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Prignitz Kunst auf dem Osterei
Lokales Prignitz Kunst auf dem Osterei
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00:25 02.04.2018
Christel Peglow aus Reckenzin hat sich der Dekoration von Eiern verschrieben – hier eine Auswahl der zerbrechlichen Kostbarkeiten. Quelle: Kerstin Beck
Reckenzin

Mit den Ostereiern ist das so eine Sache: Der eine fertigt sie an, der andere isst sie auf. Zu ersteren gehört Christel Peglow aus Reckenzin – allerdings sind ihre bunten Ostergeschöpfe nicht zum Verzehr gedacht, sondern „nur“ zum Anschauen.

In zwei Zimmern ihres geräumigen alten Bauernhauses aus dem 19. Jahrhundert gibt es eine Ausstellung, die seit acht Jahren rechtzeitig vor Ostern mit einem „Tag der offenen Tür“ und ansonsten nach vorheriger Anmeldung geöffnet ist. Dort kann man um die 300 Ausstellungsstücke, die mit unterschiedlichen Techniken verziert worden sind, besichtigen. „Genau weiß ich nicht, wie viele es sind – ich zähle sie doch nicht“, merkt dazu die Künstlerin an.

Ob sorbisch, ukrainisch oder tierisch: die Motivvielfalt von Christel Peglow ist umfangreich. Auch mit den Techniken probiert die Reckenzinerin viel herum. Hunderte Eier zeigt sie in ihrem kleinen Eier-Museum.

Der Werdegang zur Ostereier-Verziererin war lang, aber doch geradlinig. „Als Kind habe ich schon immer gern gezeichnet. Später hatten wir in der Schule auch mal einen Kurs, der sich mit dem sorbischen Brauchtum, mit den Verziertechniken und Mustern beschäftigte. Das fand ich sehr interessant, aber irgendwann schlief das wieder ein, weil ich kaum Zeit dafür hatte.“

Dann kam das Studium und die Arbeit in der Landwirtschaft, und die gebürtige Mecklenburgerin verschlug es vor 22 Jahren in das Prignitzdorf. „Ich wurde krank und musste meine Arbeit aufgeben“, erzählt sie. „Aber da war doch noch etwas? Ich erinnerte mich an das, was mir so viel Freude gemacht hatte: die künstlerische Arbeit mit den Eiern!“

Das ist nun zehn Jahre her. Seitdem widmet sich die 59-jährige Ingenieurin mit viel Geduld und ruhigen Händen den bunten Kostbarkeiten. Als „Rohstoffe“ dienen Eier aller Art, angefangen von Wachtel- über Gänse- und Enten- bis hin zu Straußeneiern, wobei die Legeerzeugnisse von Hühnern natürlich die breiteste Palette einnehmen. Und gemeinsam ist ihnen stets eines: Ausgeblasen müssen Sie sein!

Die Farben stellt sich Christel Peglow gern selbst her

Beim weiteren Werdegang scheiden sich schon die Geister. Denn bei den verschiedenen Verziertechniken, die die „Osterhäsin“ anwendet, gibt es eine, bei der die „Rohlinge“ ungefärbt verziert werden: die Bossiertechnik. Hier werden einfach mit Federkielen bunte Wachstupfen auf das vorbereitete Ei, „welches nicht aus dem Supermarkt sein darf“, gebracht. Allerdings sollte man, wenn man lange Freude an den Mustern haben möchte, das fertige Kunstwerk später nicht in die Sonne legen.

Bei der Reservier-, Kratz- und Ätztechnik muss das Ei erst einmal eingefärbt werden. „Ich nehme am liebsten Naturfarben, die ich auch selbst herstelle. Das mache ich unter anderem mit Zwiebelschalen, Rainfarn, Färberkamille, Krapp, Mohnblumen oder Rotkohl“, verrät die gebürtige Vellahnerin. „Und auch Erlenzapfen, denn die ergeben eine fast schwarze Farbe.“ Dazu gibt es noch einen weiteren guten Rat: Rote Bete, die eigentlich schön rosa färbt, sollte man nicht verwenden, denn die Farbe bleicht schon nach einigen Tagen aus. Und beim Kratzen gilt insbesondere: Wer das Ei zu fest anpackt, dem zerbricht es sehr leicht.

Sie arbeitet mit den verschiedensten Techniken und Motiven

Was denn nun wie färbt, ist in einer Extra-Vitrine zu sehen, in der nicht nur die verschiedensten Eier zu betrachten sind, sondern auch die Färbeergebnisse mit den unterschiedlichsten Materialien. Und überhaupt gibt es viel zu sehen: mit traditionell sorbischen und ukrainischen Ornamenten verzierte Eier, aber auch Exemplare, auf denen Vögel, Pflanzen und Tiere zu sehen sind.

Lampen, deren Schirme aus sanft ornamentierten Straußeneiern bestehen und dann noch ganz besondere Kostbarkeiten: mit filigranen Mustern durchbrochene Eier, die eher an zartes Porzellan denken lassen und die man am liebsten nicht einmal berühren möchte.

Derzeit besonders beliebt bei den Kunden sind Eier mit Tiermotiven. Drei bis vier Stunden braucht Christel Peglow, um eine Katze, ein Pferd oder eine Eule zu applizieren oder herauszuarbeiten. Und „Weihnachtseier“ mit Weihnachtsmotiven? Die Künstlerin lächelt: „Daran gedacht habe ich auch schon – das werde ich bestimmt auch einmal probieren!“

Kontakt: www.topkunst.de/christel-peglow-v oder https://prignitzer-kunstwerkstatt.blogspot.de; Telefon: 038788/99 40 24

Von Kerstin Beck

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