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Prignitz Dallmin: Viele gute Erinnerungen
Lokales Prignitz Dallmin: Viele gute Erinnerungen
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02:16 21.11.2015
Gemeinsame Freude über Spende und Wiedersehen (v. l.): Simone Leu, Karl-Heinz Brüdigam, Heike Mebs.
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Dallmin

Drei Personen mit unterschiedlich langer Dallminer „Heimkarriere“ treffen sich am Dienstag im Schloss in Dallmin bei Karstädt aus einem besonderen Grund: Ein Scheck soll übergeben werden. Doch dies wird schnell zur Nebensache, weil viel zu viele Erinnerungen darauf drängen, ausgetauscht und der Presse mitgeteilt zu werden.

Aber zunächst zur Spende. Karl-Heinz-Brüdigam und Heike Mebs, gebürtige Preusker, übergeben an Simone Leu einen Scheck über 350 Euro. Das Geld stammte von den etwa 50 Teilnehmern eines Treffens ehemaliger Dallminer Heimkinder am 24. Oktober in dem Haus. Sie hatten einen Unkostenbeitrag von 20 Euro für das Abendessen entrichtet. Es war vereinbart worden, wie bereits bei einem kleineren Treffen 2011 den „geplanten Überschuss“ dem Dallminer Gruppenhaus des Brügger Hofes zu spenden.

Das Dallminer Schloss gehört jetzt zum Brügger Hof. Quelle: Fischer

Der Brügger Hof ist eine psychotherapeutische Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit lerntherapeutischem Angebot zur schulischen Wiedereingliederung in mehreren Orten der Bundesländer Schleswig-Holstein (Hauptsitz Brügge) und Brandenburg. Im September 1996 wurde der Brügger Hof in Dallmin im Schloss eröffnet. Betreut werden 24 acht bis 16 Jahre alte Jungen in Gruppen, drei in einer separaten Wohnung im Heim und elf in einer Tagesgruppe.

Die 350 Euro sollen nun, wie Hausleiterin Simone Leu sagt, zur Ausgestaltung der Feier zum 20-jährigen Bestehen im September 2016 dienen: Fußballturnier, Hüpfburg und anderes. Im Jahre 2011 betrug die Spende der „Ehemaligen“ 186 Euro. Mit dem Geld konnte der Sandkasten wieder flott gemacht werden.

Das 1808 erbaute Schloss wurde nach der Bodenreform 1945 zeitweise als Lehrerbildungsstätte genutzt. Ab 1953 beherbergte es das Kinderheim „Ernst Thälmann“, in dem in „Spitzenzeiten“, wie Karl-Heinz Brüdigam weiß, bis zu 70 Mädchen und Jungen ein neues Zuhause fanden. Das Heim wurde, nachdem das Haus saniert worden war, 1992 geschlossen.

Der jetzt 68-jährige Karl-Heinz Brüdigam aus Lindenberg bei Wittenberge kam als Neunjähriger ins Dallminer Heim. Nach Schulabschluss und Ausbildung arbeitete er dort seit 1969 als Erzieher, von 1983 bis 1989 als Heimleiter. Es war ein „normales Kinderheim“, keines für Nachwuchs mit besonderen Lernproblemen oder Behinderungen, sagt er. „Die Kinder gingen mit den anderen Dorfkindern gemeinsam in die Dallminer Schule, zum Fußball oder zum Kartoffelsammeln, agierten gemeinsam in Volkstanz- oder Musikgruppen. Natürlich gab es auch mal Ungerechtigkeiten wie überall, doch Erzieher, Angestellte und ein Großteil der Lehrer haben es verstanden, uns gut auf das Leben vorzubereiten“, sagt Karl-Heinz Brüdigam. Was heute über die DDR-Heimerziehung berichtet werde, möge in einigen Fällen zutreffen. Brüdigam: „Es war aber nicht systembedingt, ich habe mich hier auch als Kind überwiegend wohlgefühlt.“

Heike Mebs kam, nachdem die Mutter bei einem Autounfall ums Leben gekommen war, 1974 als Siebenjährige mit vier Geschwistern ins Heim. Der Vater war nicht in der Lage, sich um sie zu kümmern. „Wenn wir uns über das Heim unterhalten, haben wir viele gute Erinnerungen“, sagt Heike Mebs, „es war schön.“ Als 16-Jährige ging sie zur Ausbildung nach Sachsen, sie fand dort Arbeit und gründete eine Familie. Im Jahre 2009 zog sie nach Dallmin: „Jetzt bin ich wieder Zuhause!“

Simone Leu war kein Heimkind, aber seit 1985 als Erzieherin in Dallmin tätig und 1991/92 Leiterin des Kinderheimes, bis es geschlossen wurde. Nach Eröffnung des Brügger Hofes arbeitete sie mehrere Jahre als Erzieherin dort. Nach kurzer Auszeit wurde sie im Jahre 2008 zur Leiterin des Dallminer Gruppenhauses berufen.

So wie beim Dreiertreffen am Dienstag werden bei den Besuchen der früheren Heimkinder stets viele Anekdoten über die DDR-Zeit erzählt. „Man fährt gern in die Kindheit zurück“, sagt Karl-Heinz Brüdigam. „Es ist immer wie ein Familientreffen“, ergänzt Heike Mebs. Nicht nur „Ehemalige“ sondern alle Interessierten sind am 23. Januar des kommenden Jahres in Dallmin willkommen. Anlässlich des 100.Todestages von Viktor von Podbielski (1844 bis 1916), der einer der zahlreichen Besitzer des Schlosses war und sich nicht nur um das Reichspostwesen, sondern auch um die Region Dallmin verdient gemacht hatte, wird es in der Kirche eine Lesung geben. Sie beginnt um 16 Uhr. Danach kann das Dallminer Schloss besichtigt werden, es wird eine Gesprächsrunde mit Imbiss in der Bibliothek geben.

Von Ulrich Fischer

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