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Das Buch der Sieben Künste liegt vor

Chronik eines Kunstprojekts in Pritzwalk Das Buch der Sieben Künste liegt vor

Drei Monate im Sommer 2014 haben zwar nicht alles verändert, wohl aber das Selbstbild vieler Pritzwalker. Über das Kunstprojekt „Die Sieben Künste“ gewannen sie nicht nur neue Einsichten, sondern auch ein Gefühl für die eigene Stärke. Jetzt erscheint das Buch zum Projekt. Premiere ist in Potsdam, eine Vorstellung in der Dömnitzstadt geplant.

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So sehen der Einband des Buches „Die Sieben Künste von Pritzwalk“ und einige seiner Seiten aus.

Quelle: Foto/Repro: Brandenburgischer Kunstverein/König

Pritzwalk/Potsdam. Das Buch zum Projekt „Die Sieben Künste von Pritz­walk“ ist (fast) fertig. Vorgestellt werden soll es am Sonnabend, 30. Januar, in Potsdam. Wie Kurator Gerrit Gohlke vom Brandenburgischen Kunstverein Potsdam informiert, ist auch eine Buchvorstellung in Pritzwalk geplant. Deren Termin stehe allerdings noch nicht fest.

„Die Sieben Künste von Pritz­walk“ erscheint als zweisprachiges Buch in Deutsch und Englisch. Die Autoren Michael Clegg und Martin Gutmann, besser bekannt als Künstlerduo Clegg & Guttmann, legen ein „ungefiltertes Protokoll des Projekts mit seinen Höhen und Tiefen“ vor, sagt Gerrit Gohlke. Das Projekt der „Sieben Künste“ war von Anfang an als Selbstporträt einer Stadt angelegt. Es gab kein Netz und keinen doppelten Boden. Hätte sich niemand aus Pritzwalk gefunden, der seine Idee von Kunst eingebracht hätte, wären die Rahmen des Künstlerduos leer geblieben.

Doch es kam bekanntlich anders. Im Sommer 2014 wurden sieben bis dahin leerstehende Ladengeschäfte in der Pritzwalker Innenstadt mit all dem belebt, was Kunst in der Region ausmacht: Film, Theater, Musik, Bildhauerei, Fotografie, Tanz und Literatur – aus diesem Spektrum setzten sich die „Sieben Künste“ zusammen.

Kunstfreunde-Verein ging aus Projekt hervor

All das wird in dem Buch beschrieben, doch geboten wird weitaus mehr als eine Art Projekttagebuch. Zu lesen und zu sehen sind „Porträts seiner Teilnehmer und der ganzen Geschichte eines seltenen Wagnisses: Zwei Künstler öffnen ihre Kunst vorbehaltlos und radikal den Hoffnungen, den Konflikten und den Eigenheiten einer sozialen Gemeinschaft. In Zeiten sozialer Medien und globaler Vernetzung beschwören sie fast trotzig die Bedeutung eines selbst entworfenen und ungeschönten Bildes unserer Gesellschaft“, heißt es in der Ankündigung.

Und noch etwas unterscheidet das Buch zu den „Sieben Künsten“ von ähnlichen projektbegleitenden Publikationen. Es ist ein Buch mit offenem Ausgang, sagt Gerrit Gohlke. „Es zeigt, wie eine Stadt sich dazu entschließt, ein Bild von sich selbst zu wünschen und dieses Vorhaben in die eigenen Hände zu nehmen, statt es nahen oder fernen, unbeeinflussbaren Instanzen zu überlassen.“

Als einer der größten Erfolge des Projekts darf die Gründung des Vereins „Kunstfreunde Pritzwalk“ unter Leitung von Horst Kontak gelten. Noch heute sicht- und erlebbar ist die Galerie der Kunstfreunde in der Markstraße. Trotz der Entfernung zwischen Pritz­walk und Potsdam lassen es sich Gerrit Gohlke und seine Mitstreiter nicht nehmen, immer wieder zum Ausgangspunkt der Arbeit von Clegg & Gutmann zurückzukehren – nach Pritzwalk in die Galerie. Folgerichtig wird Gerrit Gohlke die Versammlung der Kunstfreunde am Mittwoch besuchen.

„Die Sieben Künste von Pritzwalk.“ Von Clegg & Guttmann. 178 Seiten. Deutsch und Englisch. Mit einer illustrierten Chronik in 49 Einträgen, 17 neuen Porträts von Clegg & Guttmann. Erscheint im Salon-Verlag, Köln. 25 Euro.

Von Andreas König

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