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Prignitz Dallminer Milchviehbetrieb in der Kritik
Lokales Prignitz Dallminer Milchviehbetrieb in der Kritik
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02:15 25.07.2015
Diese Prignitzer Milchkuh sieht nicht gesund aus. Quelle: Ariwa
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Perleberg/Dallmin

Verschmutzte, abgemagerte Milchkühe in dreckigen Ställen und angekettete Kälber – diese Bilder beherrschten am Montagabend die ARD-Sendung „Verheizt für billige Milch – Das Leiden der deutschen Turbokühe“. Die Aufnahmen stammen auch aus Material der Tierschutzorganisation „Animal Rights Watch“ (Ariwa), das diese undercover unter anderem in einem der Ställe der Agrargenossenschaft Dallmin (Gemeinde Karstädt) gemacht hat. Das Veterinäramt des Kreises hatte, nachdem ihm die Bilder zugespielt worden waren, sofort mit einer unangemeldeten Kontrolle reagiert. Da auch ein Hinweis gekommen sei, dass überdurchschnittlich viele Klauen- und Gelenkinfektionen gesehen worden seien, haben die Kolleginnen auch die anderen Tiere angesehen, aber nichts festgestellt, sagte Amtstierärztin Sabine Kramer.

„Wir haben Milchwirtschaft, 80 bis 90 Mutterkühe und Nachzucht“, erklärt Manfred Löper, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Dallmin, in deren Ställen gut 1000 Rinder stehen. Die in den Bildern gezeigte Bauhülle des Stalles sei 1978 entstanden und 1996 als Boxenlaufstall umfunktioniert worden. „Danach haben wir immer wieder weiter investiert – in eine Zusatzbelüftung, Gummimatten im Laufgang, Tierbürsten, die Aufrauhung der Spaltböden“, so der Geschäftsführer. Rund fünf Prozent der Tiere legen sich laut Löper aber eben nicht in die trockenen Liegeboxen, sondern zwischen Liegeplatz und Futtertisch auf die Matten – „und die sind dreckig“. Das hatte auch die Amtstierärztin so berichtet. Der Betriebsleiter räumt ein, dass vorübergehend Kälber angekettet gewesen waren, weil sie Durchfallerkrankungen hatten. „Ab sofort haben wir davon Abstand genommen und die Kälber in Iglus gesetzt.“ Gegen unangekündigte Kontrollen hat Löper nichts. Wenn bei Nacht heimlich Fotos in den Ställen gemacht werden, begeistert das den Geschäftsführer aber nicht gerade.

Lothar Pawlowski, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Karstädt, die ebenfalls intensive Milchviehhaltung betreibt, will sich auf keinen Fall vor „Schwarze Schafe“ in der Branche stellen. Er hat die Sendung am Montag gesehen. „Natürlich hat man damit einen bestimmten Zweck verfolgt und die Problembilder herausgesucht“, glaubt er. „Wir sind bereit, unangemeldet Bilder von unserer Produktion machen zu lassen, ohne dass dabei etwas gestellt ist“, bietet Pawlowski an. Trotz allem sei die Milchviehhaltung aber auch wirtschaftlich zu betrachten. Dass Kühe geschlachtet werden, bevor sie auf natürlichem Wege 20 Jahre alt werden, sei nicht neu. Dazu komme die hohe Nachfrage nach billiger Milch. „Wenn wir da nicht mithalten können, geht es uns wie der Textilindustrie, den Stahlbetrieben und der Steinkohle.“ Am Ende komme alles aus Asien – vom Fußball bis zur Sandalette. Dass der Betrieb in der Prignitz ein Einzelfall ist, glaubt die „Report Mainz“-Reporterin Monika Anthes nicht: „Wir hatten viele Betriebe in ganz Deutschland, es sind nur Bilder, die beispielhaft sind.“ Die Mitarbeiter hätten die Reporter sehr auskunftsfreudig informiert, auch wenn das Team entschieden habe, den Namen des Betriebes in der Sendung nicht zu nennen. „Wir haben uns davon überzeugt, dass die Bilder nicht manipuliert sind, das gesamte Material ist eine gute Stunde lang.“ Für Monika Anthes ist das, was auf den Bildern zu sehen ist, eine Frage der Bewertung: „Finde ich es schlimm oder nicht.“

Von Beate Vogel

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