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DNA schreckt Diebe ab

Wittenberger Erfolgsgeschichte DNA schreckt Diebe ab

Der Einsatz von künstlicher DNA im Wittenberger Kleingartenverein Nord hat sich bewährt. Anlässlich des bundesweiten Tages des Einbruchs lobten die Kleingärtner in einer Gesprächsrunde mit der Polizei den vorbeugenden Schutz. Es habe dort seit dem Einsatz der DNA keine Diebestour mehr gegeben.

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Klaus Kollhoff hatte sich dafür eingesetzt, Lauben und Gegenstände mit künstlicher DNA zu sichern.

Quelle: Wegner

Wittenberge. Zum bundesweiten Tag des Einbruchschutzes 2015 am Mittwoch gab es auch in Wittenberge zwei Aktionen der Polizei. Im Kleingartenverein Nord am Bentwischer Weg in Wittenberge berichtete Klaus Kollhoff von Vorfällen in der Kleingartenanlage. Die Anlage umfasst 45 Gärten, wovon 41 belegt sind. Vor zwei Jahren waren in zweien Brandstifter zu-­ gange und in einer anderen Nacht wurde in 15 Lauben eingebrochen. Die Täter fuhren das Diebesgut in einer Schubkarre nach vorn auf den Parkplatz, wo sie es in ihr Fahrzeug verluden. Einer der drei Diebe war der Polizei bekannt. Er konnte gefasst und überführt werden. Das Diebesgut wollte er auf einem Flohmarkt in Berlin verkaufen.

Im Juni 2014 wurden viele Gegenstände in den Lauben mit künstlicher DNA versehen. Schilder mit dem Hinweis der Kennzeichnung wurden deutlich sichtbar am Eingang der Kleingartenanlage und an allen Lauben angebracht. „Wir wollten den Dieben das Handwerk legen”, sagte Laubenpieper Klaus Kollhoff. Seitdem gab es keinen Einbruch mehr. „Es wirkt also”, stellte der Leiter des Bereichs Prävention der Polizeiinspektion Prignitz, Gerald Symossek, fest. Seit Februar 2002 gibt es eine Sicherheitsgruppe in der Laubenkolonie. Die zwei ehrenamtlich arbeitenden Sicherheitspartner der Polizei, Klaus Kollhoff und Kurt Kaiser, gehen pro Jahr 25- bis 30-mal ihre Runde und sehen nach dem Rechten. Und das nicht nur in der dunklen Jahreszeit. Unterstützt werden sie dabei vom Revierpolizisten, der ihnen Tipps gibt, worauf besonders zu achten ist. „Wir wollen andere Gartenfreunde animieren, auch die künstliche DNA zu verwenden, um ihr Hab und Gut zu schützen”, sagte Kollhoff.

Der Wittenberge Kleingartenverein Nord war der erste im Land Brandenburg, der mit künstlicher DNA gearbeitet hat. Unter der Telefonnummer 03877/6 81 68 ist Kollhoff erreichbar, falls Interessierte, nicht nur Kleingärtner, Fragen zum Umgang mit künstlicher DNA haben. Künstliche DNA gibt es zum einen als Home-Kit für den Innenbereich. Damit können Schmuck oder hochwertige elek­tronische Geräte markiert werden. Künstliche DNA für den Außenbereich zeichnet sich dadurch aus, dass sie hitzebeständig bis 1000 Grad Celsius ist. Aufgetragen wird künstliche DNA in einer durchsichtigen Markierungsflüssigkeit, als Klebstoff oder als Spray. Die ausgehärtete Markierungssubstanz ist mit dem bloßen Auge nicht erkennbar. UV-Licht ausgesetzt, fluoresziert sie. Jedes Kit enthält Microdots mit einem weltweit einmaligen DNA-Code. Der Code kann mit einem Mikroskop ausgelesen werden, womit der rechtmäßige Besitzer des Diebesguts ermittelt wird. Selbst wenn die Microdots entfernt werden, befindet sich im Klebstoff ein DNA-Strang, der ausgelesen werden kann.

„Wir wollen auch darauf aufmerksam machen, wie man die Lauben sicherer machen kann, damit den Dieben der Einbruch misslingt”, sagte Gerald Symossek. Im Jahr 2013 gab es deutschlandweit rund 149 000 Einbrüche. 2014 waren es schon 152 000. Im Vorraum des Edeka-Marktes auf dem WEZ-Gelände war ein Informationsstand der Polizei aufgebaut, an dem Peter Habedank, Kriminalhauptkommissar im Bereich Prävention der Polizeiinspektion Prignitz, Bürger zur Thematik Einbruchschutz informierte. Beispielsweise gab er Tipps, wie man Türen und Fenster effektiv sichert. Ist man verreist, sollte man dies nicht groß mitteilen. So sollten Rollos in Urlaubszeiten nicht ständig runtergelassen sein. Den Nachbarn kann man bitten, einen Blick auf das Haus zu werfen.

Von Jens Wegner

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