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David Wakeham an Lotte-Lehmann-Akademie

Perleberg David Wakeham an Lotte-Lehmann-Akademie

Zum Dozententeam der Lotte-Lehmann-Akademie in Perleberg gehört in diesem Jahr auch David Wakeham. Der britische Bariton steht seit 34 Jahren auf den großen Bühnen und ist ein in aller Welt gefragter Gesangslehrer.

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David Wakeham in Perleberg.

Quelle: Michael Beeskow

Perleberg. David Wakeham kennt die großen Bühnen: die Mailänder Scala, das Teatro Massimo in Palermo, die Staatsoper in München, die Komische Oper in Berlin oder die Opera Australia. Er singt in Zürich, in Singapur; morgen und übermorgen ist er in London, Sydney oder Washington. Und nun ist er für ein paar Tage in Perleberg. Wo ist er aber zu Hause? „Die ganze Welt ist mein Zuhause. Ich bin dort Zuhause, wo mein Koffer steht. Und gerade steht er in Perleberg“, sagt David Wakeham, der in diesem Sommer an der Lotte-Lehmann-Akademie jungen Sängern Gesangsunterricht erteilt.

Der Bariton, der sich einen Weltruf ersungen hat, ist Brite und Australier zugleich. „Ich habe beide Staatsbürgerschaften.“ Geboren wurde David Wakeham in Australien, aufgewachsen ist er in Großbritannien und mit 17 ging er nach Amerika. Wie wurde er Sänger? „Es gibt den Zeitpunkt nicht, wo ich sagte, ich will Sänger werden.“ Solange er denken kann, habe er gesungen. „Wahrscheinlich“, meint David Wakeham mit seiner fröhlichen Gelassenheit, „bin ich schon als Baby Sänger gewesen.“ Niemand sei überrascht gewesen, als er Gesang zu studieren begann. Sein Vater hätte vielleicht gern gesehen, wenn er wie er Zahnarzt geworden wäre. Aber Widerstand gab es nicht. Mit 21 Jahren stand Wakeham erstmals auf der Bühne. 1993 debütierte er am Züricher Opernhaus zunächst in kleinen Rollen. In seiner 34-jährigen Bühnenlaufbahn verkörperte David Wakeham Verdis Falstaff, Macbeth und Rigoletto, mehr als 100mal sang er in La Traviata den Germont Père, er sang die Titelpartie in Verdis Nabucco und viele andere Opern.

Mit beiden Füßen fest auf die Bretter genagelt

Das Etikett eines Stars will er sich aber nicht anheften. Großartige Lobeshymnen seien störend. Mit beiden Füßen müsse man „auf die Bretter genagelt“ sein. Das Wichtigste ist: „Ich muss mich selbst finden.“ „Ein Sänger“, und diese Einsicht vermittelt er auch bei der Lotte-Lehmann-Akademie, „ist keine Maschine. Ich drücke auf einen bestimmten Knopf und ich bin ein Star.“ Über sich selbst sagt er auf die Anfänge seiner Karriere zurückblickend: „Ich war total naiv.“

Vor seinen Schülern erwartet Wakeham keine unnatürlichen Sprünge: „Man muss krabbeln, langsam aufstehen und kleine Schritte gehen.“ Nicht jeder könne ein ganz großer Star werden. „Das ist nicht möglich.“ Doch jeder könne sich selbst finden, seine eigene Stimme. David Wakehams Botschaft: „Jede Stimme hat ein Recht. Jede Stimme ist einmalig. Meine Stimme gehört mir.“

Bereits 2004 Dozent bei der Lotte-Lehmann-Woche

David Wakeham ist nicht zum ersten Mal in Perleberg. Schon einmal arbeitete er in der Rolandstadt als Dozent. Das war 2004 bei der Lotte-Lehmann-Woche, als es die Akademie für Profisänger noch nicht gab. Was sich ihm einprägte, war der damalige Wunsch des Dozententeams um den Künstlerischen Leiter Angelo Raciti, „es besser zu machen.“ Die Entwicklung in diesen zwölf Jahren ist für David Wakeham unübersehbar. Ein ganz anders künstlerische Niveau bestehe heute. Er sagt: „ein erstaunliches Niveau.“ Dass er wiederkommen möchte, ist für ihn nicht die Frage. „Wir werden uns wiedersehen, na klar. Aber wann?“ Da spreche auch immer sein Terminkalender ein Wort mit.

David Wakeham sieht in der Möglichkeit, auf der Bühne singen zu können, kein Privileg. „Es ist ein Geschenk. Ich habe es aber nicht bestellt. Für mich ist es eine riesige Freude.“ Der Beruf des Sängers sei wunderbar und schön, aber auch hart und unfair. Er erfordere viel Zeit, man lerne viele Freunde kennen, die man aber mit dem nächsten Engagement wieder verlässt. Und man müsse immer bereit sein.

Singen ist für David Wakeham ein Weltberuf, er könne ihn überall ausüben – so wie ein Bäcker überall Brot backen kann.

Von Michael Beeskow

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