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Prignitz Den Aufwand doch unterschätzt
Lokales Prignitz Den Aufwand doch unterschätzt
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11:05 17.10.2017
Kai Neumann blickt zurück auf seine Kandidaten-Zeit. Quelle: Foto: Atzenroth
Pritzwalk

Als in Pritzwalk Ende September ein neues Stadtoberhaupt gewählt wurde, war Kai Neumann schon zwei Monate lang nicht mehr im Rennen. Das Ende seiner eigenen Ambitionen kam Neumann früher als erwartet: Er wurde im Juli nicht zur Bürgermeisterwahl zugelassen, weil er nicht die ausreichende Anzahl an Unterstützerunterschriften zusammenbekommen hatte. Dabei hatte der Falkenhagener zu diesem Zeitpunkt bereits drei Monate lang versucht, sich bei den Menschen, unter anderem über MAZ-Beiträge, bekannter zu machen.

Was auch schon gelungen war: „Als die ersten Artikel kamen, wurde ich bereits ganz anders angeguckt“, erzählt er. So stand er mit drei der vier späteren Kandidaten schon am 1. Mai auf dem Podium im Hof der Alten Mälzerei und stellte sich den Pritzwalkern vor. Da ist dann das vorzeitige Scheitern schon eine Enttäuschung. „Ich hätte gerne die Wahl mitgemacht“, sagt er heute. Kai Neumann hatte durchaus eine Unterstützerbasis, die seine Kandidatur begrüßt hätte: „Vom Pritzwalker Sportverein gab es viele, die gesagt haben: schade“, erzählt er. Neumann ist Vorsitzender des Vereins mit seinen derzeit 275 Mitgliedern. Es habe aber auch, so berichtet er weiter, manche in der Stadtverwaltung gegeben, die das so gesehen haben.

Auf jeden Fall war es für Kai Neumann eine interessante Erfahrung, das alles mitgemacht zu haben. Mit etwas Abstand hat er sein Scheitern analysiert und mehrere Gründe dafür gefunden: „Ich war allein, und ich habe den Aufwand doch unterschätzt.“ Er habe so viel Zeit wie möglich reingesteckt und all seine Flyer selbst verteilt. „Ich wollte mir selbst einen Überblick verschaffen, denn man muss alles gesehen haben, um zu wissen, wovon man redet.“ Dabei machte er auch die Erfahrung, dass die Menschen von ihm direkt konkrete Ideen für die Zukunft wollten.

Da er im Schichtdienst arbeitet, waren seine zeitlichen Möglichkeiten im Wahlkampf begrenzt. Wenn er noch einmal antreten würde, dann würde er sich von vorneherein mehr Unterstützer suchen: „Du brauchst Deine Adjutanten.“ Eins immerhin blieb im durch sein frühzeitiges Ausscheiden erspart: Seine Investitionen hielten sich mit 600 bis 700 Euro noch in Grenzen – die Summe wäre spürbar gestiegen, wenn er während des Wahlkampfes auch noch Plakate und anderes hätte finanzieren müssen.

Ein Einzelbewerber hat gegenüber von Parteien oder Listen aufgestellten Kandidaten einen weiteren großen Nachteil. Er muss Unterstützerunterschriften für seine Kandidatur beibringen. Ihre Zahl ist doppelt so hoch wie die Zahl der Mandate in der Stadtverordnetenversammlung. In Pritzwalk sind das 44 – klingt erst einmal nicht viel, doch die Hürde wird höher, wenn man bedenkt, dass die Unterstützer ihre Unterschrift im Rathaus leisten müssen. Genau daran scheiterte letztlich Kai Neumann, allerdings vor allem deswegen, weil ihm genau dieses Prozedere erst eine Woche vor Toreschluss klar wurde. „Wenn das von Anfang an im Rathaus gelegen hätte, wäre das keine Hürde gewesen.“ So aber musste er im letzten Moment einen neuen Anlauf machen – und das ging schief.

Vorwürfe dafür macht er in erster Linie sich selbst. Denn der Vorteil, den er für sich reklamierte, wurde zum Nachteil: Kai Neumann ging sehr unbefangen an die ganze Sache heran und musste sich erst mit vielen Details vertraut machen – manches hat er schlicht nicht gewusst. Dennoch stellt er die Frage: „Mit welchem Grund ist die Hürde für Einzelbewerber höher?“

Auch das Ergebnis der Wahl selbst fand er aus seiner Sicht eher ernüchternd: „Ob die Leute die Veränderung nicht wollen?“ fragt er sich und sucht nach Erklärungen. Dem neuen Amtsinhaber Ronald Thiel, den er auch beglückwünscht hatte, will er aber eine Chance geben: „Wir werden sehen, was die nächsten acht Jahre bringen. Es würde mich schon freuen, wenn es in der Stadt vorwärts geht.“ Dann sei er auch bereit mitzuhelfen. Kai Neumann kann sich ein künftiges Engagement in der Kommunalpolitik gut vorstellen, ob nun im Ortsbeirat oder im Stadtparlament. „Ich würde mich gerne einbringen, aber das muss ich von der Arbeit her schaffen können.“

Von Bernd Atzenroth

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