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Dankbar über Prignitzer Kirchenrestaurierung

Stiftung Preußisches Kulturerbe Dankbar über Prignitzer Kirchenrestaurierung

Einfach danke zu sagen, ist Jürgen von Freymann ein Anliegen. Er kann nicht nachvollziehen, warum die Spenden der Stiftung Preußisches Kulturerbe für die Sanierung von Kirchen jetzt nicht mehr statthaft sein sollen. In Döllen konnte man das Geld gut brauchen.

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Jürgen von Freymann am Döllener Kirchenportal.

Quelle: ArchivFoto: Sandra Bels

Döllen. Spendengelder der Stiftung Preußisches Kulturerbe sind in den vergangenen Jahren auch in die Prignitz gegangen. Für die Kirche in Döllen (Gemeinde Gumtow) sind etwa 330 000 Euro für die Restaurierung geflossen. 15 000 Euro gingen nach Stavenow (Gemeinde Karstädt) für Restaurierungszwecke. Für die Wiederherstellung der Turmkrone der katholischen Kirche in Wittenberge bewilligte die Stiftung 10 000 Euro. Auch die Kirche von Barsikow (Gemeinde Wusterhausen) hat vor Jahren Unterstützung erhalten. Laut Ortsvorsteherin Barbara Linke flossen hier für die Fenstersanierung 40 000 Euro.

Die evangelische Landeskirche hatte jedoch jüngst davon abgeraten, Gelder von der Stiftung anzunehmen. Hintergrund dazu: Die Stiftung hatte dereinst das Ziel, den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche mit Spenden zu unterstützen. Dazu kam es aber nicht. Max Klaar, Vorstand der Stiftung, hatte im April 2014 die Gelder zurückzogen, weil er das Konzept ablehnte, in der Kirche ein Versöhnungszentrum zur Aufarbeitung der NS-Geschichte einzurichten. Klaar fiel auch mit umstrittenen Äußerungen zur deutschen Geschichte auf. Er bezeichnete den Ersten und Zweiten Weltkrieg unter anderem als „zweiten Dreißigjährigen Krieg“ von Großbritannien und seinen Verbündeten, „um Deutschland als Wirtschaftsmacht auszuschalten“.

Die Gelder sind nach dem Rückzug anderen Kirchen zugutegekommen. Nachdem auch Kirchenvertreter missverständlich zur Kriegsschuldfrage zitiert wurden, ging die evangelische Landeskirche auf Distanz zur Stiftung und forderte im Juni ihre Mitgliedsgemeinden auf, künftig auf deren Spenden zu verzichten. Seitdem wird darüber diskutiert, ob es statthaft ist, das Geld doch zu nehmen. Ein Kernpunkt dabei: Stehen Klaars Äußerungen für die ganze Stiftung? Max Klaar selbst findet das nicht: „Die Meinung einzelner Rats- oder Vorstandsmitglieder zu darüber hinaus gehenden Fragen ist für die Ausrichtung der Stiftungsarbeit irrelevant.“ Er habe die umstrittenen Äußerungen als Vorsitzender des Verbandes Deutscher Soldaten gemacht.

Jürgen von Freymann, der sich für die Döllener Kirche engagiert, hält die Stiftung für absolut seriös: „Das sind alles konservative Bürger mit einem treuen Verhältnis zur Kirche.“ Dazu zählt er auch Klaar. Aber selbst wenn man dessen private Ansichten nicht teile, sei dies kein Grund, die Spenden zu verdammen. „An keiner Stelle kommt irgendeiner mal auf die Idee, danke zu sagen“, ärgert er sich. Das Fördergeld für Döllen ist schon lange vor dem jetzigen Konflikt geflossen. Von Freymann: „Wir hätten die Sanierung ohne diese Möglichkeit nicht machen können. Die Kirchen in der Mark Brandenburg bedürfen immer noch der Restaurierung. Wenn die Landeskirche selbst genug Geld dafür hat, können wir die Stiftungsgelder gerne zurückgeben.“ Der stellvertretende Prignitzer Superintendent Daniel Feldmann will die Sache noch nicht abschließend bewerten. Gefragt, ob es nicht nachvollziehbar ist, wenn eine Kirchengemeinde das Geld nimmt, betont er: „Das hängt wirklich vom Fördergeber ab. Wenn er unverdächtig ist, dann kann ich das verstehen. Wenn nicht, dann sollte man sich an moralische Grundsätze halten und das Geld nicht nehmen.“

Von Freymann aber findet: Man kann das Geld nehmen, zumal die Stiftung es an keinen anderen Zweck bindet als die Kirchensanierung selbst. Und: Seine Kirchengemeinde kann selbst über die Verwendung entscheiden.

Von Bernd Atzenroth

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