trupp. Vor gut einer Woche hat er die Truppmannausbildung beendet und ist nun ein richtiger Feuerwehrmann. Wenn er 18 Jahre alt ist, wechselt er in den aktiven Dienst. „Mein größter Wunsch ist, in einer Berufsfeuerwehr zu arbeiten“, sagt er.

Der 16-jährige Simon Kenzler ist seit dem 6. Lebensjahr bei der Jugendwehr Meyenburg. Er möchte am liebsten zur Berufsfeuerwehr. Quelle: Beate Vogel

So viel Leidenschaft zu entfachen und die Kinder über Jahre bei der Stange zu halten, ist harte Arbeit, sagt Niemann. „Wir müssen erreichen, dass sie am Montag von ihrem tollen Wochenende bei der Feuerwehr erzählen und ihre Freunde neidisch werden.“

Immer wieder neue Bewährungsproben

Mit der 24-Stunden-Wache dürfte das gelungen sein: Die Gruppenführer koordinieren die Kids bei einem Einsatz, bei dem eine Person mit Hebekissentechnik unter einem Auto hervorgeholt werden muss. Ein anderes Mal retten sie einen Radfahrer, der in die Stepenitz gefallen und mit dem Fuß in einem Rohr eingeklemmt ist. Im Wald löschen sie einen Brand und bergen die ohnmächtige Kameradin.

Gemütlich wurde es in den Pausen zwischendurch. Alle mussten sich für die nächste Übung stärken. Quelle: privat

Höhepunkt dürfte am Samstagnachmittag die Einsatzübung in Frehne gewesen sein: Dort haben die Organisatoren einen Großeinsatz vorbereitet, bei dem eine unbekannte flüssige Chemikalie aus einem Lkw ausgetreten ist. Atemschutzgeräteträger und Schutzanzüge kommen dabei zum Einsatz.

Grillabend mit den Eltern am Abend

Die Jugendwehrmitglieder lernen, wie sie in realen Situationen Einsätze koordinieren, sich auf ihre Kameraden verlassen können, sagen Jugendwehrführer Niemann und der Meyenburger Ortswehrführer Manfred Kreibich. Abgesichert sind die Kinder die ganze Zeit über die Feuerwehrunfallkasse.

Neun Einsätze in 24 Stunden

Unterstützt wird Meyenburger Jugendfeuerwehr unter anderem von der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz in Meyenburg. Dazu gab es am Samstag einen Scheck über 500 Euro.

Die Spende will die Meyenburger Jugendfeuerwehr für Öffentlichkeitsarbeit verwenden. Ein großes Banner hängt bereits an der großen Kreuzung in der Pritzwalker Straße/Marktstraße. Auch die Firma Müller Werbung Meyenburg unterstützt dieses Anliegen.

Am Samstagabend werten die Organisatoren die Wache mit den Kindern und Eltern gemeinsam aus – bei einem Grillabend. Finanziell gibt der Feuerwehrverein etwas dazu. „Ohne die Unterstützung aller Helfer und der Eltern wäre so etwas nicht möglich“, sagt er.

Niemann denkt, dass es dieses Jahr noch eine zweite 24-Stunden-Wache für die Kinder geben wird. „Vielleicht machen dann auch andere Jugendwehren mit.“

Von Beate Vogel

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