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Prignitz Als man unter der „Zonengrenze“ noch durchkriechen konnte
Lokales Prignitz Als man unter der „Zonengrenze“ noch durchkriechen konnte
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00:19 15.08.2018
Wie ein schwarzer Streifen zog sich der "Zaun" entlang des Deiches. Quelle: Kerstin Beck
Lütkenwisch

Heute vor 57 Jahren wurde Deutschland endgültig sichtbar geteilt: mit dem Bau der Berliner Mauer, die etwa 160 Kilometer umfasste und die die DDR 400 Millionen Mark kostete.

Zusätzlich wurde die im Innern Deutschlands gelegene „innerdeutsche Grenze“, die bislang als „Zonengrenze“ deklariert worden war, ab 1949 als „deutsch-deutsche Grenze“ angesehen.

Lütkenwisch war zu DDR-Zeiten ein Dorf im Sperrgebiet. Stacheldraht Schussanlagen durften damals nur heimlich fotografiert werden. Gleich nach der Grenzöffnung eroberten die Lükenwischer das Gebiet zurück – vor allem die Elbe. Und auch die Natur holt sich ihren Lebensraum wieder.

Wie sah es aber auf brandenburgischer Seite aus?

Die Demarkationslinie zur Bundesrepublik wurde ab 26. Mai 1952 verstärkt abgeriegelt, allerdings „nur“ mit Stacheldrahtverhauen, Hundestaffeln und über Feldwege gespannte Schussanlagen, die lediglich einen „Knall“ produzierten. So konnte man in Lütkenwisch noch immer in das westlich des Ortes gelegene Elbvorgelände gelangen.

„Da gab es zwar eine Absperrung mit Stacheldraht, aber wir Kinder sind da einfach durchgekrochen, wenn wir auf dem Zeper angeln wollten.“, erinnert sich Rüdiger Freese, ein einstiger eifriger Angler. Schließlich gab es im „Haken“, einem Elbe-Totarm, Unmengen von Hechten, Barschen, Aalen, Plötzen, Bleien und Rotfedern.

Lütkenwischer liebten das Angeln in der Elbe

Ähnliches berichtet der Lenzener Bürgermeister Christian Steinkopf, dessen Vater in den 1950er Jahren die Elbe befischte: „Da gab es alles Mögliche an Fischarten, sogar Zander war dabei, und der Fang war immer üppig.“

Im Sommer 1952 wurden dann die alten Länderbezeichnungen zerschlagen – an ihre Stelle rückten Bezirke und Kreise. So gelangte das Prignitzdorf Cumlosen in den Bezirk Schwerin, Kreis Perleberg.

In den 1950-Jahren wurden die Dörfer auseinander gerissen

Die benachbarten und historisch eng mit ihm verbundenen Dörfer Jagel und Lütkenwisch dagegen wurden in den Kreis Ludwigslust eingemeindet – wie die ebenfalls weiter elbabwärts liegenden Dörfer der Lenzer Wische – zusammen mit Lenzen und dem mecklenburgischen Dömitz. Wenn es offiziell hieß „wir Mecklenburger“, empfanden dies viele Prignitzer als Beleidigung.

1954 installierte die DDR das „Sperrgebiet“. Im Unterschied zu Berlin, wo es auch die Zehn-Meter-Zone gab, wurden in der Prignitz die Fünf-Kilometer- beziehungsweise 500-Meter-„Schutzzone“, deren Bewohner ständig ihren Ausweis samt „Sichtvermerk“ mit sich herumtragen mussten, errichtet.

„Alle sagen Sperrgebiet, obwohl das verboten ist“

„Doch kein Mensch sagt Schutzzone, wir sagen alle nur Sperrgebiet, obwohl es verboten ist, das zu sagen“, schreibt damals ein Lütkenwischer Mädchen in ihr Tagebuch.

Analog zum Berliner „Zaunbau“, der dem Mauerbau voranging, wurde auch in den Grenzdörfern der Prignitz ein „Zaun“ errichtet, allerdings erst in den 1970er Jahren. Wie ein schwarzer Streifen zog sich das unüberwindbare Metallgitter seitdem über die Deichkrone.

Auf den Deich durften nur noch die Grenztruppen

Damit war es dann endgültig aus damit, in der Elbe zu angeln. Und der Deich, der bis dahin bis in die Lenzer Wische die Hauptstraße und damit die Lebensader der Bewohner gewesen war, durfte nunmehr nur noch von den Grenztruppen benutzt werden. In den 1970er Jahren wurden hölzernen Türme durch Wachtürme aus Beton ersetzt.

Dazu kamen die Splitterminen – etwa 1,3 Millionen Stück sollten die Menschen vor der Flucht in den „Westen“ abschrecken. Damit war der „Zaun“ in Deutschlands Mitte vollständig geworden.

Von Kerstin Beck

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