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Prignitz Das Ehepaar Preuß öffnet die Kirche Breitenfeld
Lokales Prignitz Das Ehepaar Preuß öffnet die Kirche Breitenfeld
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00:17 17.06.2016
Schlüsselgewalt: Elisabeth und Werner Preuß führen Besucher durch die Kirche in Breitenfeld. Quelle: Christamaria Ruch
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Breitenfeld

Vom Wohnzimmer aus fällt der Blick unweigerlich auf die kleine Fachwerkkirche. Für Elisabeth und Werner Preuß gehört diese Aussicht zum Alltag. Und wenn Besucher in das 14-Seelen-Dorf Breitenfeld (Gemeinde Gumtow) kommen, schließt das Ehepaar auf Wunsch die Kirche auf.

„Schon mein Vater hatte den Kirchenschlüssel“, erinnert sich die 81-jährige Elisabeth Preuß. Paul Schütte verfügte einst nicht nur über die Schlüsselgewalt zum Fachwerkbau, er war auch als Kirchenältester aktiv. Nach seinem Tod übernahm zunächst ein anderer Einwohner den Kirchenschlüssel. Doch seit fast 30 Jahren ist das Ehepaar Preuß mit dieser Aufgabe betraut. Der heute 84-jährige Werner Preuß war früher auch im Gemeindekirchenrat tätig. Elisabeth Preuß ist Zeit ihres Lebens dem Geburtsort Breitenfeld treu geblieben; sie verließ nur für kurze Zeit aus beruflichen Gründen das Dorf. Werner Preuß stammt aus Posen und flüchtete mit seiner Familie von dort am 21. Januar 1945. „Am 8. Februar 1945 sind wir mit dem Fuhrwerk in Schönebeck angekommen“, erinnert er sich. Erstmals kreuzten sich die Lebenswege der beiden während der Schulzeit. 1958 heirateten sie und gehen mittlerweile 58 Jahre gemeinsam durchs Leben. Zur Familie gehören eine Tochter und zwei Enkeltöchter. „Die zwei Jahre bis zur diamantenen Hochzeit möchten wir noch schaffen“, sagt Werner Preuß. Der gelernte Stellmacher und Zimmermann arbeitete einst in Seefeld. „1945 lebten in unserem Dorf bis zu 160 Einwohner, heute sind es nur noch 14“, sagt er. Werner Preuß ist mit seinen 84 Jahren ältester Breitenfelder.

Die Holzverschalung an der Turm-Westseite ist sanierungsbedürftig. Quelle: Ruch

Die Kirche stammt aus dem Jahre 1684, wie eine Inschrift über der Tür an der Südseite zeigt. Auch die Wetterfahne auf dem freistehenden Glockenturm trägt diese Jahreszahl. 1956 wurde der Turm erneuert, doch mittlerweile klaffen breite Lücken am Holz an der Westseite. Eine Glocke kann per Handbetrieb geläutet werden und ruft einmal im Jahr zum Gottesdienst. „Wir feiern immer eine Woche nach Pfingsten hier das Fest „Klein Pfingsten“, sagt Elisabeth Preuß. Erst kürzlich erlebte das Dorf wieder den damit verbundenen Besucheransturm. „Das ist immer ein großes Ereignis und mehr als 100 Leute kommen.“ Beim Gottesdienst mit Chorgesang zum Auftakt des Festes erblicken die Besucher den hölzernen Kanzelaltar aus der Barockzeit. Dieser verfügt über seitliche Schnitzwangen und wurde 1958 restauriert. In den 1990er Jahren erfolgten Sanierungsarbeiten: „Außen wurde die Kirche verputzt und innen gemalert“, erinnert sich Werner Preuß.

Der farbenfrohe Kanzelaltar aus der Barockzeit. Quelle: Ruch

„Letztes Jahr kamen zweimal Besucher zu uns und wollten die Kirche ansehen“, so Elisabeth Preuß. Im vergangenen Jahr erlebte das Dorf außerdem zwei Taufen. In diesem Jahr klingelte die MAZ als erster Kirchenbesucher.

Von Christamaria Ruch

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