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Das Leben der Wikinger

Schilde Das Leben der Wikinger

Den Wikingern hautnah zu sein, deren Lebensweise und Kultur kennenzulernen, war beim traditionellem Wikingerfest in Schilde möglich. Kleidung und Waffen wurden am Pfingstwochenende bestaunt, Schmaus und Trank wie zu damaligen Zeiten genossen.

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Harte Kämpfe unter starken Männern mit lehrreichen Vorführungen auf dem Markt in Schilde.

Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Schilde. Über das gesamte Pfingstwochenende haben die Wikinger im kleinen Dörfchen Schilde wieder rast gemacht und luden alle Einheimischen zu Besuchen ein, um über die längst vergangenen Lebensweisen mehr zu erfahren. Bereits zum dritten Mal fand der Wikingermarkt in dem Dörfchen zwischen Weisen und Dergenthin statt, der von der Gemeinde Weisen und der Kulturscheune Schilde veranstaltet wird.

Wie die Wikinger nach Schilde kamen

Vor etwa 1000 Jahren zogen die Händler und Seefahrer vom heutigen Nordeuropa aus durch aller Welt. Sie gingen dorthin, wo sie der Wind hin trug, raubten und blieben. Sie integrierten sich schnell, so dass sie im 10. Jahrhundert wieder verschwanden, doch bis heute in der Überlieferung existieren. Die Darsteller des Wikingermarktes wollen die Zeit der Wikinger möglichst genau nachstellen. Dazu dient ihnen die Kleidung, die Benutzung von Alltagsgegenständen und Waffen.

„Angefangen hat alles mit 60 Wikingerfamilien. In diesem Jahr sind es weit mehr als 175 Aussteller auf dem gut gefüllten Platz, mehr geht nicht“, sagt Uwe Schirm, einer der Initiatoren und Chef der Wikinger. „Die Saison beginnt zu Ostern und endet an Weihnachten. Alle Darsteller kommen aus den unterschiedlichsten Flecken Deutschlands. Viele reisen Woche für Woche von Markt zu Markt, entweder hobbymäßig oder beruflich.“

Abwechslungsreiches Programm für Jedermann

Traditionell gab es wieder ein buntes Programm für Jung und Alt. Neben Schmaus und Trank sowie zahlreichen Händlern, die ihre Waren präsentierten, sorgten auch die „Lautlosen“ mit Dudelsack und Trommeln im Gepäck für feinste Wikingermusik. Sehr informativ war auch die alljährliche Waffenkunde und Gewandschau. Symbole und Arten, Stände und Herkunftsländer von Wikinger. Alle Unterschiede wurden dort erläutert und Fragen geklärt. So bestehen die meisten Waffen aus Holz, weniger aus Metall, das es sich früher schwierig gestaltete dieses zu gießen und es einfach zu teuer war. Anschließend zeigten die Darsteller in Kampfvorführungen ihr Können und stellten sich in der Mutprobe unter Beweis. „Schilde vor und los“ heißt das Kommando. Kurz darauf kämpfen die Wikinger voller Mut und Manneskraft vor fasziniertem Publikum.

Auch für die Kinder gab es wieder jede Menge zu entdecken. „In diesem Jahr haben wir extra mehr Wert auf die Kinder gelegt, dass sie Spaß haben und sich dem Thema Wikinger kindlich nähern können“, führt Uwe Schirm fort. Sei es beim Versenken eines Wikingerschiffes, dem Speckstein schnitzen, Basteln eines Lederbändchens, dem Brettschnitzen oder Dosenwerfen. Die Erwachsenen waren etwa für das Axtwerfen und Bogenschießen zu begeistern oder genossen auf der Fläche des alten Gutsparks ein kühles Met oder Leckeres vom Grill.

Gutspark in Schilde bietet passendes Ambiente

„Durch Zufall ist vor drei Jahren erster Kontakt mit den Wikingern entstanden, woraus sich der Markt ergab“, so André Berlin von der Kulturscheune Schilde. „Ein großer Dank geht an die Gemeinde und dem Bürgermeister, die uns jedes Jahr erneut tatkräftig finanziell und logistisch unterstützen.“ Bis Pfingstmontag sind Hunderte Besucher aus ganz Deutschland angereist, um den Wikingern ganz nah zu sein, deren Kultur und Lebensweise kennenzulernen sowie einen schönen Tag zu haben, bevor sie wieder weiterzogen. Auch im nächsten Jahr ist zu Pfingsten wieder der Wikingermarkt geplant, verriet der Veranstalter. Doch zuvor geht es am Samstag, 10. Juni, mit dem Konzert von „Spirit of Smokie“ im Gutspark weiter, in Anlehnung an die britische Pop-Rock-Band, die zu den populärsten Gruppen der 1970er Jahre gehört.

Von Marcus J. Pfeiffer

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