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Dauercamper kämpfen um ihren Platz

Naturcampingplatz Blanschen Dauercamper kämpfen um ihren Platz

Auf ihrem Sommerfest am Samstag wollten die Dauercamper des Naturcampingplatzes Blanschen nicht nur zeigen, welcher Beliebtheit sich der Platz bei Feriengästen erfreut – sie präsentierten auch eine Lösung für dessen ungewisse Zukunft. Pläne eines Berliner Investors hatten sie aufgeschreckt und dazu bewogen, das Schicksal des Platzes selbst in die Hände zu nehmen.

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Idyllisch am Dranser See gelegen, erfreut sich der Naturcampingplatz Blanschen bei Einheimischen und Auswärtigen großer Beliebtheit. .

Quelle: Christian Bark

Schweinrich. Seit 20 Jahren gibt es den Naturcampingplatz Blanschen am Dranser See bei Schweinrich in seiner heutigen Form. In den zwei Jahrzehnten hat sich das Areal zu einem Anlaufpunkt für gestresste Großstädter aus Berlin und Hamburg aber auch für Camper aus der Region entwickelt. Das wurde am Sonnabend mit einem Sommerfest gefeiert – dem ersten seiner Art auf dem Platz.

Gleichzeitig brachten die etwa 40 Dauercamper auch ihre Sorge um die Zukunft ihrer Erholungsstätte zum Ausdruck. So zum Beispiel Angela Hörning aus Berlin. Vor anderthalb Jahren mietete sie sich einen Dauercampingplatz. „Es ist herrlich hier und ich hoffe, dass das noch lange so bleibt“, sagte sie am Sonnabend. Ihre Zukunftssorgen sind berechtigt, denn aktuell fehlt dem Areal der Pächter und das Ausschreibungsverfahren läuft noch – mit einem Bewerber, dessen Pläne mit dem Areal ganz und gar nicht im Interesse der Camper liegen dürfte.

Die Camper sprachen auch mit  Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann (2

Die Camper sprachen auch mit Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann (2. v. l.) und CDU-Landtagsmitglied Jan Redmann (3. v. l.).

Quelle: Elena Getzieh

„In einem persönlichen Gespräch hat mir der Berliner Investor unverblümt erläutert, was er mit dem Platz vorhat“, berichtete Silvio Becker. Der Wittstocker hat sich vor zwei Jahren als Dauercamper auf dem Platz eingerichtet. „Das ist meine kleine Oase nach Feierabend und am Wochenende“, schwärmte er. Würde es nach den Plänen des Investors gehen, würde sein Wohnwagen wohl nicht mehr lange an Ort und Stelle stehen. „Er will Bungalows bauen und so manche Plätze und Bäume dazu wegreißen“, sagte Becker. Dieses Schreckensszenario habe ihn vor fünf Wochen dazu bewegt, eine Gegenstrategie auszuloten. Gemeinsam mit anderen Dauercampern arbeitete er ein Kurzkonzept aus, das eine Genossenschaft aller 40 Dauercamper vorsieht, die künftig den Platz betreiben sollen.

Der Naturcampingplatz Blanschen


fasst der Campingplatz Blanschen. Es gibt Plätze für etwa 40 Dauer- und 20 Kurz- oder Tagescamper. Insgesamt ist Raum für rund 200 Camper.




als naturschonende und nachhaltige Erholungsstätte entwickelt. Damals hatte ihn Jürgen Erfurth gepachtet, bis er 2015 aus gesundheitliche Gründen aufhören musste. Seitdem ist der Platz ohne Pächter. Zu DDR-Zeiten befand sich an der Stelle ein Pionierferienlager.

Die Dauercamper wollen auch künftig für moderate Stellplatzgebühren und naturnahes Camping eintreten.


zum Platz und Zukunftskonzept gibt es hier.

Soll heißen: Nun ist ein weiterer Bewerber um den Platz hinzugekommen. „Wir wollen den Naturcharakter des Platzes bewahren“, bekräftigte Beckers Mitstreiter, Ulrich Reppenhagen. Was die Camper allerdings in Konflikt mit den für das Areal vorgesehenen Bebauungsplan bringt. „Der sieht eine Kläranlage für die Toiletten und das Abwasser vor“, erklärte Reppenhagen. Doch um den Dranser See so rein wie möglich zu halten, würden die Camper deren Abfluss auf gar keinen Fall in das Gewässer leiten wollen. Auch wollten sie so wenig wie möglich Bäume roden, nur um schnurgerade Parzellen und Wege schaffen zu können. „Das ist aber momentan in Klärung“, betonte Becker – ein Kompromiss sei sicher möglich.

Angela Hörning ist seit 2015 Dauercamper und möchte es bleiben

Angela Hörning ist seit 2015 Dauercamper und möchte es bleiben.

Quelle: Christian Bark

Das sah auch der CDU-Landtagsabgeordnete Jan Redmann so, als er gemeinsam mit Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann am Sonnabend den Platz besichtigte. „Blanschen ist ein Touristenmagnet und sollte so naturnah wie möglich erhalten werden“, bekräftigte er am Sonntag gegenüber der MAZ. Er sei da mit Bürgermeister Gehrmann einer Meinung, ohne der Entscheidung der Wittstocker Stadtverordneten in der Frage des Ausschreibungsverfahren vorgreifen zu wollen. „Es fanden positive Gespräche mit Herrn Gehrmann und Herrn Redmann statt“, lobte auch Silvio Becker. Allerdings wisse auch er, dass sich nach der Entscheidung einiges auf dem Platz ändern müsse. Erforderlich sei zum Beispiel die Schaffung weiterer Dauercampingplätze und einer verbesserten Infrastruktur.

Während des Sommerfestes gab es auch einen Flohmarkt

Während des Sommerfestes gab es auch einen Flohmarkt.

Quelle: Christian Bark

Dass es weitergeht hofft auch die Wittstockerin Petra Schulz. Sie betreibt seit 2012 einen kleinen Imbiss auf dem Campingplatz. „Regelmäßig kommen Camper aus ganz Deutschland und Badegäste aus der Region“, freute sich die Rentnerin. Es sei doch schade, wenn es den Platz bald nicht mehr geben würde, sagte sie. Reppenhagen und Becker bekräftigten derweil, dass die Camper, egal ob sie sich nun in einer Genossenschaft oder einem Verein zusammentun, weiterhin eng mit der Stadt Wittstock, dem Grundstücksbesitzer, zusammenarbeiten wollen. Auch werde eine Kooperation mit dem Stechlin-Ruppiner Land angestrebt.

Von Christian Bark

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