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Dauerausstellung zur Dorfgeschichte geplant

Telschow in der Prignitz Dauerausstellung zur Dorfgeschichte geplant

Erstmals wurde Telschow 1324 urkundlich erwähnt. Vieles der ereignisreichen Geschichte des Ortes soll sich nun in einer Dauerstellung niederschlagen, die in einem Raum der Dorfkirche entstehen wird.

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André Michaelis zeigt den Raum, in dem die Dauerausstellung entstehen soll.

Quelle: Michael Beeskow

Telschow. Beim Abschiedsläuten sammelten sich Tränen in den Augen der Telschower. Im Kriegsjahr 1917 musste auch dieses Dorf seine Kirchenglocken hergeben, um daraus Kanonen zu gießen. Alle Versuche die Glocke in Stücke zu schlagen, schlugen fehl. Und so blieb nichts anderes übrig, als das acht Zentner schwere Gussstück vom Turm der Kirche zu stürzen. Tief soll es sich in die Erde gegraben haben. Für viele Jahre verstummte das Turmläuten. Erst 1957 konnten die Mitglieder der Kirchengemeinde eine neue Glocke mit einem Seil zum Glockenstuhl hinauf ziehen.

Als Telschow 1999 vom 13. bis 16. Mai die Ersterwähnung vor 675 Jahren feierte, fand diese Episode Eingang in die Dorfchronik. Und sie soll sich auch in einer Ausstellung zur Dorfgeschichte wieder finden, die in der Kirche entstehen soll. „Wir möchten einen Raum herrichten, wo die Besucher etwas über Telschow erfahren“, erklärt Ortsvorsteher André Michaelis. „Das soll eine Dauerausstellung sein.“ Benötigt wird unter anderem eine neue Beleuchtungsanlage. Das Vorhaben ist mit Pfarrer Volkhart Spitzner abgesprochen. Das Einverständnis der Kirche liegt vor.

Schlichte Ausstattung

Schlichte Ausstattung: Blick zum Altar.

Quelle: Beeskow

Vieles aus der Geschichte Telschows wurde zur Dorfchronik anlässlich der 675-Jahr-Feier schon zusammengetragen. „Aber es gibt noch mehr Material, das ausgewertet werden muss“. erklärt André Michaelis.

Über Jahrhunderte gehörte Telschow zu den Besitzungen der Edlen Gänse zu Putlitz. Als die Herrschaften 1324 Teile des Ortes an das Kloster Marienfließ in Stepenitz verliehen, wurde Telschow erstmals urkundliche erwähnt. Allerdings noch nicht mit der heutigen Bezeichnung. Von „Teltzko“ war die Rede. Wie bei vielen anderen Ortsnamen in der Prignitz, besteht ein slawischer Ursprung. So wird angenommen, dass das Wort „Telec“, was so viel wie Kalb bedeutet, am Beginn der Namensgebung stand. Vielleicht ein Hinweis darauf, dass die Viehhaltung insbesondere die von Kühen in dem Ort florierte.

Für den späteren Wohlstand der Telschower ist die für einen kleines Dorf ungewöhnlich große Backsteinkirche ein Zeichen. Um 1890 wurde die alte Kirche abgerissen, weil sie baufällig war. 1891 konnte der schmucke Neubau für die 300 Einwohner eingeweiht werden mit einer Turmuhr, zwei neun Glocken und einer Orgel des Wittstocker Orgelbauers Lütkemüller. Mit der Einstellung eines Organisten bekam Telschow auch einen Lehrer. Der Betreffende war Organist, Küster und Lehrer zugleich. 1895 besuchten 21 Buben und 21 Mädchen die Schule. Wie es in der Schulchronik heißt, gingen sie regelmäßig zum Unterricht. Kein Kind fehlte ohne Entschuldigung. Nur Krankheit war ein Grund. Lehrer und Schule galten aber als ein notwendiges Übel. Die Bauern hätten ihre Kinder lieber für die Feldarbeit oder zum Hüten des Viehs eingesetzt. 1977 wurde die Schule in Telschow geschlossen.

Aus dem Kirchturm wurde 1917 die Kirchenglocke hinab gestürzt

Aus dem Kirchturm wurde 1917 die Kirchenglocke hinab gestürzt..

Quelle: Beeskow

Denkwürdige Ereignisse der Telschower Geschichte sollen in der Dauerausstellung dokumentiert werden. Etwa der Blitzeinschlag am 13. Februar 1863 um 5 Uhr morgens in das Mühlengebäude, bei dem alle Fenster auch angrenzender Gebäude wie auch das Dach zerstört wurden. Doch wie durch ein Wunder blieb es ein „kalter“ Blitzschlag. Es kam nicht zum Brand. Bei Katastropheneinsätzen der Freiwilligen Feuerwehr musste am 2. März 1956 um 3 Uhr die Stepenitzbrücke von Eisschollen befreit und zum Jahresbeginn 1979 gegen das Versinken des Dorfes im Schnee angekämpft werden.

Mit der Dauerausstellung in der Kirche soll die Geschichte Telschows im Bewusstsein der Bewohner bleiben und Besucher sollen etwas über den Ort erfahren können.

Von Michael Beeskow

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