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Prignitz Cumlosen: Eisbader legen los
Lokales Prignitz Cumlosen: Eisbader legen los
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00:24 18.11.2015
Joanna Jambor wird bei ihrer RBB-Wetterreportage von ausgelassenen Eisbadern unterstützt. Quelle: Kerstin Beck
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Cumlosen

Prignitzer, die am vergangenen Samstagabend den rbb-Wetterbericht verfolgten, haben sich mit viel Glück selbst in der Abendschau betrachten können – vorausgesetzt, sie hatten vorher das Cumlosener Brackspektakel besucht. Gekommen dazu waren neben den Hauptakteuren – insgesamt 57 aktive Eisbader aus 16 Vereinen – auch jede Menge Schaulustige. „Nie würde ich hier im Winter hineingehen, auch wenn ich 70 Jahre jünger wäre“, verriet die wohl älteste Zuschauerin, eine 90-jährige alteingesessene Cumlosenerin. „Ich gehe nicht mal im Sommer in die Fluten“, sagt ein Karstädter, den genauso wie ein Ehepaar aus Tacken die Neugierde erstmals hierher trieb.

Ebenfalls neu war das Treiben für rbb-Moderatorin Joanna Jambor. Im Blazer und hochgekrempelter Hose hielt sich die junge Frau bereits startbereit in Ufernähe auf. Doch bevor es mit dem Schlachtruf „Eis frei“ bei zehn Grad Celsius Lufttemperatur in die relativ „warmen“ Fluten – 9,5 Grad Celsius – ging, startete ein lustiges Aufwärmprogramm. Bei flotter Musik hieß es dann „wir laufen und wir schwimmen“, wozu ein weißer Huskymischling seine aufmunternden Töne gab – der später seinem Frauchen im Wasser nicht von der Seite wich.

Ein buntes tier-menschliches Getümmel aus Huskys sowie „Eisbären“ aus Brandenburg, „Seehunden“ aus Berlin und Rostock, Cumlosener „Brackratten“ und anderen wie „Ferchländer Schwäne“, „Frosties“ „Koalas“ oder „Arendseer Saunis“, eroberte dann mit Getröte, Gekreisch und Getöse das Cumlosener Brack – zumindest bis zum etwa 20 Meter entfernten Boot, in dem „Brackratte“ Werner Lau eine kleine hochprozentige Erfrischung reichte. Mit der unspektakulären Bezeichnung „Perleberger Wasserwacht“ waren auch einige junge Leute aus der Kreisstadt angetreten. Und ebenso unspektakulär schafften sie etwas, was sonst niemand tat: Die Jugendlichen schwammen bis zum anderen Ufer und dann erst wieder zurück.

Währenddessen hatte sich die TV-Redakteurin von gelbbehosten, -bestrumpften und –bemützten „Gardelegener Eisspringern“, die, wie es sich geziemt, der Dame auch gleich zwei Sonnenschirme angeboten hatten, dazu überreden lassen, einige Schritte in den See zu wagen. Kurze Zeit später siegte dann doch die sportliche Herausforderung: Joanna Jambor – nunmehr bis zu den Knien im Wasser – wurde von fröhlichen Winterbadern in ihrer Wetter-Reportage lauthals unterstützt.

Die Potsdamerin wird wohl erst wieder im Sommer freiwillig ins Wasser gehen. Doch für die vielen Eisbader ist es umgekehrt: Jeden Samstag heißt es jetzt, sich entweder im heimatlichen Pfuhl oder bei Badegastgebern ins kühle Nass zu begeben. Und das bis Ende April, wenn die Saison zu Ende ist.

Von Kerstin Beck

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