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Deichbau in der Prignitz geht in letzte Phase

Wittenberge Deichbau in der Prignitz geht in letzte Phase

Mit einem Besuch von Umweltminister Jörg Vogelsänger im Bahnwerk in Wittenberge wurde gestern die letzte Phase der Deichsanierung in der Prignitz eingeläutet. Ab April 2017 soll das Werk mit einer 1,1 Kilometer langen Spundwand gesichert werden. Ebenfalls Anfang 2017 beginnen Arbeiten an einer 400 Meter langen Spundwand im Industriegebiet Süd.

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Lothar Schmidt verschaffte mit seiner Hebebühne Minister Jörg Vogelsänger und Werkleiter Dirk Fischer (v.r.) einen Überblick über den Verlauf der zukünftigen Spundwand.

Quelle: Landkreis Prignitz

Wittenberge. Dieser Besuch sollte der Auftakt zur letzten Phase der Deichsanierung in der Prignitz sein, die sich vor allem auf Wittenberge konzentriert: Seine Visite führte Minister Jörg Vogelsänger am Donnerstag in das Fahrzeuginstandhaltungswerk der Deutschen Bahn in der Elbestadt. Dieses war beim Jahrhundertwasser 2013 über die Stepenitzniederung akut von den Fluten bedroht und konnte nur dank eines Kraftaktes vieler Helfer vor einer Überschwemmung bewahrt werden.

Nunmehr steht an der Rückseite des Werks der Deich- oder Spundwandbau an, damit eine solch dramatische Situation wie 2013 möglichst gar nicht mehr eintreten kann. Im April 2017 soll es losgehen mit der Sanierung des 1,1 Kilometer langen Deiches. Kostenpunkt: 1,5 Millionen Euro. Zehn Monate sollen die Arbeiten daran insgesamt dauern. Vogelsänger wurde begleitet von dem für Wasser- und Bodenschutz zuständigen Abteilungsleiter Kurt Augustin. Im Bahninstandhaltungswerk empfingen ihn dessen Leiter Dirk Fischer, der Prignitzer Landrat Torsten Uhe und der Wittenberger Bürgermeister Oliver Hermann. Dabei konnte sich Vogelsänger auch einen Überblick von oben über den Verlauf der zukünftigen Spundwand beschaffen – Lothar Schmidt ermöglichte dem brandenburgischen Umweltminister dies mit seiner Hebebühne.

Finanzierung komplett aus Landesmitteln

Überhaupt stehen in Wittenberge noch zwei weitere Deichbauprojekte an. Auch im Industriegebiet Süd wird von Anfang 2017 an gebaut. Hier werden 400 Meter Spundwand gesetzt. Sie schließen an schon vorhandene Spundwände an. Die Baukosten hierfür taxierte Augustin auf eine Million Euro. Die Kosten für beide Vorhaben werden komplett aus Landesmitteln finanziert.

Während die beiden genannten Baumaßnahmen schon sehr konkret sind, wird sich ein drittes Projekt nicht vor dem Jahr 2019 umsetzen lassen. Im Rahmen des Stadt-Umland-Wettbewerbs soll dann die Elbstraße auf einem halben Kilometer Länge einen besseren Hochwasserschutz erhalten. Hierfür werden Kosten in Höhe von 1,8 Millionen Euro veranschlagt. Die ganze Maßnahme befindet sich nach Angaben Augustins aber noch in der Vorplanung.

97 Prozent der Deiche sind saniert

In der Prignitz sind gegenwärtig 74 Kilometer (97 Prozent) des Elbehauptdeichs saniert. Die verbleibenden 2,6 Kilometer sind bereits im Bau oder werden noch in der aktuellen Förderperiode begonnen.

Die Bauvorhaben der letzten verbleibenden Abschnitte zur Fertigstellung der neuen Hochwasserschutzlinie bei Breese werden voraussichtlich in den kommenden drei Jahren abgeschlossen sein.

Weitere Baumaßnahmen des Hochwasserschutzes an der Elbe werden zurzeit weiter südöstlich zwischen Sandkrug und Bälow bis 2017 umgesetzt. Das Schöpfwerk Cumlosen wird bis Juli 2018 saniert. Vier neue Tauchmotorpumpen sollen dann im Hochwasserfall zur Entlastung von Wittenberge einsatzbereit sein. Die Ertüchtigung der Elbdeiche in der Prignitz und die Verbesserung des Hochwasserschutzes für die Ortschaften Wittenberge und Breese gehören nach Angaben des Ministeriums zu den Schwerpunkten im Bereich Hochwasservorsorge in Brandenburg. Dafür stehen in den nächsten Jahren 45 Millionen Euro aus EU-, Bundes- und Landesmitteln zur Verfügung.

Von Bernd Atzenroth

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