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Das Los, der Mörder zu sein

Pritzwalk: Wie Kommissar Zufall im Improtheater ein Verbrechen aufklärt Das Los, der Mörder zu sein

Mörder und Todesart wurden ausgelost, und das Publikum bestimmte das geeignete Mordopfer. Ansonsten mordeten und ermittelten die Akteure vom Theater Vogelfrei aus Hasenwinkel und vom Improklub aus Lüchfeld.

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Doktor und Praktikantin begutachten Erikas Leiche.

Quelle: Atzenroth

Pritzwalk. Erika ist das perfekte Mordopfer. Finden jedenfalls die Akteure auf der kleinen Bühne in der Pritzwalker Marktstraßengalerie, wohin sie am Freitagabend zur „Crime Time“ eingeladen haben. Das Quartett, bestehend aus den Schauspielerinnen Chady Seubert, Daniela Dörfel und Mandy John-Ziron sowie dem Mann für den musikalischen Spannungsbogen, Stephan Ziron, will einen Fall aufklären und überlässt dabei alles dem Zufall. Der Service ans Publikum: Gestorben wird nur auf der Bühne. Die Akteure vom Theater Vogelfrei aus Hasenwinkel und vom Improklub aus Lüchfeld bei Neuruppin morden und ermitteln. Per Publikumsentscheid schlüpft Chady Seubert in die Rolle der Erika – wie später auch in die der Kommissarin.

Dass Erika Erika heißt und was sie ansonsten so ausmacht, das hat das Publikum bestimmt. Nachname Gärtner (nach einem bei einer Besucherin besonders „beliebten“ Lehrer), Alter 40, Beruf Politikerin, zuständig für Landwirtschaft, ein Kind. Und das passende Politiker-Hobby: Filz, oder besser Filzen. Dann die drei, die zu Tatverdächtigen werden sollten: Erstens Erikas Tochter Bruni, die einen Putzfimmel hat, Facility-Managerin werden will und von Erika nicht ernst genommen wird – ihr einziger Freund ist Hugo, ihr Staubwedel. Zweitens Filz-Freundin Gabi, die wenigstens im Filzen mal besser sein will als Erika und froh wäre, wenn sie wie diese wenigstens einen Ex-Mann hätte, und sich nach Erikas Tod sofort an diesen heranschmeißt. Und schließlich Erikas Ex-Mann Gerhard selbst, dessen Kartoffeln auf dem Acker nicht wachsen, weil ihm Erika, die Landwirtschaftspolitikerin, einen Deal mit Monsanto verpatzt hat.

Dann ist wieder das Publikum an der Reihe. Schon vor Beginn der Vorstellung durfte jeder auf Zetteln eine mögliche Todesart für das Opfer aufschreiben. Nun wird gelost. „Da ist es an der Zeit für Erika zu sterben. So schnell kann das gehen“, sagt Stefan Ziron, so etwas wie der Zeremonienmeister des Abends. Brandstiftung brachte Erika um. Drei Gegenstände bleiben am Tatort zurück: ein Keramikbecher, eine bezeichnenderweise gefilzte Handytasche und ein Schlüsselbund mit Einkaufschip von der MAZ. Gerichtsmedizinerin Frau Kunst und ihre ewige Praktikantin Claudia haben Grund zum Feiern – sie untersuchen ihre 5000. Leiche. Nun tritt Heidrun in Erscheinung, Kriminalkommissarin aus Hildesheim, die aus unerfindlichen Gründen das Verbrechen in Pritzwalk lösen muss und als allererstes in der Bar des Pianisten Marvin landet und dort ihre Recherche beginnt. Marvin und Schnaps-Freundin Jutta geben die entscheidenden Tipps, während Heidrun versucht herauszufinden, was es mit Pritzwalk als Stadt so auf sich hat. Doch wer ist der Täter? Vor dem finalen Durchgang wird per Los entschieden. Gerhard war es. So ein Zufall, hätten wir uns fast gedacht.

Von Bernd Atzenroth

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