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Prignitz Deichstraße soll Weihnachten 2017 fertig sein
Lokales Prignitz Deichstraße soll Weihnachten 2017 fertig sein
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00:17 26.09.2016
Große Bauberatung auf dem Deich in Bälow: Mit dabei unter anderem (v.r.) Gerald Neu, Siegfried Moog, Rainer Fritze und Ingolf Marx. Quelle: Andreas König
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Bälow

Wiese, so weit das Auge reicht. Man kann sich in friedlichen Zeiten kaum vorstellen, dass die gewundene Straße zwischen Sandkrug und Bälow eine der letzten Bastionen ist, die das Hochwasser von der Elbtalaue fernhält. Und doch hat die Kombination aus Straße und Deich genau diese Aufgabe. Zum letzten Mal vor drei Jahren stand das Wasser bis an die Deichkante, musste der Wall aufwendig mit Sandsäcken und Strohballen gesichert werden. Das soll bald der Vergangenheit angehören.

Neuer Deich wird standfester und höher

Das Landesamt für Umwelt und Verbraucherschutz lässt den Deich zwischen Sandkrug und Bälow auf einem Kilometer Länge erneuern. Das war einerseits ohnehin fällig und wird andererseits dazu genutzt, dem neuen Bemessungshochwasser von 7,99 Meter am Pegel Wittenberge Rechnung zu tragen. „Um etwa 80 Zentimeter wird der Deich erhöht“, sagt Projektleiter Sigfried Moog vom Landesumweltamt. Bei der gestrigen großen Bauberatung sind Vertreter dieser Behörde, des Landesbetriebs für Straßenwesen, des Amtes Bad-Wilsnack/Weisen, des Planungsbüros Pöyry aus Perleberg und der Baufirma Eggers vertreten.

Abschnittsweise geht es voran

„Offizieller Baubeginn war der 1. September, aber da waren vor allem Vorbereitungsarbeiten zu erledigen“, sagt Siegfried Moog. Zunächst waren Versorgungsleitungen zu verlegen, zum Beispiel die Telekom-Freileitung, die bisher unmittelbar an der Straße verlief. Nunmehr wird auf einem ersten Abschnitt von 500 Metern Länge damit begonnen, den Deich zu ertüchtigen, wie es im Fachjargon heißt.

Wall bleibt in gewissen Grenzen durchlässig

Dazu erhält der Wall auf der Wasserseite eine Dichtschicht aus Lehm. „Dennoch bleibt der Deich in gewissen Grenzen durchlässig“, erklärt Siegfried Moog. Daher kommt auf der Landseite des Deichs eine Filterschicht aus grobem Kies zum Einsatz. „Die sorgt für kontrollierten Abfluss des Sickerwassers, was wiederum stabilisierend auf die gesamte Deichkonstruktion wirkt“, ergänzt Ingolf Marx vom Landesumweltamt.

Deichkrone wird verbreitert

Rainer Fritze von Planungsbüro Pöyry begleitet zunächst den Deichbauabschnitt der zweigeteilten Baustelle. Es gibt eine Vereinbarung zwischen dem Landesumweltamt und dem Landkreis Prignitz über die jeweils zu erfüllenden Arbeiten. „Danach soll im September 2017 der Deich als Planum, also als fertig gestellte bauliche Oberfläche übergeben werden, damit der Kreis anschließend die Straße darauf bauen kann“, sagt der Planer aus Perleberg. Dazu gehört neben der Erhöhung des Deichs auch die Verbreiterung der Krone. Wenn die Kreisstraßenmeisterei die Straße neu bauen lässt, soll sie 6,50 Meter breit werden, die gesamte Krone inklusive Bankette für die Straße wird von derzeit 7,50 auf neun Meter wachsen.

Millionenschweres Vorhaben

Für den reinen Deichbau zwischen Bälow und Sandkrug werden 2,1 Millionen Euro veranschlagt. Hinzu kommt noch einmal der Teil für den Straßenbau, der rund 400 000 Euro kosten dürfte.

Diese Investition hilft, eine weitere Schwachstelle im Hochwasserschutzsystem der Prignitz zu schließen. Die benachbarten Abschnitte wurden bereits in den Vorjahren saniert oder befinden sich, wie der Deich zwischen Sandkrug und Scharleuk, noch in Bau, werden aber demnächst fertig.

Im bisher schwersten Hochwasser 2013 erwies sich Bälow als eine der kritischen Punkte an der Elbe. Nur dem Einsatz der vielen freiwilligen Helfer ist es zu verdanken, dass das Dorf weitgehend verschont blieb.

Beim Sommerhochwasser 2006 stand die Elbe so hoch an der Deichstraße, dass die Soldaten der Bundeswehr mit Ponton-Booten auf den überschwemmten Wiesen bis an die Straße heranfuhren, um Sandsäcke zu bringen. Die neue Deichstraße wird so ausgebaut, dass sie künftig als Deichverteidigungsweg dient.

Strenger Winter oder Hochwasser würden Verzögerung bringen

„Wenn alles so klappt, wie wir uns das vorgestellt haben, soll der Deich mit der neuen Straße vor Weihnachten 2017 wieder freigegeben werden können“, sagt Rainer Fritze. Doch da gebe es eine Reihe von Unwägbarkeiten. Ein strenger Winter oder noch schlimmer, ein Hochwasserereignis genügt, um den Zeitplan zu gefährden.

Ort ist wieder einmal abgeschnitten

So oder so bleibt Bälow bis zum Abschluss der Arbeiten vom Verkehr in und aus Richtung Wittenberge abgeschnitten. Die Einwohner sind es gewöhnt. Im vergangenen Jahr erst wurde die Ortsdurchfahrt erneuert, Auch während dieses Dreivierteljahres war Bälow nur schwer zu erreichen. Dieses Mal sind allerdings auch die Radfahrer betroffen, die dem Elberadweg nutzen. Ein Radfahrerpaar aus Norddeutschland guckt irritiert, als es vor dem „Durchfahrt-verboten“-Schild ankommt, „Sie können den Bälower Sommerdeich nutzen“, sagt Rainer Fritze und zeigt den Gästen gleich noch,wie sie da am schnellsten hinkommen.

Sommerdeich bleibt Radfahrern vorbehalten

„Wir haben wiederholt festgestellt, dass auch Kraftfahrer diesen Weg nutzen. „Das ist inakzeptabel und wird von uns kontrolliert und bestraft“, sagt Gerald Neu, der Ordnungsamtsleiter des Amtes Bad Wilsnack/Weisen. Wenn Bälow wieder durchlässig und noch dazu hochwassergeschützt sein wird, dürften solche Probleme endgültig der Vergangenheit angehören.

Von Andreas König

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